Indirekte Verbindung zu NSU-Morden?

Polizist: "Ich bin Spielball der Politik"

Erfurt - Ein Polizist wurde verdächtigt, Neonazis aus dem Umfeld der Terrorzelle NSU Informationen über geheime Aktionen der Polizei unterrichtet zu haben. Jetzt schlägt der Beamte zurück - mit einem Brief.

Ein der Zusammenarbeit mit Neonazis verdächtigter Polizist aus Thüringen will sich gerichtlich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen. Er sei ein Bauernopfer und Spielball der Politik, schrieb der Beamte in einem Brief an die NSU-Untersuchungsausschüsse des Bundestags und des Thüringer Landtags, aus dem die „Thüringer Allgemeine“ vom Freitag zitiert. Sein Name werde durch den Dreck gezogen, weil Politiker über den Verdacht redeten, als sei er bewiesen. Er habe an Eides statt versichert, dass keiner der Vorwürfe zutreffe. Dennoch habe ihn das Innenministerium aus dem Verfassungsschutz, wo er zuletzt arbeitete, zurück in den Polizeidienst versetzt.

Der Polizist soll Medienberichten zufolge das Umfeld der NSU-Terroristen in den 1990er Jahren möglicherweise über geheime Aktionen der Sicherheitsbehörden informiert haben. Dabei habe er 1999 auf Grund seiner einfachen Stellung nichts über geheime Polizeiaktionen gegen Rechtsextremisten wissen können. Erst später - nachdem man ihn der schärfsten Sicherheitsprüfung unterzogen hatte - wurde er zum Dienst beim Verfassungsschutz befördert.

Polizist: Ein Neonazi hat mich denunziert

Dort wurde man erst nach dem Auffliegen des Terror-Trios in den alten Akten auf den Hinweis aufmerksam, dass der Polizist Verbindungen ins Nazi-Milieu gehabt haben soll, berichtet die "Thüringer Allgemeine" weiter. Erst jetzt sei er zum ersten Mal mit den Vorwürfen konfrontiert worden, schreibt der Polizist. Daraufhin habe er alle Anschuldigungen in einer eidesstattlichen Erklärung als unwahr zurückgewiesen. Trotzdem sei er noch vor dem Abschluss der Untersuchung in den einfachen Polizeidienst versetzt worden. Der Thüringer Verfassungsschutz hat inzwischen mitgeteilt, dass Ermittlungen den Verdacht nicht bestätigt hätten.

Der Polizist prangert nun gegenüber der "Thüringer Allgemeinen" an, dass die Vorwürfe öffentlich und sein Name in den "Dreck gezogen" wurde. Seine Erklärung für den Verdacht, er hätte Kontakte ins rechte Milieu unterhalten: Ein Neonazi, den er als Polizist mehrmals festgenommen hatte, habe ihn "durch Falschaussagen" denunziert. Dessen sei er sich sicher, schreibt der Polizist in seinem Brief.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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