„Lichtblick in der Pandemie“

Das gab es seit 28 Jahren nicht mehr: Geburtsort des kleinen Martin ist äußerst ungewöhnlich

Mutter Sonja Lammers hält ihr Baby Martin Timotheus in der KlinikOsnabrück im Arm (undatierte Aufnahme). Der Kleine war in einem Helikopter auf die Welt gekommen.
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Eine Blitzgeburt im Hubschrauber: Der kleine Martin hatte es eilig, endlich in den Armen seiner Mutter zu liegen.

Geburtsort Hubschrauber: Das kann bei weitem nicht jedes Kind von sich behaupten. Der kleine Martin Timotheus aus NRW kommt mitten in der Luft zur Welt.

  • Der kleine Martin aus Mettingen, NRW, kam unerwartet in einem ADAC-Hubschrauber zur Welt.
  • Die Mutter entband noch im Landeanflug auf das Klinikum Osnabrück.
  • Der Fall ist ungewöhnlich: Seit fast 30 Jahren hat es da nicht mehr gegeben.

Osnabrück - Der kleine Martin Timotheus aus Nordrhein-Westfalen konnte es gar nicht eilig genug haben, auf die Welt zu kommen. Als bei Mutter Sonja Lammers die Wehen früher als geplant einsetzten, wurde die 24-Jährige kurzerhand aus Mettingen mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Osnabrück, Niedersachsen, geflogen. Mit 200 Kilometern pro Stunde und auf ca. 150 Metern Höhe ging es Richtung Kreißsaal.

Doch darauf konnte der kleine Martin nicht warten. Noch im Anflug auf das Klinikum wird das Kind in der Luft geboren. Der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 2“ wird unerwartet zum Kreißsaal. Eine schöne Überraschung: für Mutter Sonja Lammers aber auch für Martins Vater, der mit dem Hebammen-Team bereits auf dem Rollfeld wartet. „Es ging ja nicht, dass mein Mann mitfliegt, also ist er mit dem Auto zum Klinikum gefahren - und als er angekommen ist, war er bereits Papa“, erzählt die 24-Jährige in einer ADAC-Meldung. Noch auf dem Rollfeld durchtrennt das Hebammen-Team die Nabelschnur.

Wer bringt die Babys? - In Osnabrück wohl nicht der Storch sondern der Helikopter.

Geburt im Hubschrauber: Der letzte Fall liegt 28 Jahre zurück

Auch für das Rettungsteam von „Christoph 2“ ist so ein Erlebnis eine echte Seltenheit.  «Der letzte von uns dokumentierte Fall liegt 28 Jahre zurück. Das war 1992 bei dem in München stationierten Rettungshubschrauber „Christoph 1“», erzählte ADAC-Sprecher Jochen Oesterle laut dpa. Der Crew sei während der Corona-Zeit einiges abverlangt worden, so Oesterle „Diese Geburt ist daher für uns alle ein glückliches Geschenk und ein wunderbarer Lichtblick in der Pandemiezeit.“

Auf dem Papier ist der kleine Martin allerdings trotz allem in Osnabrück geboren. Für den Geburtsort fühlt sich sonst keine Stadt zuständig. „Es war eine Odyssee mit den Standesämtern. Jetzt steht fest: Der Ort der Nabelschnur-Trennung ist Martin Timotheus‘ Geburtsort“, erklärt der Vater des Kindes im Bild-Interview. Diese rasante Geburt wird die junge Familie mit Sicherheit nicht vergessen. (vs)

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