Schlechte Vorbilder

Pfadfinder-Leiter zerstören Naturwunder

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Der Pfadfinder-Leiter rüttelt am Felsen, bis dervon seinem Sockel rollt.

New York - In wenigen Sekunden haben amerikanische Pfadfinder-Leiter kaputt gemacht, wofür die Natur Millionen von Jahren brauchte, um es zu erschaffen. Ihre Ausrede will ihnen niemand abnehmen.

Pfadfinder - und vor allem deren Leiter - sollten eigentlich gute Vorbilder für andere sein. Doch als das Gegenteil davon stellen sich drei amerikanische "Boy Scout Leaders" auf einem selbst gedrehten Video dar, das ihnen jetzt mächtig Ärger einbringt. Das knapp eine Minute lange Filmchen zeigt, wie einer von ihnen an einem kugelförmigen Fels rüttelt, der auf einem sockelartigen anderen Felsen sitzt. Schließlich bricht der Fels ab und stürzt zu Boden. Die beiden Kollegen des Mannes jubeln und geben ihm "High Fives".

Es handelt sich eine der Steinformationen eines Nationalparks im US-Bundesstaat Utah, die Wind, Wasser und Erosion in Millionen von Jahren zu  "Figuren" formten. Jedes Jahr besuchen Zehntausende Besucher den Goblin Valley State Park, um die eigentümlich geformte Steine zu bestaunen, die an Pilze oder Kobolde („Goblins“) erinnern. Sie entstehen, wenn ein härterer Fels auf einem weicheren liegt. Die ältesten, die in dem Park zu finden sind, stammen aus der späten Jura-Zeit und sind etwa 160 Millionen Jahre alt.

Sehen Sie hier das Video

Einer der Männer hatte das Video von dem Vorfall auf seinem Facebook-Profil gepostet und nach Protesten heruntergenommen. Eine Kopie des Clips tauchte jedoch auf Youtube auf, wo sie innerhalb von zwei Tagen bereits knapp 3,4 Millionen Mal angeklickt wurde. Die überwältigende Mehrheit der Kommentare sind wüste Beschimpfungen des Trios.

Ausrede "Leben retten"?

Auf der Aufnahme erklärt der Kameramann, die Gruppe würde mit ihrer Aktion Leben retten, denn der Fels könne sich jederzeit vom Sockel lösen und ein kleines Kind erschlagen, wenn es dort vorbei geht. Stolz weist er darauf hin, sie hätten den Park jetzt "verändert". Angesichts der ausgelassenen Reaktion glauben die meisten aber, dass die Männer nur Unsinn im Sinn hatten.

"Es ist nicht nur falsch, es wird auch Konsequenzen nach sich ziehen", sagte der Sprecher des Parks der "Salt Lake Tribune". Die Männer hätten die Parkverwaltung kontaktieren müssen, wenn sie der Meinung waren, dass von dem Felsen eine Gefahr für Besucher ausginge. Man wolle Anzeige erstatten.

hn/dpa

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