„Unsere Welt steht still“

Festival nach Todes-Drama abgesagt - Ganze Region in Österreich in Schockstarre

Eine Region in Österreich befindet sich in Schockstarre: Zwei Menschen wurden unvermittelt aus dem Leben gerissen. Ein beliebtes Festival wurde abgesagt.

Ort im Innkreis/Saxen - Eine furchtbare Tragödie erschüttert die Region um Ried im Innkreis in Oberösterreich und die Macher des Festivals „Woodstock der Blasmusik“. Normalerweise kommen zu dem „größten Brass-Festival in Europa“ (so die offizielle Facebook-Seite) bis zu 60.000 Musikliebhaber. Und dieses Jahr sollte das Event eigentlich wieder stattfinden, trotz Corona. Erst am 2. Juni wurden LaBrassBanda aus dem Chiemgau für das Line-Up bekannt gegeben. Doch jetzt schockt ein Todes-Drama das Team. Und sorgt für die Festival-Absage. Zwei der Organisatoren sind bei einem Unfall am 3. Juni ums Leben gekommen.

Österreich: Zwei Festival-Organisatoren sterben bei Unfall - Event abgesagt

Wie Krone.at berichtet, waren einige der Festival-Organisatoren gemeinsam mit ihren Oldtimer-Mofas unterwegs. Wegen eines Defekts an einer der Maschinen stoppten sie an einer Feldzufahrt an der B3 zwischen Saxen und Baumgartenberg (Bezirk Perg), daneben ihr Servicewagen. Dann passierte das furchtbare Unglück: Ein 64-jähriger Mann in einem Skoda verriss laut Krone.at das Steuer und fuhr in die Menschengruppe. Laut Oe24.at ungebremst, Krone.at berichtet, er sei mit Tempo 100 unterwegs gewesen. Sieben der Mofa-Fahrer wurden demnach voll erfasst und durch die Luft in ein Kornfeld geschleudert.

Österreich: Region nach tödlichem Unfall geschockt

Thomas G. (48) aus Senftenbach und Sascha S. (29) aus St. Martin im Innkreis starben bei dem Unfall, fünf weitere Personen kamen ins Krankenhaus. Viele aus der Region reagieren schockiert. „Thomas war immer da, wann er gebraucht wurde, hat als Installateur immer die Wasserversorgung bei Festen übernommen“, erklärt Bürgermeister Johann Leherbauer aus Senftenbach: „Ein großer Verlust, eine Tragödie.“ Laut Nachrichten.at sagte er weiter: „Unsere ganze Gemeinde ist sehr betroffen.“ Auch St. Martins Ortschef Peter Hochhold ist fassungslos. „Erst vor einer Woche erfuhren sie, dass das Festival heuer stattfinden darf.“

Ein Alkoholtest beim 64-jährigen Unfallverursacher verlief laut Oe24.at negativ. Wie Krone.at schreibt, habe der Mann den Tempomat seines Autos eingestellt, als er die Kontrolle verlor. Die zuständige Staatsanwaltschaft Linz hat laut OÖN Ermittlungen aufgenommen. Es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Tötung bzw. fahrlässigen Körperverletzung, erklärte Behördensprecherin Ulrike Breiteneder. Das Unfallauto sei sichergestellt worden. 

Österreich: Macher geben Festival-Absage bekannt - „Unsere Welt steht still“

Das Team von „Woodstock der Blasmusik“ befindet sich in unendlicher Trauer und entschied sich für eine Absage des Events. Den Entschluss und ihre Bestürzung gaben die Macher via Facebook und über die offizielle Homepage bekannt. „Dies sind mit Sicherheit die schwierigsten Zeilen, die wir bis dato zu formulieren hatten. Und wir bitten Euch im Vorhinein um Pietät und Euer beispielloses Feingefühl“, heißt es.

Das Team schreibt weiter: „Galt unsere Sorge seit geraumer Zeit der Durchführung und dem Fortbestand unseres Festivals, so ist diese Sorge im Nebel der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Am Donnerstag, dem 3. Juni wurden zwei unserer besten Freunde aus unserer Mitte gerissen. Zwei geliebte und geschätzte Mitglieder unserer verschworenen Familie sind nicht mehr. Unsere Welt steht still. Sekundenbruchteile ließen eine Alltäglichkeit zu einer unfassbaren Tragödie werden. Ein Unglück, das wir noch nicht einmal im Ansatz begreifen können.“

Die Festival-Macher erklären weiter: „Das Woodstock der Blasmusik ist daher zur Gänze abgesagt, alle Tickets werden rückerstattet. Bitte habt Verständnis, dass wir aber erst einmal Zeit benötigen. Aus tief traurigem Herzen sagen wir dafür einfach einmal Danke. Eure Woodstock-Familie.“ (lin)

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Baumgartenberg

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