Ostdeutsche froh über Ende der DDR

Berlin - Rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung weint die große Mehrheit der Ostdeutschen der DDR laut einer Umfrage keine Träne mehr nach. Weniger gut finden sie das Ende des Solidarpaktes 2019.

Nach einer am Dienstag vorab veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Zeitschrift “Super Illu“ sind 75 Prozent der Menschen in den neuen Ländern trotz aller Probleme beim Aufbau Ost froh, im vereinten Deutschland zu leben.

13 Prozent sind allerdings enttäuscht und erklären: Die Mauer wäre besser nicht gefallen; die DDR mit ihrem Sozialismus war der bessere Staat. Im Auftrag von “Super Illu“ hatte das Institut für Marktforschung Leipzig 1002 Frauen und Männer in den neuen Bundesländern und Ostberlins befragt.

20 Jahre Honecker-Sturz: Seine blödesten Sprüche

20 Jahre Sturz Erich Honecker
„Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Mit diesem Spruch hat sich Erich Honecker in die Geschichtsbücher geschrieben. © MM
Erich und Margot Honecker
„Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind“, tönt Erich Honecker im Januar 1989. Am 18. Oktober 1989 musste er von allen Ämtern zurücktreten. Die Mauer fiel. © AP
Erich und Margot Honecker
„Wenn man keinen Charakter hat, kann man keine Politik machen!“ Margot Honecker, die mächtigste Frau in der ehemaligen DDR, galt wegen ihrer Haartönung als „blaue Eminenz" – und wurde oft als bestgehasste Frau der DDR bezeichnet. Die 82-Jährige lebt heute zurückgezogen in Chile. © dpa-mm
Erich und Margot Honecker
Michail Gorbatschow und Erich Honecker beim sozialistischen Bruderkuss. Im September 1989 erlaubte Ungarn 25.000 DDR-Bürgern die Ausreise. Gorbatschow warnte Erich Honecker mit den Worten: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ © dpa
Erich und Margot Honecker
„Der Geburtsort ist nicht entscheidend für die politische Überzeugung.“ Da war sich Erich Honecker, ein gebürtiger Saarländer, sicher. © AP
Erich und Margot Honecker
„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow. Ich muss da eben mal hin....“, machte sich Udo Lindenberg über die DDR lustig. Das Foto von 1987 zeigt den Rockmusiker, wie er Erich Honecker (M) bei dessen Besuch 1987 in Wuppertal eine Gitarre mit der Aufschrift “Gitarren statt Knarren" übereicht. © dpa
Erich und Margot Honecker
Wie innig! Erich Honecker küsst am 4. Oktober 1979 den damaligen Sowietischen Staatschef Leonid Brezhnev. Zuvor war Brezhnev zum „Helden der Deutschen Demokratischen Republik“ erklärt worden und bekam die „Karl Marx Medaille“ überreicht. © AP
Erich und Margot Honecker
Der Kuss von Breschnew und Honecker, vor 20 Jahren an die Berliner Mauer gemalt, wurde zum Sinnbild eines politischen Aufbruchs. © dpa
Erich und Margot Honecker
„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!“ Mit diesen Worten leugnete Honecker noch im August 1989 das nahe Ende der DDR. © dpa
20 Jahre Sturz Erich Honecker
„Die DDR und BRD gehörten nie zusammen, es trennen sie Welten: die sozialistische und die kapitalistische.“ Auch dies sagte der DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker. © ap-mm
Erich und Margot Honecker
„Für uns kommt es darauf an, den Frieden zu sichern und den Krieg durch hohe Wachsamkeit zu bekämpfen, bevor er ausbricht, jederzeit bereit und fähig zu sein, jedem Aggressor eine vernichtende Abfuhr zu erteilen.“ Erich Honecker hatte seine eigene Auffassung von Friedenssicherung, man denke an die vielen Toten an der Mauer. © dpa
Erich und Margot Honecker
Lachen für die Kameras: Der kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro bei einem mehrtägigen Besuch im Juni 1972 in der DDR. © mm
Erich und Margot Honecker
Mit geballter Faust verlässt Erich Honecker (l), am 29.07.1992 die chilenische Botschaft in Moskau, begleitet vom chilenischen Sonderbotschafter R. James Holger und seiner Frau Margot. Honecker war seit seinem Sturz 1989 ein Gejagter der Justiz - doch verurteilt wurde er bis zu seinem Tod 1994 nie. Viele DDR-Größen machten in der BRD Karriere. Lesen Sie: „Von der Stasi zum BKA“. © dpa

68 Prozent der Befragten erklären, die neuen Bundesländer hätten sich gut entwickelt und der Aufbau Ost sei alles in allem erfolgreich. Jeder Vierte meint dagegen, die Lage Ostdeutschlands habe sich eher verschlechtert und der Aufbau Ost sei weitgehend gescheitert. 53 Prozent der Ostdeutschen geben an, das eigene Lebensniveau habe sich seit der Wiedervereinigung verbessert. Für 22 Prozent ist es im Vergleich zum Oktober 1990 gleich geblieben, während 16 Prozent von einer Verschlechterung sprechen.

20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos

20 Jahre Mauerfall: Wir haben die emotionalsten Bilder von damals zusammengestellt. Von der historischen SED-Pressekonferenz bis zur Trabi-Kolonne nach West-Deutschland. Klicken Sie sich durch. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Am 9. November 1989 gibt SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz, die live im DDR-Fernsehen und im Radio übertragen wurde, die Öffnung der Grenzen bekannt. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Schabowski verliest eine neue Reiseregelung, nach der jeder DDR-Bürger ohne Voraussetzungen aus dem Land ausreisen darf. Auf die Zwischenfrage eines Journalisten, ab wann diese Regelung in Kraft trete, antwortet er irrtümlich: „Das tritt nach meiner Kenntnis (...) ist das sofort, unverzüglich.“ © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Von da an gibt es kein Halten mehr: Ost- und West-Berliner stürmen die Mauer. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Tausende Menschen tanzen und singen vor dem Brandenburger Tor. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Geschichte zum Mitnehmen: Dieser Mann hackt sich ein Stück Mauer ab. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Hier feiern die Menschen an einer Kontrollstation. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Ostberliner klettern die Mauer nach West-Berlin hoch. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Ein Berliner reicht zwei ostdeutschen Grenzbeamten seine Hand. Die bleiben mit hinter dem Rücken verschränkten Armen unbewegt stehen. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Ostberliner besteigen die Mauer Richtung Westen. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Diese Berliner wollen mit dem Hammer und bloßen Händen die Mauer einreißen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Mit Wunderkerzen feiern die Demonstranten den Fall der Mauer. 28 Jahre trennte das Bauwerk die Berliner. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Mit vereinten Kräften erklimmen die Menschen die Mauer. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Jubelszenen am 9. November 1989. Diese Bilder bewegten die Welt. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Feiernde mit einer Deutschlandfahne auf der Grenzmauer. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Tausende Ostberliner fahren nach der Mauereröffnung mit ihren Trabis in den Westen. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Diese Berliner Schuljungen zeigen stolz die Mauerstücke, die sie mitgenommen haben. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Menschenauflauf an einer Berliner Grenzstation. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Dieser Mann versucht, mit einem Hammer die Mauer einzureißen. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Freude pur auf der Mauer vor dem Reichstag. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Grenzbeamte vor einem Segment der Mauer, das die Berliner heruntergerissen haben. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Diese Bilder sprechen Bände: Die Trennung zwischen Ost- und Westdeutschen ist Geschichte. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Sie singen und tanzen auf der Mauer vor dem Reichstag. © ap
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Verkehrschaos: Tausende Trabis tuckeln nach der Mauereröffnung in den Westen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Stau, Hupkonzerte und Jubelrufe auf den Straßen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Riesenandrang an einem Grenzübergang in den Westen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Mit dem Taxi lassen sich diese Ostdeutschen in den Westen bringen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Die Schranken an der Grenze haben ihre Bedeutung verloren. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Hupend bahnen sich die Trabifahrer ihren Weg durch die feiernden Menschen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Diese DDR-Grenzbeamten bekommen von Westdeutschen Blumen auf die Mauer gereicht. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Lachend und weinend liegen sich die Menschen in den Armen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Auf in die Freiheit! Kilometerlang schieben sich die Kolonnen auf den wenigen Autobahnen Richtung Westen. © dpa
20 Jahre Mauerfall: Die bewegendsten Fotos zum Mauerfall am 9. November 1989 in Berlin
Dass die Menschen am Tag des Mauerfalls stundenlang unterwegs sind, störte damals keinen. © dpa

Das Auslaufen des Solidarpaktes 2019 sehen 57 Prozent der Ostdeutschen pessimistisch. Sie meinen, dass der Osten auch 2019 noch dem Westen weit hinterherhinken; werde und auf Finanzhilfe angewiesen sein. Lediglich 37 Prozent gegen davon aus, dass sich die Lebensverhältnisse in Ost und West bis 2019 weitgehend angleichen und die neuen Länder dann wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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