Prozess um verhungerte Sarah: Arzt schildert schockierende Details

Nürnberg - "Fürchterlicher" Zustand: Arzt schildert schockierende Einzelheiten beim Auftakt des Prozesses um die verhungerte Sarah (3).

Unter großem Medieninteresse hat am Dienstag der Prozess um den Hungertod der dreijährigen Sarah aus dem fränkischen Thalmässing begonnen. Ihr Vater, ein 30 Jahre alter Lkw- Fahrer, muss sich wegen gemeinschaftlichen Mordes und Misshandlung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Mutter ist derzeit nicht verhandlungsfähig.

Das Vorlesen der Anklageschrift dauerte nur knapp drei Minuten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Eltern das Kind mehrere Monate vernachlässigten und es deshalb am 10. August 2009 verhungerte. In seiner Not habe das Mädchen Einmalwindeln aufgerissen und den Zellstoff gegessen, sagte die Anklägerin. Wegen der völlig unzureichenden Ernährung und des Bewegungsmangels habe Sarah erhebliche Schmerzen gehabt.

Ihr Vater hörte in sich zusammengesackt mit verschränkten Armen und ausdruckloser Miene zu. Äußern wollte er sich zu den Vorwürfen nicht. Im Anschluss schilderte der Arzt, der Sarah zwei Tage vor ihrem Tod in der Klinik aufgenommen hatte, wie das Mädchen ausgesehen habe. Ihr Zustand sei “fürchterlich“ gewesen. Sie habe hervortretende Sehnen und Druckstellen gehabt und nach Urin gerochen. Die Dreijährige sei bereits vor der Einlieferung durch den Notarzt reanimiert worden. “Sie hatte nur einen schwachen Puls.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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