Taifun Haiyan

Philippinen: Hilfe aus Deutschland läuft an

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Deutsche Ärzte vor einem Hubschrauber auf dem Weg ins Katastrophengebiet.

Bonn - Nach dem Taifun Haiyan sind Hilfsgüter und Erkundungsteams aus Deutschland auf dem Weg in die Katastrophengebiete auf den Philippinen.

Erste Lieferungen mit Planen und Decken seien in der Hauptstadt Manila angetroffen und würden nun für den Weitertransport vorbereitet, teilte World Vision am Montag mit.

Zu den deutschen Organisationen, die sich in dem südostasiatischen Inselstaat engagieren, gehören unter anderem die Welthungerhilfe, Care, Cap Anamur, der Arbeiter-Samariter-Bund sowie die kirchlichen Hilfswerke missio, Misereor, Caritas international und die Malteser. Benötigt würden jetzt vor allem sauberes Trinkwasser, Unterkünfte, Nahrungsmittel und Medikamente, hieß es.

Der Sturm traf am Freitag auf die Philippinen und richtete insbesondere auf den Inseln Leyte und Samar schwere Verwüstungen an. Mit Windgeschwindigkeiten von teils über 300 Stundenkilometern handelte es sich um einen der stärksten tropischen Wirbelstürme überhaupt. Über Vietnam, wo bereits Tausende Menschen in Erwartung des Taifuns evakuiert worden waren, schwächte sich der Sturm unterdessen ab.

Spur der Verwüstung nach Taifun Haiyan

Spur der Verwüstung nach Taifun Haiyan

In den philippinischen Katastrophengebieten blieb die Lage laut Augenzeugenberichten unübersichtlich. Care-Mitarbeiterin Sandra Bulling sprach im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) von apokalyptischen Szenen. Helfer machen sich teilweise zu Fuß, mit dem Motorrad oder per Boot in die besonders betroffenen Regionen auf. Beobachter verglichen die Situation mit der nach dem Tsunami 2004. Insgesamt kämpften vermutlich rund zehn Millionen Menschen mit den Folgen des Taifuns; mindestens 750.000 verloren ihr Obdach. Die Zahl der Toten könnte Schätzungen zufolge auf über 10.000 steigen.

Unterdessen rief der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino den nationalen Notstand aus. Damit sind Preiserhöhungen für Lebensmittel und bestimmte Güter des täglichen Bedarfs sowie Medizin und Treibstoffe verboten. Zugleich verpflichtet sich die Regierung zu zinsfreien Darlehen für Katastrophenopfer.

Spende von Papst Franziskus

Papst Franziskus spendete 150.000 US-Dollar (112.000 Euro) für die Bewältigung der Katastrophe. Das Geld werde über den päpstlichen Rat für humanitäre Hilfe „Cor Unum“ an die katholische Kirche auf den Philippinen weitergeleitet. Mit der Spende bekunde Franziskus zugleich „geistliche Nähe und väterliche Ermutigung“.

Der verheerende Wirbelsturm bestimmte auch die Debatten rund um den ersten Tag des UN-Klimagipfels in Polen. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung warnte, Katastrophen wie die auf den Philippinen könnten sich in Zukunft wiederholen. „Hoffen wir, dass der Weckruf gehört wird“, sagte die Klima-Expertin von Misereor, Anika Schroeder, der KNA.

kna

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