„Tränen in die Augen geschossen“

Porsche-Käufer findet in geheimem Fach alte Liebesbriefe - sie erzählen ein tragisches Schicksal

Ein Porsche 356 B
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Die verschollenen Liebesbriefe tauchten in einem Porsche 356 B auf. (Symbolbild)

In einem alten Porsche in der Schweiz tauchten Liebesbriefe aus den 70er Jahren auf. Sie dokumentieren eine unmögliche Liebe zwischen einer ledigen Frau und einem Familienvater.

Rotkreuz ZG/Schweiz - Alte Gegenstände bringen immer eine Geschichte mit sich. Wer freut sich nicht, wenn beispielsweise ein auf dem Flohmarkt gekauftes Buch voll mit uralten Notizen ist? Oder auf dem Dachboden ein Tagebuch der Uroma auftaucht? Eine ähnliche Entdeckung hat der Makler Roby Glück aus Rotkeuz im Kanton Zug in der Schweiz gemacht, beziehungsweise verhalf er jemandem, sie zu machen.

Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick berichtet, vermittelte Glück 2006 einen Porsche* 356, Baujahr 1961 aus einer Berner Sammlung an einen osteuropäischen Spirituosenhersteller. Dieser restaurierte das Prachtexemplar, nahm das Fahrzeug dafür komplett auseinander und fand: ein Stapel Papier. Es waren Briefe, die von einer tragischen Liebesgeschichte zeugen.

Verschollene Briefe im Kult-Porsche: Von der Schweiz nach Osteuropa und wieder zurück

2017 beauftragte der Osteuropäer den Schweizer Glück damit, das Auto wieder zu verkaufen. Und übergab ihm auch die Liebesbriefe. „Ich habe nur ein paar Zeilen gelesen, und mir sind die Tränen in die Augen geschossen“, sagt Glück. „Es muss die tragischste Liebesgeschichte dahinter stehen, die man sich nur vorstellen kann.“

In den Briefen geht es um die verbotene Liebe zwischen der alleinerziehenden Silvia und Familienvater Robert. Es ist der Sommer 1971. Die Briefe sind auf dünnem Papier in Schreibschrift geschrieben. Darin kommt auch das Kleinkind Hannibal vor. Die Affäre zwischen Silvia und Robert begann wohl schon vor Hannibals Geburt. „Dem Kindli wollte ich Papa beibringen. Doch es sah mich nur verständnislos mit seinen blauen Augen an. Mein geliebter Mann, ich hätte damals Nein sagen sollen“, schreibt sie in einem der Briefe. „Ich konnte ja nicht ahnen, dass Du nicht nur Freundschaft willst.“

Alleinerziehende Mutter schrieb die Briefe wohl ins Reine und versteckte die Entwürfe im Porsche

Vermutlich sind die Briefe nur Entwürfe, die Silvia auf schönem Papier ins Reine geschrieben hatte. Die Entwürfe muss sie dann wohl im Porsche versteckt haben.

Silvia schreibt darin: „Deine Mutter hat mir ins Gewissen gesprochen, dass eine Frau, die einen verheirateten Mann liebe, eine Schlange sei und das Leben eines Kindes zerstöre.“ Deshalb müsse sie sich aus Roberts Leben zurückziehen. „In ewiger Liebe, Deine traurige Silvia.“

Im Video: Bei einer Versteigerung eines Ur-Porsche gerät alles außer Kontrolle

Rotkreuzer Unternehmer auf der Suche: Wer hat die Briefe im Porsche versteckt?

Doch wie viele Verliebte gibt es schon, die sich an das selbstauferlegte Kontaktverbot auch tatsächlich halten? Die traurige Silvia schaffte es auch nicht. „Ohne Dich ist das Leben kalt. Ich habe Sehnsucht. Kannst Du es nicht begreifen!!! Du musst doch fühlen, dass ich an Dich denke. Ich brauche Dich wie Luft.“ In einem anderen Brief schreibt sie: „Ich habe Dich gesehen. Doch ich bin fortgerannt. Wie sehr wünsche ich, ich könnte Dich sehen und alles wäre wieder gut.“

Seit drei Jahren lässt der Stapel dem Rotkreuzer Unternehmer keine Ruhe. „Ich habe einiges getan um die Autorin oder deren Familie zu finden. Ich glaube, dass es sie glücklich machen würde, wenn ich die Briefe zurückgeben könnte.“ Fündig ist er aber noch nicht geworden.

Einen kuriosen Fund gab es auch an der US-Ostküste. Dort wurde nach 50 Jahren ein seltener Oldtimer in einer Garage entdeckt. (ma) * tz.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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