Schuldfrage noch ungeklärt

Drama um Paragleiter in Tirol: Erst Witze, dann Todesangst - Tandemspringer verfangen sich an Lift-Seil

Zu sehen ist ein Paragleiter, der in Tirol in der Luft schwebt. Unter ihm befindet sich ein Hotel.
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Viele Urlauber und Touristen greifen in Tirol auf Paragleiter zurück, um die schöne Landschaft von oben zu genießen. Doch nicht immer läuft solch ein Flug auch reibungslos ab.

Zwei Männer wollen in Tirol mit ihren Paragleitern hoch hinaus. Doch läuft es anders als geplant. Auf einmal sind die beiden in zehn Metern Höhe gefangen. Warum?

Alpbach (Österreich) – Tirol von oben stellt einen traumhaften Anblick dar. Dachten sich auch zwei Paragleiter, die mit ihrem Fluggerät die schöne Landschaft bestaunen wollten. Doch sollten der 17-Jährige und der 47-Jährige am Montag, 9. August, die Kontrolle über ihre Paragleiter verlieren.

Eine Windböe erfasst die beiden, die direkt auf das Seil einer Gondelbahn zusteuerten. Schnell wickelten sich die Schnüre des Schirms mehrfach um das Lift-Seil – und die beiden Männer sind in zehn Metern Höhe gefangen. Der 17-Jährige hatte den Tandemsprung mit einem Paragliding-Profi gewagt. Dementsprechend war die Stimmung im Vorfeld sehr ausgelassen.

Zwei Paragleiter verfangen sich im Lift-Seil: 15 Bergretter müssen die beiden Männer befreien

„Am Anfang haben wir noch Witze gemacht, wir können uns ja noch bisschen sonnen. Erst als Bergrettung und Heli kamen, wurde mir klar: So sicher sind wir hier oben nicht“, wird der 17-Jährige von der „Bild“ zitiert. Zunächst sollten die beiden von einem Hubschrauber gerettet werden.

Doch erwies sich das Risiko als zu groß, dass sich der Fallschirm dabei entwickeln und die beiden Paragleiter in die Tiefe fallen könnten. Deswegen kommen 15 Bergretter, die von Mitgliedern der Alpbacher Bergbahnen, der Polizei und doch noch von einem Rettungshubschrauber unterstützt werden.

Riskante Rettung: Paragleiter-Duo wird einzeln nach unten gelassen – „Seil dauernd in Bewegung“

Mit dem Lift-Bergegerät seilte sich ein Retter zu den beiden Männern ab, sicherte sie und ließ sie dann einzeln zu Boden. „Es war eine sehr schwierige Rettung, aber genau für solche Einsätze trainieren wir das ganze Jahr. Zum Glück ist diese Gondelbahn im Sommer nicht in Betrieb“, heißt es von Thomas Schneider, dem Einsatzleiter der Bergrettung.

Auch der junge Paragleiter weiß sich zu dem Einsatz zu äußern. „Während der Rettungsaktion sind wir fünf Meter heruntergerutscht, weil das Seil dauernd in Bewegung war. Das war das riskanteste. Ich hatte Angst, dass es noch auf den letzten Metern mit uns runtergeht. Wir hätten aber keine Chance gehabt, da alleine rauszukommen“, sagt der 17-Jährige.

Polizei ermittelt: War der Pilot für die Paragliding-Panne verantwortlich?

Letztendlich blieben beide unverletzt. Der 17-Jährige weiß lediglich von „Schmerzen im rechten Bein“ zu berichten. Noch ist unklar, ob der Pilot für die Paragliding-Panne verantwortlich ist. David Haunholter von der Alpinenpolizei wird wie folgt zitiert: „Die Polizei nimmt den Sachverhalt auf und leitet dies der Staatsanwaltschaft Innsbruck weiter. Die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob der Anfangsverdacht einer gerichtlich strafbaren Handlung vorliegt“. Weniger glimpflich ging für eine Frau ihre Tour durch die Pyrenäen aus – ihr Lebensgefährte fand sie tot auf.

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