Steht das da wirklich?

Pompeji: Spektakulärer Fund! Antike Imbissbude entdeckt - mit einer völlig bescheuerten Inschrift

Ein undatiertes Foto zeigt das Thermopolium im archäologischen Park von Pompeji. Archäologen haben einen intakten Tresen in einer antiken Imbissbude aus der Zeit des Untergangs der Stadt ausgegraben. Die "Snack Bar", wie sie das Museum bezeichnete, sei eine der ältesten in Pompeji. Ein Thermopolium ist eine römische Gaststätte. | Handout
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Die Überreste in Pompeji überraschten die Forscher.

Die Ausgrabungen in Pompeji laufen schon viele Jahre und brachten manchen spannenden Fund zutage. Was Forscher jetzt entdeckten, überraschte sie aber dennoch.

Pompeji - Vermutlich wird das Coronavirus und seine globalen Auswirkungen den Weg in unsere Geschichtsbücher finden. Im Museum wird die Pandemie aber vermutlich nicht so schnell landen wie der Ausbruch des Vesuvs. Das Unglück und die Überreste von Pompeji üben dagegen seit Jahrhunderten eine unvergleichliche Faszination aus. Seit dem 18. Jahrhundert werden die 79 n. Chr. unter Lava, Stein und Schlamm begrabenen Überreste jetzt schon ausgebuddelt und ausgestellt. Das neue Fundstück, das jetzt im Parco Archeologico in Pompeji zu sehen ist, überraschte die Archäologen dennoch.

In bunten Farben bemalt, gibt es einen detaillierten Einblick in den Alltag der Stadt Pompeji. Der komplett erhaltene Steintresen, Überreste von Speisen und Getränken, kleine „Graffiti“: Die Archäologen haben eine antike Imbissbude ausgegraben. Das Thermopolium oder die „Snack Bar“, wie sie das Museum bezeichnet, sei eine der ältesten in Pompeji, teilte der Parco Archeologico laut dpa am Samstag mit. „Die Möglichkeiten, dieses Thermopolium zu studieren, sind außerordentlich, weil zum ersten Mal ein Areal dieses Typs in seiner Gesamtheit ausgegraben wurde“ betonte ein Vertreter des Museums.

Ein spektakulärer Fund in Pompeji: Hier gönnte man sich 79 Jahre nach Christus einen Snack ...

Der gelb bemalte Tresen ist mit farbenfrohen Bildern bemalt. Neben einer Nymphe auf einem Seepferdchen ist der Tresen vor allem mit Alltagssituationen und Tieren verziert. Die abgebildeten Enten und ein Hahn waren wohl Tiere, die in hier geschlachtet und verkauft wurden. In dem Steintisch sind außerdem Löcher eingekerbt, bei denen die Forscher laut dpa davon ausgehen, dass darin die Lebensmittel zum Verkauf auslagen. 

Spektakulärer Fund in Pmpeji: Wer hat hier wohl Snacks verkauft?

In Imbissbuden sitzen, ein Hühnchen essen und tratschen - schon im ersten Jahrhundert scheint das in Pompeji eine beliebte Beschäftigung gewesen zu sein. Die bunt bemalte Bar lädt zu Spekulationen ein: Wer hat hier gelebt? Wer schenkte die Getränke aus und welcher antike Witzbold hatte an der Seite auf Lateinisch „.Nicias schamloser Scheißer“ eingeritzt? Die Experten vermuten dabei, „Nicias“ könnte der Wirt der Bar gewesen sein. Bei ihren Ausgrabungen 2019 fanden sie in den bunt bemalten Überresten auch menschliche Knochen. Ersten Erkenntnissen der Experten zufolge handelt es sich um die Überreste eines damals etwa 50 Jahre alten Menschen, der vermutlich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf einer Art Bett lag. Weitere Überreste würden noch untersucht. 

Es könnte also ein 50-jähriger Nicias gewesen sein, der hier Erfrischungsgetränke und seinen stadtbekannten Gänsebraten servierte. Nicias lag wohl machtlos im Bett, als eine tödliche Masse aus Asche, Lava und Schlamm seine Stadt unter sich begrub. Sein Geschäft wurde für immer geschlossen. Während auch im hier und jetzt „Snack Bars“ jeglicher Art geschlossen bleiben, können wir im Gegensatz zu Nicias allerdings von einer vorübergehenden Schließung ausgehen - Glück gehabt.

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