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Omikron und Boostern: Längst abgeschriebener Corona-Impfstoff aus Deutschland macht große Hoffnung

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Von: Maximilian Kettenbach

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Curevac
Curevac will sich künftig mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline auf die Entwicklung eines weiteren Covid-19-Impfstoffs fokussieren. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Hersteller forschen bereits an einem Impfstoff-Update speziell gegen die neue Omikron-Variante. Wo steht das Tübinger Biotech-Unternehmen?

Tübingen - Es war ein Schock im Sommer, als das Biotech-Unternehmen Curevac enttäuschende Daten zur Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten CVnCoV veröffentlichen musste. Im ersten Corona-Jahr waren die Tübinger noch ganz vorne mit dabei bei der Entwicklung eines ersten Impfstoffs.

Nach dem Rückzieher aus dem Zulassungsverfahren ist es rund um Curevac ruhig geworden. Man will nicht schon wieder Schiffbruch erleiden und plant mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline (GSK) „eine Vorreiterrolle“ bei der Entwicklung eines neuen Impfstoffs der zweiten Generation.

Curevac-Comeback? Eine Impfung soll gegen Corona-Varianten reichen

Das Ziel: Der neue Impfstoff soll unter anderem einen langanhaltenderen Schutz gegen neue Varianten in einer einzigen Impfung bieten. In präklinischen Studien zeigte dieser nach Auskunft von Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas eine frühere und stärkere Immunantwort als CVnCoV. „Durchaus vergleichbar mit einem zugelassenen mRNA-Impfstoff, und er schützt im Vergleich zu CVnCoV besser gegen alle getesteten Varianten, inklusive der Beta-, Delta- und Lambda-Variante. Das stimmt uns selbstverständlich optimistisch.“

Seit Wochen untersuchen mehrere Pharmaunternehmen, ob es einer Anpassung ihrer Impfstoffe an die sich immer rascher ausbreitende Coronavirus-Variante Omikron bedarf. Ursprünglich wurden die Vakzine gegen den sogenannten Wildtyp von Sars-CoV-2 entwickelt, der Ende 2019 zuerst in China entdeckt worden war. Während die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Mittel aber auch gegen später virulente Mutanten wie Alpha oder Delta ihre Wirkung zeigten, könnte es bei Omikron anders aussehen. Vor allem die Hersteller der mRNA-Präparate, Biontech/Pfizer und Moderna, werben seit Beginn ihrer erstmals eingesetzten Impfstoffe mit der Möglichkeit, diese schnell an Virus-Änderungen anpassen zu können. Beide bereiten ihre Mittel seit Monaten auf mögliche Mutationen des Coronavirus vor.

Erste Daten zu einer vierten Impfung mit Biontech aus Israel zeigen, dass eine Anpassung des Impfstoffs wohl zwingend nötig sein wird. Professor Gili Regev, erklärte der israelischen Nachrichtenseite ynet anhand der vorläufigen Ergebnisse: „Wir sehen einen bestimmten Anstieg der Antikörper, aber der Anstieg ist nicht sehr beeindruckend.“

Die vorproduzierten CVnCoV-Dosen sind laut dem Curevac-Chef vernichtet oder anderweitig verwendet worden: „Der Abbau ist ein unspektakulärer Standardprozess. Das Material wird in seine chemischen Einzelteile zerlegt und fachmännisch entsorgt“.

Curevac-Impfstoff gegen Omikron? Chef Haas spricht von „grenzenlosem Potenzial“

Als Folge des Rückzugs des ersten Impfstoffs endete der Vorvertrag mit der Europäischen Kommission, in dem CVnCoV für den akuten Pandemiebedarf vorgesehen war. Haas sagte, er gehe nicht davon aus, dass Vorauszahlungen der EU in Höhe von 450 Millionen Euro zurückgezahlt werden müssen. Aufgrund der fortbestehenden Pandemie werde derzeit ein „weiterhin großer Bedarf an insbesondere optimierten Impfstoffen“ gesehen.

Der Bund war über die staatliche Förderbank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. Die Bundesregierung sei ein sehr geschätzter und wichtiger Anteilseigner für Curevac, sagte Haas. Die Investoren hätten sich von dem Scheitern des ersten Impfstoffs nicht verunsichern lassen, sagte er. „Wir haben starke Partner an unserer Seite, die unsere Vision teilen, dass mRNA für die Humanmedizin grenzenloses Potenzial birgt.“ Diese Technologie stehe erst am Anfang ihrer Entwicklung, und das gesamte Potenzial sei bei weitem noch nicht erkannt. Das sieht auch der Mäzen der TSG Hoffenheim und Curevac-Investor Dietmar Hopp so: „Curevac wird erfolgreich sein und ich bleibe auf alle Fälle als Investor erhalten“, sagte er schon im Sommer Merkur.de. Spannend auch: Wie geht es mit dem Proteinimpfstoff Novavax weiter? Der deutsche Krisenstabs-General kündigt ihn zuletzt bereits für Deutschland an. Wer ihn bekommen sollte, was die vermeintlichen Nebenwirkungen sind, lesen Sie hier. (mke, dpa)

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