1. tz
  2. Welt

Britischer Kunde will nur einen Brief verschicken - und verzweifelt an der Deutschen Post

Erstellt:

Von: Kai Hartwig

Kommentare

Ein britischer Kunde verschickt in Deutschland einen Brief. Der kommt allerdings wieder zurück - und sorgt für völlige Ratlosigkeit bei dem Briten.

München - Die deutsche Sprache gilt für viele ausländische Menschen als besonders schwer zu erlernen. Wie vielfältig es im Deutschen sein kann, zeigt sich oftmals auch in der Behördensprache hierzulande.

Deutsche Post
Zugestellte Briefe (pro Tag):59 Millionen
Mitarbeiter (Deutschland):150.000
Filialen und Verkaufspunkte (Deutschland):27.000

Brite will Brief innerhalb Deutschlands versenden - Umschlag kommt zu ihm zurück

Deren Tücken bekam nun offenbar auch ein Reddit-User zu spüren. Er hatte laut eigenen Angaben seine erste Postsendung innerhalb der Bundesrepublik verschickt. Mit überschaubarem Erfolg, wie kürzlich auch bei einem DHL-Kunden, der ein Paket versandt hatte.

Der Nutzer postete bei Reddit ein Bild seiner missglückten Postsendung. Dazu schrieb er: „Mein erster deutscher Brief kam zurück. Die Beschriftung zu übersetzen half mir nicht, zu verstehen, warum.“ Auf dem Post sieht man den ursprünglich verschickten Brief, der mit einem Aufkleber mit der Aufschrift „Zurück“ versehen ist. Zudem ist in der Liste der Rücksendegründe „Annahme verweigert“ angekreuzt und das Wort Nachgebühr eingetragen.

Dazu ist noch ein zweiter Umschlag auf dem Bild zu sehen. Der trägt das Label der Deutschen Post und einen Aufkleber mit dem Schriftzug „Nachentgelt 85 Cent“. Des Weiteren steht dort: „Guten Tag, diese Briefsendung enthält eine von Ihnen nicht ausgemachte Briefsendung mit Nachentgelt.“

Britischer Postkunde scheitert am Beamtendeutsch - „Bin Deutscher und habe diese Worte nie benutzt“

Zugegeben: Wer Deutsch nicht als Muttersprache hat, kann einen solchen Satz möglicherweise nicht so recht entziffern. Auch ein deutscher Reddit-User fühlte mit dem Briten mit. „Können wir darüber reden, wie etwas so Einfaches, wie das Versenden eines Briefes, eine höhere Sprache verwendet?“, warf er in die Diskussionsrunde: „So wie ‚freimachen‘ und ‚Nachentgelt‘. Ich bin Deutscher und habe diese Wörter noch nie benutzt.“

Der britische Post-Kunde erklärte unterdessen, wie es zu dem unbefriedigenden Erlebnis gekommen war.  „Ich habe in einem Laden nach Briefmarken für einen Brief innerhalb Deutschlands gefragt und sie haben mir die Marke gegeben“, schildert er. Auf seinem Post erkennt man, dass der Wert der Briefmarke auf dem Umschlag 85 Cent beträgt. Das reichte offenbar nicht.

Zwei Briefumschläge liegen auf einem Tisch
Dieser Brief ging zurück zum Absender. © Screenshot / reddit.com/leaveanimalsalone

„Muss ich für jeden Brief in Deutschland zwei nutzen?“, wollte der Brite wissen. Hier konnten die anderen User für Aufklärung sorgen. „Es kommt auf Gewicht und Größe an“ meinte einer. Ein anderer Nutzer ergänzte: „Als Faustregel gilt: Bei vier Standardseiten (20 g) sollten 85 Cent reichen. Mehr Seiten kosten mindestens einen Euro.“

Brite wirft Brief mit zu geringem Porto in den Briefkasten - Empfänger verweigert Annahme und Nachzahlung

So langsam dämmerte es dem Briten, warum seine Briefsendung zu ihm zurückkam. „Danke Euch allen! Ich bin in der Sache nun bestens aufgeklärt.“ Zudem gab er zu, er habe sich in dem Laden lediglich eine Briefmarke gekauft, nicht aber die den Umschlag samt Inhalt auswiegen lassen. Stattdessen frankierte der britische Postkunde diesen selbst und warf den Brief in einen Briefkasten.

Was ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden sollte: Der Briefempfänger hätte das Chaos längst zu einem glücklichen Ende bringen können. Dazu wäre es lediglich nötig gewesen, dass der Empfänger den zu gering frankierten Brief annimmt. Und die fehlenden 85 Cent begleicht. Warum er es ablehnte, den geringen Geldbetrag zu zahlen, blieb unterdessen offen. Vielleicht hätte er die Funktion „Email mit Bildvorschau“ nutzen sollen, die schon vor Empfang einen Blick in den verschickten Brief ermöglicht. Es hätte diesem eine wahre Odyssee erspart. (kh)

Auch interessant

Kommentare