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Sind Kinder besonders stark von Omikron betroffen? Vor allem ein Symptom tritt offenbar häufiger auf

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Eine Mutter führt einen Lolli-Abstrich bei einem Kind durch.
Eine Mutter führt einen Lolli-Abstrich bei einem Kind durch. © Peter Kneffel / dpa

Inmitten steigender Corona-Zahlen startet in Deutschland wieder die Schule. Mediziner äußern sich über die Gefahr für Kinder und auf welche Symptome man achten sollte.

München - Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus lässt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland rasant ansteigen. Am Mittwochmorgen (12. Januar) meldete das RKI einen sprunghaften Anstieg auf 80.430 Infektionen binnen 24 Stunden - ein neuer Rekord. Zwar spiegelt sich die Omikron-Welle bisher nicht in den Krankenhäusern wieder, doch Experten zufolge wird mit hohen Infektionszahlen auch die Belastung der Kliniken zunehmen.

Ausgerechnet mitten in dieser kritischen Corona-Lage beginnt in Deutschland wieder die Schule. Zuvor kam der Verdacht auf, Omikron treffe Kinder schwerer als bislang aufgetretene Varianten. Ist dies allerdings tatsächlich der Fall? Nach weiteren Studien vertreten Mediziner eine andere Sicht und machen auf ein besonderes Symptom aufmerksam.

Corona: Unterricht in allen Bundesländern beginnt - Anstieg der Fallzahlen wegen Omikron erwartet

In allen Bundesländern hat der Präsenzunterricht inzwischen wieder begonnen. Auch in den jüngeren Altersgruppen wird jetzt mit dem Beginn der Schule ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen erwartet, denn Kinder und Jugendliche werden nach den Weihnachtsferien wieder in Klassenzimmern aufeinander treffen. Zudem wird auch das engmaschige Testen in den Schulen die Fallzahlen womöglich in die Höhe treiben.

An dieser Stelle ist der ausschlaggebende Faktor selbstverständlich die hohe Ansteckungskraft der Omikron-Mutante. Kurz nach der Entdeckung der Variante in Südafrika lautete die erste Einschätzung von Experten, die Mutation könne Kinder härter treffen als beispielsweise Delta. „Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre“, erklärte die südafrikanische Wissenschaftlerin Michelle Groome damals.

Immerhin schienen Zahlen aus den USA und Großbritannien dies zu belegen. Die Zahl der mit Omikron ins Krankenhaus eingelieferten Kinder stieg in diesen Ländern im Dezember stark an und ließ einen größeren Effekt der Variante auf jüngere Altersgruppen vermuten.

Omikron gefährlich für Kinder? - Deutsche und britische Experten sehen kein erhöhtes Risiko der Variante

Nun ist jedoch deutlich mehr über die Omikron-Variante bekannt, was eine neue Bewertung der Gefahr für Kinder möglich macht. So schrieb die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) Ende Dezember, zwar sei es noch zu früh für eine endgültige Bewertung, „aber Erfahrungsberichte aus dem Tshwane District in Südafrika, aus London und Australien sind beruhigend“.

Um die Situation zu beurteilen, griff DGJK auch auf Beispiele aus früheren Varianten zurück und zeichnete ein positives Bild: „Die Erfahrung auch aus den vorherigen Pandemiewellen mit den Varianten Alpha und Delta lehrt, dass sich ein besonderes Risiko von Kindern in keiner dieser Wellen bestätigt hat.“ Außerdem liege die Erkrankungsschwere „in allen Altersgruppen deutlich unter der der Delta-Variante“.

Im Video: Große Nachfrage im Kinderimpfzentrum

Großbritannien leidet besonders stark unter der Omikron-Welle, was den britischen Erkenntnissen und Studien eine besondere Bedeutung verleiht. Auch dort sehen Experten jedoch trotz der Lage kein höheres Risiko für Kinder. Im Vergleich zu Delta sei das Risiko der Hospitalisierung von Kindern im Schulalter bei der Omikron-Variante niedriger, stellte die UK Health Security Agency in einer Studie Ende Dezember fest.

Omikron-Symptome unterscheiden sich von Delta - Britischer Arzt betont besonderes Anzeichen bei Kindern

Nicht nur die Schwere der Krankheit, sondern auch die Symptome von Omikron unterscheiden sich dabei von Varianten wie Delta. Bei der jüngsten Mutation treten Symptome wie Schnupfen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schweißausbrüche auf. Im Gegensatz zu Delta melden immer weniger Patienten Symptome wie den Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns.

Bei Kindern müssen Eltern offenbar besonders auf ein Anzeichen achten. Der Londoner Hausarzt David Lloyd gab gegenüber dem Sender Sky News an, immer häufiger einen „ungewöhnlichen Hautausschlag“ bei Kindern mit Omikron-Infektion zu beobachten. „Bis zu 15 Prozent der Kinder mit Omikron bekommen einen Ausschlag“, erklärte der britische Arzt.

Erkältung, Grippe oder doch Corona? Hier gibt es eine Übersicht über die Symptome. (bb)

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