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Inzidenz schießt nach oben - Institut veröffentlicht „Positivliste“ zum Omikron-Nachweis bei Schnelltests

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Von: Patrick Mayer, Yasina Hipp

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Das RKI vermeldet hohe Corona-Infektionszahlen. Indes gibt es Neuigkeiten zu Omikron-Schnelltests und neuen Impfstoffen. Der News-Ticker zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland.

Update vom 10. Januar, 17.30 Uhr: Die Anzahl der Omrikon-Fälle in Deutschland zeigt zunehmend. Nun hat der Impfstoffhersteller Moderna mitgeteilt, derzeit an einem an die Variante angepassten Impfstoff zu arbeiten. Das Unternehmen erwartet, diesen schon bald in die klinische Entwicklung bringen zu können. Moderna-CEO Stephane Bancel bezeichnete den Impfstoff gegenüber CNBC als potenziellen Booster für den Herbst.

Corona-Pandemie in Deutschland: Corona-Ausbruch in Seniorenheim - Auch Omikron-Fälle

Update vom 10. Januar, 15.53 Uhr: Bei einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Rastatt sind 13 Bewohner bislang gestorben. Keiner habe eine Booster-Impfung gehabt, sagte ein Sprecher des Landratsamts am Montag. Manche seien keinmal, andere ein- oder zweimal geimpft gewesen. Weiter heißt es, von 82 Bewohnern seien noch 28 positiv getestet und vier im Krankenhaus. Hinzu kämen fünf infizierte Mitarbeiter. Seit Beginn des Ausbruchs sei bei 55 Bewohnern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, in keinem der Fälle mit der hochansteckenden Omikron-Variante. Es gibt einen unbefristeten Aufnahmestopp.

Ähnlich sieht es in einem Seniorenheim in Gaggenau (Kreis Rastatt) aus. Hier wurde zudem ein Besuchsverbot verhängt. Bei diesem Ausbruch wurde auch die Omikron-Variante nachgewiesen. Ein Bewohner sei an oder in Verbindung damit gestorben, sagte der Sprecher. Sechs weitere Bewohner sowie drei Mitarbeiter seien positiv getestet, sechs davon mit Omikron-Nachweis. Insgesamt leben in dem Heim den Angaben zufolge 108 Menschen.

Update vom 10. Januar, 13.16 Uhr: Omikron breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Laut dem RKI gab es am 10. Januar einen Anstieg der Omikron-Fälle um sechs Prozent. Insgesamt wurden demnach 5162 Fälle der Variante mehr als am Vortag gemeldet. Doch neben Omikron haben Forscher auf Zypern nun auch eine weitere Variante entdeckt. Deltakron soll Merkmale von Delta und Omikron enthalten. Experten zweifeln jedoch an der Entdeckung. Und auch der deutscher Virologe Klaus Stöhr schätzt die Gefahr als gering ein.

Corona-Pandemie in Deutschland: Impfpflicht für weitere Berufsgruppen?

Update vom 10. Januar, 12.07 Uhr: Während sich Omikron in Deutschland ausbreitet, geht die Debatte um die Impfpflicht weiter. Zuletzt wackelte der Zeitplan für die allgemeine Impfpflicht, da der Bundestag nach der Karnevalspause erst wieder Mitte März tagt. Eine Impfpflicht „Anfang März“, wie es Bundeskanzler Olaf Scholz im November prognostizierte, wackelt demnach (siehe auch Update vom 9. November, 14.23 Uhr).

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese betonte nun jedoch, neben der einen Sitzungswoche im Februar seien auch Sondersitzungen möglich. Keine Karnevalspause? Vertreter von Koalitions- und Oppositionsfraktionen zeigen sich wohl bereit, das Plenum zu einer Sondersitzung zusammenkommen zu lassen, falls der Gesetzgebungsprozess dies erfordere, heißt es. Die Impfpflicht könnte also im ersten Quartal kommen. Jedoch ist sie ohnehin nicht kurzfristig, sondern sei „perspektivisch eine Vorsorge für den kommenden Herbst und Winter“, so Wiese - also eine potentielle neue Welle.

Während die allgemeine Impfpflicht also erst für den Herbst diskutiert wird, gibt es weitere Vorschläge für die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Diese wurde im Dezember bereits für den medizinischen Bereich verabschiedet. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert eine Ausweitung auf Feuerwehr, Polizei und Justizvollzug. Im Deutschlandfunk sagte er, dass auch eine Impfpflicht für Lehrer sinnvoll sein könne, da die allgemeine Impfpflicht eben erst vor einer Welle im kommenden Winter schütze.

Corona-Pandemie in Deutschland: Institut veröffentlicht „Positivliste“ zum Omikron-Nachweis bei Schnelltests

Update vom 10. Januar, 9.32 Uhr: Das Robert-Koch Institut meldet am Montag erneut leicht steigende Zahlen. Nach den Angaben des Instituts lag die 7-Tage-Inzidenz am Morgen bei 375,7. Am Sonntag betrug der Wert 362,7, während die Kennzahl vor einer Woche am 3. Januar bei 232,4 lag. Insgesamt haben sich laut dem Institut 25.255 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. 52 Personen starben mit Covid-19.

Am stärksten betroffen sind derzeit die Stadtkreise Bremen und Berlin-Neukölln. Bei beiden liegt die 7-Tage-Inzidenz über 1000. Bremen meldete am Montag eine Inzidenz von 1080,9 und Berlin-Neukölln einen Wert von 1041,4.

Während die Omikron-Variante indes in Deutschland das Infektionsgeschehen dominiert, hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach um eine Überprüfung der Schnelltests gebeten. Können sie auch Omikron zuverlässig nachweisen? Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fand nun heraus, dass der Großteil der hierzulande verkauften Schnelltests auch Omikron detektieren kann. Insgesamt hat das Institut über 250 Test-Produkte auf ein höheres Level an Sensitivität bewertet. Mindestens 80 Prozent hätten dieses Niveau erreicht. Der PEI-Chef Klaus Cichutek wies im ZDF-„Morgenmagazin“ jedoch auch darauf hin, dass Schnelltests zum Testzeitpunkt nur anschlagen, wenn eine hohe Viruslast besteht. Das gelte für Omikron ebenso wie für andere Varianten.

Corona-Pandemie in Deutschland: Sylt geht freiwillig in Teil-Lockdown

Update vom 9. Januar 2022, 20.30 Uhr: Sylt verordnet sich selbst einen Teil-Lockdown. Die beliebte deutsche Ferieninsel macht dicht. Grund dafür ist das hohe Infektionsgeschehen vor Ort. Wie die Welt berichtet, schließen auf Sylt zahlreiche touristische Betriebe auf eigene Initiative hin. So hätten schon mehr als 20 Gaststätten ihren Betrieb vorläufig eingestellt, erste Hotels würden freiwillig schließen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag auf der Nordsee-Insel, Stand Sonntagabend, 9. Januar, bei 1500. Rund 500 Einwohner befanden sich zeitgleich in Quarantäne. Wie die Welt weiter schreibt, waren es zwei Wochen zuvor, an Heilig Abend, dagegen 30 registrierte Infizierte. Am vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland 400 mit Corona infizierte Sylter gemeldet.

Update vom 9. Januar 2022, 19.30 Uhr: Mehrere Spieler des FC Bayern München infizieren sich rund um Neujahr mit dem Coronavirus. Ex-Spieler Stefan Effenberg übt scharfe Kritik, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in der TV-Sendung „Doppelpass“ dagegen einen Vorschlag.

Corona-Pandemie in Deutschland: Kommen Antigen-Schnell- und Selbsttests auf den Prüfstand?

Update vom 9. Januar 2022, 18.10 Uhr: Während die Inzidenz in Baden-Württemberg weiter deutlich steigt, sind die für schärfere Corona-Einschränkungen relevanten Zahlen auch am dritten Tag in Folge unter den Schwellenwerten geblieben. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) ging die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen am Sonntag um 11 auf 431 zurück. Der Wert liegt somit weiter unter der wichtigen Marke von 450. Die Hospitalisierungsinzidenz verharrte mit 2,6 weiter deutlich unter dem für die Alarmstufe II relevanten Wert von 6,0. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht werden.

Update vom 9. Januar 2022, 17.55 Uhr: Verbraucherschützer haben eine Überprüfung aller in Deutschland verfügbaren Antigen-Schnell- und Selbsttests gefordert. Ihre Wirksamkeit müsse unabhängig bewertet werden, sagte der Gesundheitsmarktexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Arne Weinberg, dem ARD-Hauptstadtstudio nach Angaben vom Sonntag. Zudem müssten Informationen zur Qualität einzelner Tests besser aufbereitet werden. Bislang hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nur einen Teil der Tests untersucht und die Erkenntnisse in einer Liste auf seiner Website veröffentlicht. „Die Untersuchungsergebnisse sind nicht so verständlich, dass der Verbraucher oder die Verbraucherin sofort sehen kann, was taugt der Test, den ich gerade in der Hand habe“, kritisierte Verbraucherschützer Weinberg.

Corona-Pandemie in Deutschland: Neue Hybrid-Variante „Deltakron“ auf Zypern aufgetaucht

Update vom 9. Januar 2022, 17.30 Uhr: Irgendwann konnte er die Corona-Politik von Markus Söder selbst nicht mehr erklären, meint Jürgen Fraas. Nun tritt der CSU-Ortschef von Wunsiedel aus der Partei aus. Fraas stellt klar: „Ich betone ausdrücklich, kein Impfgegner, Radikaler oder Andersgeleiteter zu sein, sondern sehe mich als absoluten Demokraten.“

Update vom 9. Januar 2022, 16.30 Uhr: Während sich Omikron noch ausbreitet, ist in der EU nun eine neue Hybrid-Variante des Coronavirus aufgetaucht: „Deltakron“. Die auf Zypern entdeckte Variante vereint laut ersten Erkenntnissen Mutationen von Delta und Omikron.

Corona-Pandemie in Deutschland: Zeitplan für allgemeine Impfpflicht wackelt offenbar

Update vom 9. Januar 2022, 14.23 Uhr: Ende November prognostizierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ab „Anfang März“. Dieser Zeitplan scheint jetzt zu wackeln. Stand jetzt sei dieser Plan allerdings nicht mehr einzuhalten, so berichtet der Tagesspiegel aus Koalitionskreisen. Die Gründe dafür: Zum einen die Zeitpläne von Bundestag und Bundesrat und zum anderen komplexe juristische Fragen.

Nach einer Orientierungsdebatte Ende Januar, könne der Bundestag wegen des Karnevals im Februar, frühestens am 14. März zu einer Entscheidung beim Thema Impfpflicht kommen, so der Tagesspiegel. Der Bundesrat tagt zum nächsten Mal sogar erst am 8. April. Erst dann könnte eine Entscheidung final abgesegnet werden.

Corona-Virus: Lehrer warnen vor uneinholbaren Versäumnissen der Schüler

Update vom 9. Januar 2022, 11.03 Uhr: Mit den aktuellen politischen Maßnahmen, wird es laut dem Deutschen Philologenverbandes, für die Schüler an deutschen Schulen nicht möglich sein, Versäumnisse im Lernstoff nachholen zu können. Das zeigt eine bundesweite Umfrage des Verbandes unter rund 7000 Lehrkräften an Gymnasien vom November 2021, über die Bild am Sonntag berichtet. 49 Prozent der Lehrer geben an, dass an ihrer Schule Fachlehrkräfte für den regulären Unterricht fehlen würden.

Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Bundesverbandes, fordert „bessere Rahmenbedingungen für guten Unterricht“ und wendet sich direkt an die Politik: „Die Kultusminister müssen das Bildungssystem langfristig personell und materiell qualitätsorientiert stärken.“ Dafür wünsche sie sich „im Idealfall“ eine personelle Unterrichtsversorgung von 130 Prozent.

Corona-Neuinfektionen: Verdreifachung gegenüber Sonntag vor einer Woche

Ursprungsmeldung vom 9. Januar 2022, 8.43 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 362,7. Damit steigt der Wert im Vergleich zu gestern (335,9) erneut stark an. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Virus gibt das Berliner Institut mit 36.552 an. Gestern waren es 55.889 Fälle. Im Vergleich zum Sonntag vor einer Woche (02.01.: 12.515) verdreifachte sich die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb von nur sieben Tagen. 7.531.904 Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie nun mit dem Virus infiziert.

Mit dem Stadtkreis Bremen liegt zwischenzeitlich sogar wieder ein Gebiet über der 1000er-Marke der Sieben-Tage-Inzidenz. Die Hansestadt meldet einen Wert von 1099,9.

Corona-Gipfel am vergangenen Freitag: Neue Maßnahmen

Am Freitagnachmittag beschlossen Bund und Länder im ersten Corona-Gipfel des neuen Jahres einige neue Maßnahmen. Angesichts der sich rasant ausbreitenden Virus-Variante Omikron sei eine derartige Anpassung, laut Experten und Politikern, notwendig gewesen. Unter anderem soll bundesweit und von der Inzidenz unabhängig in Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen die 2G-plus-Regel gelten. Das heißt Zutritt haben zweifach Geimpfte sowie Genesene nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test. Diese Testpflicht entfällt für Personen mit Booster-Impfung. Bayerns Ministerpräsident Söder kündigte bereits an, für sein Bundesland ein Sonderweg gehen zu wollen.

Außerdem ändern sich die Quarantäne-Regelungen, sowohl für Kontaktpersonen und Infizierte. Für Kontaktpersonen, die eine Booster-Impfung haben, frisch doppelt geimpft, geimpft und genesen oder frisch genesen sind, entfällt die Quarantäne vollständig. Für alle anderen gilt: Nach zehn Tagen endet die Quarantäne, mit einem negativen Testergebnis, kann sich die Zeit auf sieben Tage verkürzen. Kinder und Jugendliche, die Kontaktpersonen sind, können nach fünf Tagen mit negativem PCR- oder Schnelltest entlassen werden.

Das nächste Treffen von Bund und Ländern findet am 24. Januar statt. Dann wird erneut die Aktualität und Angemessenheit der Maßnahmen diskutiert und auch das Thema Impfpflicht dürfte erneut auf der Agenda stehen.

Corona-Maßnahmen: Tausende Menschen gehen auf die Straße

In zahlreichen deutschen Städten gingen am Samstag Menschen auf die Straße, um ihren Unmut über die Corona-Politik und die neuen Maßnahmen Luft zu machen. In Hamburg fand die größte Kundgebung statt: Rund 13.700 Demonstrierende versammelten sich laut Angaben der Polizei in der Hansestadt. Angemeldet waren lediglich 11.000. Der Ärger der protestierenden Menschen richtete sich vor allem gegen eine Impfpflicht auch für Kinder. Unter dem Motto „Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern“ zogen sie durch die Innenstadt.

In Magdeburg in Sachsen-Anhalt vermeldete die Polizei insgesamt rund 5000 Demonstrierende. Dort sperrten die Beamten die Zugänge zum Alten Markt ab, nachdem bei einer Veranstaltung die Zahl von 1500 Teilnehmern erreicht worden war.

Im baden-württembergischen Freiburg gingen zwischen 5500 und 6000 Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße. In Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) waren es, nach Polizeiangaben, rund 1600 Menschen.

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