Mitten in Florenz

Irres Video: Pferd mit Kutsche reißt aus und läuft in Menschenmenge - Beleidigungen im Netz folgen

In Florenz nahm ein Pferd Reißaus und lief in eine Menschenmenge.
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In Florenz nahm ein Pferd Reißaus und lief in eine Menschenmenge.

In Florenz konnte sich plötzlich ein Pferd von seinem Geschirr befreien und galoppierte los – mehrere Menschen nahmen Reißaus. Es folgte ein Aufschrei in den sozialen Medien.

Florenz - Pferdekutschen gehören in Florenz zum Stadtbild. So auch am Piazza della Signoria, einem der berühmtesten Plätze Italiens*. Ein kleiner Fehler sorgte an diesem geschichtsträchtigen Ort nun für einen großen Schreck: Das Pferd Pallino konnte sich von seinem Kutsch-Geschirr lösen und galoppierte los. Es rannte auf mehrere Menschen zu, zwischen parkenden Autos hindurch und verlor dabei die Kutsche, die in die Wagen kracht und dabei kaputtgeht. Die Menschen konnten rechtzeitig reagieren und sich in Sicherheit bringen. Der Moment der Freiheit endete für Pallino schnell: Er lief die Treppen der Loggia dei Lanzi hoch und befand sich dann in einer Sackgasse. Der Besitzer konnte sein Pferd einfangen.

Zwischenfall in Florenz: Pferd wohlauf, Besitzer verletzt

Der Besitzer Paolo Panconi hatte das Geschirr nicht fest genug angezogen, wie er gegenüber dem Cavallo Magazine einräumte. Dadurch konnte sich das Pferd von der Kutsche lösen. Pallino sei neu und deshalb noch nicht an seine Aufgabe gewöhnt. Er habe das Tier gleich im Anschluss zum Tierarzt gebracht, dieser habe dem Besitzer bescheinigt, dass es Pallino gut gehe. Paolo Panconi selbst wurde stärker in Mitleidenschaft gezogen. Im Video ist zu sehen, wie er mitgerissen wird, auf den Boden fällt und die Kutsche ihn überrollt. „Ich bin unter dem Wagen gelandet, habe einen sehr geschwollenen Knöchel und kann mich nur schwer bewegen“, so Panconi. Doch die Verletzung schmerze ihn nicht so sehr wie das, was er in den sozialen Medien lesen müsse.

Soziale Medien solidarisieren sich mit Pallino dem Pferd

Der Facebook*-Nutzer Maurizio Montebello hatte das Video vom Vorfall in den sozialen Medien geteilt. Der häufigste Kommentar war wohl „Poverino“, was so viel wie „armes Ding“ bedeutet. Die Menschen zeigten Mitleid mit dem Pferd, das im Video für seine Freiheit zu kämpfen schien. Doch bald kippte die Stimmung. Die Social-Media-Nutzer machten dem Besitzer Vorwürfe: Von Arbeitszwang war die Rede. Der Besitzer solle das Pferd schnellstmöglich von seinem Joch befreien. „Warum gehen die Touristen nicht zu Fuß und lassen diese armen Tiere in Ruhe“, schreibt eine Nutzerin. „Wir befinden uns im Jahr 2021 und der Besitzer erlaubt sich, ein Pferd in der prallen Sonne zu halten“, sagt ein anderer.

Panconi: „Wenn ich die Gurte besser angezogen hätte, würden wir über etwas anderes reden“

Neben diesen kritischen Nachrichten, waren auch Beleidigungen zu lesen. Diese Beleidigungen machen ihn traurig, sagt Paolo Panconi. Zwei Kollegen des Pferdehalters kommen ihm zu Hilfe: „Jeder von uns kann von den Bindungen erzählen, die wir zu unseren Tieren haben, und jeder von uns hat mindestens zwei Pferde, die sich [...] abwechseln“, sagen sie dem Cavallo Magazine. So stelle man sicher, dass sich die Pferde nicht überanstrengen.

Panconi selbst erzählt dem Magazin von seinem 17 Jahre alten Pferd Otello, das vor Pallino Kutschen zog: „Ich habe ihn nach dem Ende der Pandemie einem Freund geschenkt, und jetzt grast er glücklich in Mugello, wo er seine letzten Tage verbringen wird.“ Wo Fehler sind, da ist auch Erfahrung, sagte einst der Schriftsteller Anton Tschechow. Panconi jedenfalls wird nicht mehr vergessen, das Geschirr richtig festzuzurren: „Wenn ich die Gurte besser angezogen hätte, würden wir über etwas anderes reden“, so der Italiener.

Andernorts in Italien sorgte kein Pferd, sondern ein Schwein für Ärger: In Rom rief ein Spanferkel Tierschützer auf den Plan.
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