Neue Erkenntnisse

Ostsee: Sensationeller Fund - Taucher machen Entdeckung im Inneren

Schiffswrack eines Handelsschiffs
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Taucher entdeckten in der Ostsee das Wrack eines seltenen niederländischen Handelsschiffs aus dem 17. Jahrhundert.

Taucher in der Ostsee machten jüngst einen sensationellen Fund: das Wrack eines niederländischen Handelsschiffs aus dem 17. Jahrhundert. Doch nicht nur sein Alter beeindruckt Archäologen.  

  • Taucher machten am Grund der Ostsee eine spektakuläre Entdeckung.
  • Es handelt sich dabei um ein seltenes Handelsschiff aus dem 17. Jahrhundert.
  • In seinem Inneren stoßen Forscher auf ein Geheimnis.

Hanko/Finnland - Schiffswracks begeistern nicht nur Wissenschaftler, da sie Einblicke in längst vergangene Zeiten gewähren. Bilder wie die des legendären Kreuzfahrtschiffs „Titanic“ sorgen für Grusel und Faszination zugleich. Auch die Mitglieder des Badewanne Diving Teams hängen dieser Faszination nach. Normalerweise ist die Gruppe freiwilliger Taucher aus Finnland und Estland, auf der Suche nach Schiffswracks aus dem 1. und 2. Weltkrieg.

2011 entdeckten die Taucher beispielsweise ein seit 1945 verschollenes U-Boot der Nazis am Grund der Ostsee. Auch im vergangenen Jahr gelang Forschern der Fund eines seltenen U-Boot-Typs aus der Zeit des Nationalsozialismus. Derzeit beschäftigen sich die Badewanne-Taucher unter anderem auch mit der Gefahr, die von untergegangenen Schiffswracks ausgehen könnte - etwa durch verbliebene Fischfangausrüstung oder Kraftstoffe.

Zumindest um letzteres muss sich das Team bei seinem jüngsten Fund jedoch keine Gedanken machen. Während eines Dokumentationstauchgangs an der Mündung des Finnischen Meerbusens in der Ostsee, enteckten die Taucher nämlich das Wrack eines niederländischen Handelsschiffs aus dem 17. Jahrhundert - an einen Kraftstoffantrieb hat zu diesem Zeitpunkt noch keiner gedacht.

Sensationsfund: Taucher entdecken am Grund der Ostsee ein seltenes Handelsschiff aus dem 17. Jahrundert

Besonders spektakulär ist der Fund jedoch aus einem anderen Grund. „Das Wrack enthüllt viele Eigenschaften der Fleuten, hat aber auch einige einzigartige Merkmale, nicht zuletzt die Konstruktion des Hecks“, erklärt Niklas Eriksson, Meeresarchäologe der Universität Stockholm, in einer Pressemitteilung.

Bei den sogenannten Fleuten handelte es sich um dreimastige Handelsschiffe mit großer Ladefähigkeit und fortschrittlicher Takelage - also Masten, Spiere, Taue. Sie gehörten zur Handelsflotte der Republik der Vereinigten Niederlande, die im 17. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte, und dominierten den baltischen Handel für etwa 150 Jahre.

Obwohl zu jener Zeit eine Vielzahl der Handelsschiffe auf der Ostsee unterwegs waren, haben bis heute nur wenige überlebt. Auch Wracks der Fleuten konnten bislang nicht viele entdeckt werden, was den Fund im Finnischen Meerbusen zu einer Sensation macht. „Wir waren [...] sehr überrascht, als wir in 85 Metern Tiefe auf ein Wrack stießen, denn wir hatten ein Minensuchboot aus dem 1. Weltkrieg oder einen Schoner, der während des 2. Weltkriegs versenkt worden war, erwartet“, heißt es von Seiten des Badewanne Diving Teams in der Mitteilung.

Ebenfalls ungewöhnlich: Das Schiffswrack ist beinahe vollständig erhalten und wurde in den vergangenen Jahrhunderten nur geringfügig beschädigt. Aufgrund des geringen Salzgehalts, der Kälte und weil es am Meeresgrund dunkel ist, gehört die Ostsee zu den wenigen Gewässern auf der Welt, wo Wracks von Holzschiffen auch nach mehreren hundert Jahren nicht zerfallen oder von Holz fressenden Organismen zersetzt werden. Selbst die Laderäume der Fleute sind noch voll.

Spektakulär: Am Grund der Ostsee finden Taucher ein 400 Jahre altes Schiffswrack - es birgt ein Geheimnis

Der gute Zustand des Wracks ermöglicht jetzt genaue wissenschaftlicher Untersuchungen. Was bei der Dokumentation jetzt bereits klar wurde: Unter der Besatzung der entdeckten Fleute schien es ein weniger hierarchisches System gegeben zu haben, als es in der damaligen strengen Gesellschaft üblich war.

So schlief der Kapitän gemeinsam mit Matrosen, Bootsmann und Koch in einem Raum zwischen Decks und speiste auch gemeinsam mit ihnen. „Es könnte ein Beispiel für einen frühen Konstruktionstyp sein. Das Wrack bietet somit eine einzigartige Gelegenheit, die Entwicklung eines Schiffstyps zu untersuchen, der um die ganze Welt segelte und das Fundament für die Globalisierung der frühen Neuzeit bildete“, wird Niklas Eriksson in der Pressemitteilung zitiert.

Im Schwarzen Meer begeisterte vor zwei Jahren ebenfalls ein beeindruckender Fund. Es handelte sich dabei um das älteste Schiffswrack der Welt. Auch der Walchensee in Bayern hat für viele Taucher eine magische Anziehungskraft. Dort können sie Wracks von Autos und sogar Flugzeugen bestaunen.

In Saudi-Arabien machten deutsche Forscher in der Wüste einen sensationellen, 120.000 Jahre alten Mega-Fund.

(als)

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