Tabu-Thema im Dienst

Homosexualität bei Polizei oft das Karriere-Aus

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Thomas Ulmer ist der Vorsitzende des Verbands für lesbische und schwule Polizeibedienstete.

Stuttgart - Homosexualität ist auch bei der Polizei ein Tabuthema: Der Vorsitzende des Verbands VelsPol berichtet von massiven Karriere-Benachteiligungen geouteter Beamter.

Viele schwule und lesbische Polizeibeamte in Deutschland schrecken davor zurück, sich zu outen. „Homosexualität ist auch bei der Polizei nach wie vor leider ein Tabu-Thema. Viele Kollegen haben Angst davor, sich dazu zu bekennen“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands für lesbische und schwule Polizeibedienstete, Thomas Ulmer (51), der Nachrichtenagentur dpa.

Die Beamten befürchteten, dass ein Coming-Out wie das des früheren Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger einen Karriereknick nach sich ziehen könnten, sagte Ulmer. Seiner Ansicht nach werden Homosexuelle in der Berufslaufbahn tatsächlich benachteiligt. Sie hätten Schwierigkeiten an hohe Posten zu kommen.

Der Verband schätzt, dass von den 260 000 Polizei-Bediensteten von Bund und Ländern etwa bis zu zehn Prozent homosexuell sind. Der Verband bietet Lesben und Schwulen Hilfe an, mit ihrer Neigung umzugehen. Ulmer kritisierte, deutsche Polizeischüler wüssten nach dem Verlassen allgemeinbildender Schulen zu wenig über Homosexualität und hätten oftmals Hemmungen im Umgang mit Schwulen und Lesben.

dpa

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