Frankreich unter Schock

Messerattacke von Paris: Angreifer war radikaler Anhänger des Islam - Ehefrau wieder auf freiem Fuß

+
Polizeibeamte und Soldaten versperren den Weg nahe der Pariser Polizeipräfektur nach der Messerattacke.

Bei einer Messerattacke in Paris sind mehrere Menschen getötet worden. Der Angreifer sowie vier Polizisten sind umgekommen. Inzwischen ist klar, dass es ein Terror-Anschlag war.  

  • Bei einer Messerattacke in Paris sind am Donnerstag fünf Personen getötet worden. 
  • Auch der Angreifer befindet sich unter den Toten. 
  • Der mutmaßliche Täter soll langjähriger Mitarbeiter in der Polizeiverwaltung gewesen sein.
  • Anfangs wurde ein Terror-Hintergrund verneint, mittlerweile gibt es dafür zahlreiche Indizien.

Update vom 6.10. um 21.30 Uhr:

Nach drei Tagen in Gewahrsam ist im Fall der Messerattacke in der Polizeipräfektur von Paris die Ehefrau des Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Die 38-Jährige sei am Sonntagabend aus dem Gewahrsam entlassen worden, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben zu den Gründen wurden nicht bekannt gegeben. Gegen die Frau würden zunächst keine weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Die 38-Jährige war am Donnerstag kurz nach der Messerattacke festgenommen worden. Nach Angaben der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft schrieben der mutmaßliche Täter und seine Ehefrau in den Stunden vor der Attacke Dutzende Textnachrichten mit ausschließlich religiösem Inhalt. Die Zeit der Frau in Gewahrsam wurde mehrfach verlängert. Normalerweise sind für den anfänglichen Polizeigewahrsam in Frankreich 24 Stunden vorgesehen. Indes wurde die Ehefrau eines mutmaßlichen IS-Helfers aus Dortmund auf dem Weg nach Paris wegen Terrorverdacht verhaftet, wie ruhr24.de* berichtet.

Nach Messerattacke in Paris - waren Anzeichen der Radikalisierung erkennbar?

Update vom 6.10. um 12.05 Uhr: Nach der Messerattacke in der Polizeipräfektur in Paris soll untersucht werden, ob Anzeichen einer Radikalisierung des Tatverdächtigen erkennbar waren. Er habe die Geheimdienstaufsicht gebeten, eine eingehende Überprüfung der Aufdeckung und Behandlung von Radikalisierungsprozessen in allen an der Terrorismusbekämpfung beteiligten Geheimdiensten durchzuführen, erklärte Premierminister Edouard Philippe am Sonntag auf Twitter. Die Prüfung solle zeigen, ob die Erkennungs- und Meldewerkzeuge in der Geheimdienstabteilung der Polizeipräfektur vorhanden waren und funktionierten, so Philippe.

Ein „Null-Risiko“ gebe es nie, schrieb der Premier. „Aber wir müssen immer die Maschen des Netzes verengen.“ Der Angreifer, der am Donnerstag im Polizeihauptquartier in der französischen Hauptstadt vier Menschen mit einem Messer tötete, hatte der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft zufolge Kontakt zu mutmaßlich salafistischen Kreisen. Der 45-Jährige war demnach vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert und hatte in den Stunden vor der Tat religiöse Nachrichten mit seiner ebenfalls muslimischen Ehefrau ausgetauscht.

Messerattacke von Paris: Angreifer war radikaler Anhänger des Islam

Update vom 5.10. um 16.50 Uhr:Der Tatverdächtige im Fall der tödlichen Messerattacke im Pariser Polizeihauptquartier hat den Ermittlern zufolge mit mutmaßlichen Salafisten Kontakt gehabt. Der 45-Jährige sei vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert, sagte Chefermittler Jean-François Ricard am Samstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Er wird deswegen nun als radikaler Anhänger des Islam bezeichnet. Pikanterweise arbeitete der Mann selbst in einer Abteilung, die gegen Terrorbedrohungen angeht. 

Fünf Todesopfer bei Messerattacke in Paris: Terror- Spezialisten nehmen Ermittlungen auf 

18.45 Uhr: Nach der tödlichen Messerattacke am Donnerstag im Pariser Polizeihauptquartier haben Anti-Terror-Spezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. Die Ermittlungen seien aufgrund der bisherigen Erkenntnisse von den Anti-Terror-Spezialisten übernommen worden.

Über das Motiv des Täters war in Frankreich gerätselt worden. Medien berichteten, dass der 45-jährige Angreifer 2017 zum Islam konvertiert sein. Am Morgen hatte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye noch erklärt, dass es bisher keine Hinweise auf eine Radikalisierung des Angreifers gebe. Der Pariser Polizeipräsident Didier Lallement hatte am Nachmittag gesagt, dass keine Hypothese bei den Ermittlungen ausgeschlossen werden könne. 

Nun werde sowohl wegen Mordes und versuchten Mordes als auch wegen Terror-Verdachts ermittelt. 

Tödliche Messerattacke in Paris: Fünf Todesopfer - neue Details zu mutmaßlichen Täter

Update vom 4. Oktober 2019, 6.15 Uhr: Ermittler suchen nach der Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur nach dem Motiv des Angreifers. Der 45-jährige Mitarbeiter tötete vier Menschen mit einem Messer. Der Angreifer selbst wurde erschossen. 

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Laut Medien ist der wahrscheinliche Hintergrund der Tat ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde. Ein terroristischer Hintergrund könne aber nicht ausgeschlossen werden. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert, die Angst vor Attentaten ist deshalb hoch.

Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters wurde durchsucht, sagte Chefermittler Rémy Heitz. Wie Justizkreise ergänzten, wurde die Frau des Täters in Polizeigewahrsam genommen.

Laut Medien war der 45-Jährige in der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de renseignement“ der Polizeibehörde eingesetzt - in dieser Abteilung geht es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen.

Tödliche Messerattacke in Paris: Fünf Todesopfer - Details zum mutmaßlichen Täter durchgesickert 

20.31 Uhr: Noch immer herrscht Unklarheit über die Hintergründe der Messerattacke in Paris, nun bestätigte Christophe Crepin, Sprecher der Gruppe „France Police – Polizisten in Wut“ bei einem Presseauftritt Spekulationen über einen beruflichen Konflikt. Demnach habe der mutmaßliche Täter möglicherweise Probleme mit seinem Abteilungsleiter gehabt. Auf eine Bedrohung durch den 45-Jährigen habe jedoch nichts hingedeutet. Ein weiteres Opfer der Tat werde währenddessen noch immer operiert.   

Attacke in Paris: Weitere Opfer verletzt - Polizei durchsucht Wohnung 

17.19 Uhr: Wie die Bild unter Berufung auf die französische Zeitung „Le Parisien“ wissen will, soll es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 45-jährigen Mann handeln, der unter Schwerhörigkeit leide und bei der nachrichtendienstlichen Abteilung der Polizei gearbeitet haben. 

17.14 Uhr: Nach einem Angriff in der Polizeipräfektur von Paris mit mehreren Toten hat Frankreichs Innenminister Christophe Castaner nähere Angaben zum mutmaßlichen Täter gemacht. Der Mann sei ein 45 Jahre alter Angestellter in der Verwaltung gewesen und zuvor nie negativ aufgefallen, sagte Castaner am Donnerstag vor der Polizeistation in der französischen Hauptstadt. Der mutmaßliche Täter habe seit 2003 in der Polizeipräfektur gearbeitet.

Bei den Opfern handle es sich um eine Frau und drei Männer, erklärte der Pariser Chefermittler Rémy Heitz, der Castaner begleitete. Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters werde durchsucht, so Heitz. Die Ermittlungen blieben zunächst bei der Staatsanwaltschaft von Paris. Er stehe aber im ständigen Kontakt mit der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Weitere Untersuchungen sollten Licht in das Motiv der Tat bringen.

Fünf Tote nach Messerattacke in Paris - Erste Vermutungen zum Motiv des Täters

Update von 16.42 Uhr: Die genauen Hintergründe der Messerattacke sind noch immer unklar, doch wie der Nachrichtensender BFMTV wissen will, soll es sich bei den Todesopfern um eine Frau und drei Männer handeln. Der Angreifer befindet sich ebenfalls unter den Toten. Demnach soll es auch weitere Verletzte geben, doch die genauen Hintergründe sind noch unklar. Auch die Polizei selbst äußerte sich bislang nicht zu den genauen Hintergründen. 

Angriff in Paris: Bürgermeisterin bestätigt Messerattacke 

Update von 16.02 Uhr: Nach einem Angriff in der Polizeipräfektur mit mehreren Toten in Paris hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron den Tatort besucht. Macron habe den Mitarbeitern der Polizeistation seine Unterstützung und Solidarität bekundet, hieß es am Donnerstag aus Élyséekreisen. Er wurde demnach von Innenminister Christophe Castaner und dem französischen Innenstaatssekretär Laurent Nuñez begleitet. Der Präsident sei gut 35 Minuten bei der Polizeipräfektur gewesen.

Update von 15.39 Uhr: Paris steht unter Schock nach der tödlichen Messerattacke in einer Polizeipräfektur im Herzen der französischen Hauptstadt. Inzwischen hat auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo via Twitter ihr Beileid bekundet: „In meinem Namen und dem der Pariser, meine ersten Gedanken gehen an die Familien der Opfer und deren Angehörige.“

Paris weint nach Messerattacke in Polizeipräfektur

Des Weiteren schreibt sie, die Stadt würde seit dem frühen Nachmittag um ihre Bürger weinen, denn nach der „entsetzlichen Attacke“ haben mehrere Polizisten ihr Leben verloren. 

Update vom 03.10.2019, 15.22 Uhr: Nach der Messerattacke in einer Pariser Polizeipräfektur kommen langsam immer mehr Hintergründe ans Licht. So berichtet die dpa, der Angreifer sei ein Verwaltungsmitarbeiter gewesen, der vermutlich wegen eines internen Konflikts innerhalb der Polizeibehörde zu seiner Tat bewogen wurde. 

Gegen 13 Uhr soll er mit einem Keramikmesser auf seine Kollegen eingestochen haben und danach erschossen worden sein. Inzwischen hat die Polizei den Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame weiträumig abgesperrt und patrouilliert unter anderem auch in einem Schlauchboot auf der Seine. 

Erstmeldung vom 03.10.2019, 14.43 Uhr

Fünf Tote nach Messerattacke in Paris - Hintergrund bisher unklar

Ursprungsmeldung vom 3. Oktober 2019, 14.43 Uhr: Paris  - Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind laut französischen Medien insgesamt fünf Menschen getötet worden. Vier davon seien Polizisten, auch der Angreifer soll demnach tot sein. Das berichten unter anderem die Nachrichtensender BFMTV und Franceinfo am Donnerstag.

Wie mehrere Medienberichte übereinstimmend erklären, sei der Angreifer ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizeipräfektur, die im Herzen der Hauptstadt liege. BFMTV berichtete, wahrscheinlicher Hintergrund der Tat sei ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde. Der Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde weiträumig abgesperrt. Laut BFMTV kam Innenminister Christophe Castaner zum Tatort.

Messerattacke in Paris: Hintergründe unklar

Die Tat ereignete sich demnach gegen 13.00 Uhr in der Polizeipräfektur. Der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt, berichtete BFMTV. Er sei nach dem Angriff erschossen worden. Die Polizei äußerte sich bislang nicht zu den Berichten. 

dpa

Mitte April kam es in der französischen Hauptstadt zu einem Großbrand der Kirche Notre Dame. Die Kathedrale wurde teilweise zerstört. In Dortmund hat ein Zwölfjähriger Kinder mit einem Messer bedroht - und zückte dann eine Pistole, wie ruhr24.de* berichtet.

*ruhr24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Unglück in Bergwerk: Neue Details zu verletzten Bergmännern 
Unglück in Bergwerk: Neue Details zu verletzten Bergmännern 
Urlaubsfoto wird Internet-Kracher: Sehen Sie das schräge Detail?
Urlaubsfoto wird Internet-Kracher: Sehen Sie das schräge Detail?
Paar möchte dieses Verlobungsfoto nachstellen - das Resultat sorgt für Lacher
Paar möchte dieses Verlobungsfoto nachstellen - das Resultat sorgt für Lacher
Entführungsalarm am Flughafen Schiphol - Fluglinie veröffentlicht seltsame Entschuldigung
Entführungsalarm am Flughafen Schiphol - Fluglinie veröffentlicht seltsame Entschuldigung

Kommentare