Frau von Zeitung angezeigt

Österreich: Schwimmkurse für Flüchtlinge sorgen für Hasskommentare

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Der "Kurier" in Österreich zeigte erstmals eine Frau wegen eines Hass-Kommentars auf Facebook an.

Wien - Schwimmkurse für Flüchtlingskinder haben in Österreich zu Hasskommentaren im Internet und einen Anschlag auf ein Auto von Rettungsschwimmern geführt.

Die Kärntner Wasserrettung hatte in dieser Woche kostenlose Schwimmkurse für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angeboten, um Badeunfällen in Seen und Schwimmbädern vorzubeugen.

Zeitungsberichte über die Aktion lösten jedoch einen Sturm der Entrüstung und Drohungen gegen die Rettungsschwimmer aus. In Wolfsberg wurde sogar bei einem Einsatzfahrzeug der Wasserrettung eine Fensterscheibe eingeworfen. Im Internet habe es nach den Berichten etliche "unqualifizierte und sehr beleidigende Kommentare" gegeben, sagte der Leiter der Kärntner Wasserrettung, Heinz Kernjak.

"Kurier" zeigt erstmals Frau wegen Hass-Kommentar an

Die Kritiker beschwerten sich unter anderem, die kostenlosen Schwimmkurse seien ein Anreiz für weitere Flüchtlinge, nach Österreich zu kommen. Auf der Facebook-Seite der Zeitung "Kurier" schrieb eine Internetnutzerin sogar, die Flüchtlingskinder sollten "halt ersaufen". Diese Frau zeigte der "Kurier" nun an. Es sei das erste Mal, dass die Zeitung einen Facebook-Kommentar zur Anzeige bringe, teilte das Medienhaus am Freitag mit.

Wegen der steigenden Zahl von Hasskommentaren werde die Zeitung von nun an zudem "rigoroser gegen Hasspostings vorgehen und diese vermehrt zur Anzeige bringen". Österreich hatte im vergangenen Jahr rund 90.000 Flüchtlinge aufgenommen, das entsprach einem Prozent der Bevölkerung. In der vergangenen Woche war in Österreich erstmals eine fast fertiggestellte Unterkunft für Asylbewerber in Brand gesteckt worden. Das Haus im oberösterreichischen Dorf Altenfelden unweit von Linz brannte vollständig ab, verletzt wurde niemand.

AFP

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