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Flughafen-Chaos in NRW zum Beginn der Sommerferien: Düsseldorf erlebt „Desaster mit Ansage“

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Von: Kai Hartwig

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Im ersten deutschen Bundesland haben die Sommerferien begonnen. Nordrhein-Westfalens größter Flughafen erlebt bereits vor dem Urlauberansturm Chaos.

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen haben die Sommerferien begonnen. Als erstes der 16 Bundesländer wurden die etwa 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler dort am Freitag (24. Juni) in den Urlaub entlassen. Sechs Wochen lang herrscht in NRW nun schulfrei – damit fiel auch der Startschuss für den Sommerurlaub.

Durch den Ferienbeginn in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland droht an den Flughäfen, in der Bahn und auf den Autobahnen Chaos. Einen Vorgeschmack darauf bekam der Düsseldorfer Flughafen bereits am Freitagvormittag. Dort bildeten sich lange Warteschlangen bei der Gepäckaufgabe und an den Sicherheitskontrollen. Und das, obwohl die Schul-Urlauber noch gar nicht unter den Reisenden waren.

Flughafen Düsseldorf: Flugausfälle und riesige Warteschlangen – Ferienbeginn dürfte Lage verschlimmern

Laut einem Bericht der Bild fielen diverse Flüge ab Düsseldorf aus, die Urlauber mussten ihre Abreise gezwungenermaßen verschieben. Sie waren eigenen Angaben zufolge schon viele Stunden vor dem Abflug am Airport, geholfen hatte das nicht. „Das hier ist ein Desaster mit Ansage“, befand Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim gegenüber dem Portal: „Wir haben bereits im vergangenen Sommer gesagt, dass die Personaldecke im Sicherheitsbereich nicht ausreichend ist, um das erhöhte Fluggastaufkommen bedienen zu können.“

Passagiere stehen am Check-In Schalter von Eurowings am Flughafen Düsseldorf an
Am Flughafen Düsseldorf herrschten am Freitag (24. Juni) chaotische Zustände. Der Urlauber-Andrang verursachte lange Warteschlangen. © Thomas Banneyer/dpa

Der Gewerkschafter fragte sich, wie sich die Lage erst darstellen soll, „wenn die Familien mit den Kindern hier aufschlagen“. In Düsseldorf erwartet Nordrhein-Westfalens größter Flughafen schon am ersten Ferienwochenende über 200.000 Passagiere, Köln/Bonn etwa 150.000. Während der gesamten NRW-Sommerferien sollen sogar drei Millionen Fluggäste allein in der Landeshauptstadt abheben.

Flughäfen droht noch mehr Chaos wegen Personalmangel – 5500 Mitarbeiter fehlen vor dem Ferienandrang

Doch der Andrang der Passagiere kommt für Düsseldorf und die anderen deutschen Flughäfen zur Unzeit. Derzeit kämpfen die Fluggesellschaften mit akutem Personalmangel. Die Lufthansa musste bereits zahlreiche Flüge streichen. „Derzeit fehlen nach Angaben der Flugverkehrswirtschaft in allen Bereichen rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, gab das Bundesverkehrsministerium jüngst an. Laut Schätzungen der Flughafenbetriebsräte fehlen bundesweit etwa 5500 Mitarbeiter.

Viele der ehemaligen Arbeitskräfte an den deutschen Flughäfen hatten sich aufgrund der Corona-Pandemie neue Jobs suchen müssen. Die Ausbreitung des Coronavirus hatte die Zahl der Flüge extrem limitiert, die Mehrheit der Airport-Mitarbeiter musste nun anderweitig ihr Geld verdienen. Und fehlt jetzt an allen Ecken und Enden.

Düsseldorfs Flughafenchef befürchtet „Unregelmäßigkeiten, Verzögerungen und lange Schlangen“

In Düsseldorf versuchte man dem Mitarbeitermangel mit Kreativität entgegenzutreten. Studenten unterstützen die Servicekräfte, eine gezielte Koordination an den Sicherheitskontrollen soll die Abläufe effizienter machen. Zudem werden ab drei Uhr morgens sogenannte Früh-Check-Ins angeboten.

Doch Düsseldorfs Flughafenchef macht sich keine Illusionen: „Leider wird dies bei weitem nicht ausreichen, um die personellen Engpässe der Dienstleister von Airlines und Bundespolizei auszugleichen. Daher befürchten wir, dass die Reisen zahlreicher Passagiere mit Unregelmäßigkeiten, Verzögerungen und langen Schlangen beginnen oder enden.“ Das Flughafen-Chaos dürfte also weitergehen. (kh)

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