Baba Wanga und Alois Irlmaier

Wilde Prophezeiungen für 2016: Angriff von IS oder Russland?

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Haben sie vorausgesagt, was im Jahr 2016 passiert? Die Baba Wanga und Alois Irlmaier sind berühmte Propheten.

München - Wilde Prophezeiungen für 2016: Glaubt man den Vorhersagen berühmter Wahrsager, dann greifen uns die Russen oder der IS an. All das ist mit höchster Vorsicht zu genießen.

Das Jahresende ist immer so ein Zeitpunkt, an dem die Menschen darüber sinnieren, was die kommenden zwölf Monate wohl so alles bringen. Manche setzen in der Neujahrsnacht auf Bleigießen, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Generell steigt zum Ende des Jahres das Interesse an Prophezeiungen und Wahrsagerei. Was die obligatorischen Jahreshoroskope belegen, die immer im Dezember in den Medien zu finden sind. Aber mal abgesehen von der Frage, wie es bei Jungfrau und Widder in Sachen Finanzen, Liebe und Gesundheit aussieht: Es gibt auch konkrete Prophezeiungen für 2016. Zwei Weissagungen bekannter Seher machen aktuell die Runde. Und beide verheißen nichts Gutes: Entweder überfällt uns im Jahr 2016 der Russe oder der Islamische Staat.

Aber bevor wir uns mit den spektakulären Prophezeiungen für 2016 beschäftigen: Solche Weissagungen sollte man immer mit einem gesunden Maß an Nüchternheit betrachten. Erinnert sich noch jemand an den Maya-Kalender und das bevorstehende Weltende Ende 2012? Oder an den Weltuntergang repektive die große Katastrophe, die Nostradamus für den August 1999 vorhergesagt haben soll? Und was passierte letztlich? Wenn Sie diesen Artikel gerade lesen, gehen wir mal davon aus, dass Sie noch am Leben sind. Und sich daher die Frage von selbst beantwortet.

Dann noch einmal tief Luft holen! Jetzt kommen sie, die spektakulären Prognosen für das Jahr 2016. 

Prophezeiungen 2016:  Bulgarische Seherin "Baba Wanga" sagt Untergang Europas voraus

Zum Ende des Jahres sorgen Prophezeiungen der blinden bulgarischen Seherin Baba Wanga (sie lebte von 1911 bis 1996) für großes Aufsehen im Netz. Nicht nur auf Esoterik-Seiten, sondern auch auf Nachrichtenportalen. Die berühmteste Seherin Bulgariens, deren Name auf Deutsch so viel wie "Großmutter Wanga" oder "die Alte Wanga" bedeutet, machte für das Jahr 2016 konkrete Voraussagen. Und die hören sich alles andere als gut an. Wie die britische Boulevardzeitung "The Daily Mirror" schreibt, hat Baba Wanga nicht nur die Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA und die Tsunamis in Südostasien 2004 vorausgesagt, sondern auch die Gründung der terroristischen Organisation "Islamischer Staat" korrekt vorausgesagt. Laut Baba Wanga werde Europa im Jahr 2016 in einem islamischen Krieg untergehen.

Falls Sie nun einen gehörigen Schreck bekommen haben: Ganz ruhig! Baba Wanga lag mit einigen Prophezeiungen richtig, mit anderen aber auch voll daneben. Was muss man über die Vorhersagen der Baba Wanga wissen? Woher ihre hellseherischen Fähigkeiten stammen sollen, ist schnell erzählt: Im Jahr 1941 begegnete der damals 30-Jährigen nach eigenen Angaben ein strahlender Reiter, der ihr von einem schrecklichen Ereignis in der Zukunft berichtete. Im April 1941 ging Baba Wanga mit dessen Schreckensnachricht an die Öffentlichkeit. Wenige Tage später marschierte die deutsche Wehrmacht in Bulgarien ein.

Auch die britische "Daily Mail" hat einige Prognosen der Baba Wanga zusammengetragen, die sich offenbar bewahrheiteten (wenn man mal außer Acht lässt, dass manche Prophezeiungen sehr vage formuliert waren):

  • Der bulgarische König Boris III. suchte Baba Wanga im Jahr 1943 auf. Sie prophezeite ihm den baldigen Tod. König Boris starb kurz darauf im Alter von 49 Jahren.
  • 1950 sah sie in der Zukunft schmelzende Polkappen. Erkannte sie damals schon die Klimakatastrophe?
  • 1980 prophezeite sie: Im August 1999 oder 2000 werde das russische U-Boot "Kursk" "mit Wasser bedeckt sein" und "die ganze Welt darüber weinen". Die "Kursk" ging im August 2000 unter.
  • Wie ihre Anhänger berichten, sagte sie eine "riesige Welle" voraus, die eine großen Küste überfluten und sowohl Menschen als auch Städte bedecken werde. Meinte sie den Tsunami 2004?
  • 1989 warnte Baba Wanga die USA vor zwei stählernen Vögeln, die das Land angreifen würden. Das klingt sehr nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 mit zwei Flugzeugen.
  • Baba Wanga soll auch vorhergesagt haben, dass der 44. US-Präsident ein Afroamerikaner sein werde. Was dann bekanntlich auch so kam. Allerdings soll der Schwarze auch gleichzeitig der letzte US-Präsident sein. Mal sehen, wie die US-Wahlen im November 2016 ausgehen.
  • Für das Jahr 2016 sagt Baba Wanga einen islamistischen Krieg voraus, bei dem nach dem Einsatz chemischer Waffen Europa untergehen solle. Europa, wie wir es kennen, werde "aufhören zu existieren". Zum Ende des Jahres 2016 sollen ganze Bevölkerungen systematisch ausgelöscht sein. Der Kontinent werde in Teilen fast entvölkert sein.
  • Wie es dann weitergeht? Im Jahr 2043 werde in Europa ein Kalifat errichtet - mit Rom als dessen Hauptstadt.
  • Im Jahr 2066 befreien demnach die USA Europa mit einer neu entwickelten Waffe, mit der sich das Klima beeinflussen lässt. Mit der Eroberung Roms kehrt auch das Christentum wieder nach Europa zurück.

Allerdings lieferte Baba Wanga auch ein paar spektakuläre Fehlprognosen ab. Die Zeitung "Die Welt" listet Fälle auf, bei denen die bulgarische Seher ganz schön daneben lag.

  • Für das Jahr 2010 prophezeite sie den Dritten Weltkrieg. Der damals bekanntlich nicht ausbrach.
  • Eine radioaktive Verseuchung der Nordhalbkugel, die Baba Wanga für das Jahr 2011 prophezeite, blieb trotz der Reaktorunglücks von Fukushima aus.

Es gibt also durchaus noch mehr als berechtigte Hoffnung, dass die Prophezeiung der Baba Wanga für 2016 ebenfalls nicht in Erfüllung geht.

Prophezeiungen 2016: Das sagte der "Seher von Freilassing", Alois Irlmaier, voraus 

Aktuell sorgt im Netz eine Prophezeiung aus Bayern für Aufsehen. Konkret geht es um eine Weissagung des sogenannten "Sehers von Freilassing", der mit bürgerlichem Namen Alois Irlmaier heißt und von 1894 bis 1959 lebte. Der Rutengänger und Hellseher gilt laut der "tz" als "der berühmteste Seher Bayerns". Von ihm wird Außergewöhnliches berichtet: Die Einheimischen fragten ihn nach Vermissten und nach Soldaten in der Kriegsgefangenschaft. Mit einem Blick auf die Fotos dieser Menschen soll Irlmaier sofort gewusst haben, ob diese noch lebten oder schon tot waren. Irlmaier sagte im Zweiten Weltkrieg auch Bombenangriffe voraus und soll so viele Menschenleben gerettet haben. Nach dem Krieg soll er erfolgreich bei der Aufklärung von Mordfällen geholfen haben. In den 1950er Jahren brachte er es zu einer richtigen Prominenz. General Lucius D. Clay, Chef der US-Besatzungszone in Deutschland, soll Rat bei Irlmaier gesucht haben – und sogar der erste Kanzler Konrad Adenauer (CDU).

1928 soll Alois Irlmaier seine ersten Visionen gehabt haben. Von 1947 bis 1957 beschrieb der brave Brunnenbauer immer wieder eine sich anbahnende Katastrophe: Der 3. Weltkrieg stehe bevor und damit „verheerende nukleare und chemische Schläge“.

Aktuell wird im Netz eine Prophezeiung Irlmaiers diskutiert, die im Jahr 1992 erstmals veröffentlicht worden sein soll. Ursprünglich soll diese aus den 1950er Jahren stammen. Bevorzugt findet man diese in Kommentarspalten zu Berichten über die Flüchtlingskrise.

Offenbar machte Irlmaier diese Prophezeiung gegenüber der Caritasschwester Maria Luise Bender , die Autofahrstunden bei ihrem Fahrlehrer nahm, der im Nachbarhaus von Alois Irlmaier wohnte. Eines Abends kam Irlmaier auf sie zu mit den Worten: "Mädchen, du erlebst die grosse Umwälzung, die kommen wird!" Aber lesen Sie selbst:

"Mädchen, du erlebst die große Umwälzung, die kommen wird.

Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie. Dann folgt ein Glaubensabfall wie nie zuvor.

Darauf eine noch nie da gewesene Sittenverderbnis.

Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land.

Es herrscht eine hohe Inflation

Das Geld verliert mehr und mehr an Wert.

Bald darauf folgt die Revolution [in Deutschland].

Dann überfallen die Russen über Nacht den Westen."

Obwohl Irlmaier in seiner Prophezeiung keine Jahreszahl nennt, ordnen viele Menschen der Flüchtlingskrise zu. Die ersten drei Aussagen scheint praktisch jeder nachvollziehen zu können. Dass heute im Vergleich zu den Fünfzigern ein bislang unvorstellbarer Wohlstand herrscht, scheint unstrittig. Schaut man sich Zahlen der Kirchenmitglieder und Gottesdienstbesucher im Laufe der vergangenen 60 Jahre an, so scheint auch der "Glaubensabfall wie nie zuvor" eingetroffen zu sein. Und die Sittenverderbnis? Was hätte der strenggläubige Katholik Irlmaier wohl zu Youporn, Swinger-Clubs und Seitensprung-Portalen im Netz gesagt? Somit scheinen Irlamiers erste drei Prophezeiungen aus dieser Weissagung bereits eingetroffen zu sein. Und dann der Satz, der viele Menschen in der Flüchtlingskrise offensichtlich bewegt: "Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land." Schauen wir auf die aktuelle Entwicklung: Anfang Dezember wurde die Zahl von einer Million Flüchtlinge in Deutschland offiziell erreicht. So viele Asylbewerber seien im Erstaufnahme-System „Easy“ registriert und deutschlandweit verteilt worden, erklärte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am 8. Dezember in München.

Wie geht es nun mit Alois Irlmaiers Prophezeiung im Jahr 2016 weiter? Man kann auch ohne hellseherische Begabung absolut seriös vorhersagen, dass der Zustrom an Flüchtlingen im kommenden Jahr nicht abreißen wird. Als abgeschlossenes Ereignis darf man den Zustrom "fremder Leute ins Land" jedenfalls nicht betrachten. Und was die Inflation angeht, stehen wir momentan auch noch ganz gut da. Das legt zumindest eine Konsumklima-Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK von Ende Dezember nahe. Laut GfK verliert unser Geld absolut nicht an Wert. Im Gegenteil: Weil die Inflation niedrig ist, verfügten die Verbraucher über "deutliche reale Einkommenszuwächse".

Von einer Revolution scheinen wir in Deutschland - trotz Pegida-Aufmärschen und Blockupy-Randale in Frankfurt - noch sehr weit entfernt. Und ob die Russen uns wirklich über Nacht überfallen? Zwar tauchten im August Bilder auf, die belegten, dass Putins Luftwaffe mit Bomben trainierte, auf denen die Aufschrift "Nach Berlin!" zu lesen war. Allerdings kann es sich dabei nur um lächerliche Muskelspiele gehandelt haben. Im Syrien-Krieg setzt Putin momentan auf Zusammenarbeit mit dem Westen.

Gut möglich, dass die Prophezeiung schon lange vor dem Jahr 2016 abgewendet wurde.In einer Sammlung von Irlmaier-Worten heißt es: "In seinem Todesjahr 1959 wurde Irlmaier gefragt, ob denn seine Voraussagen noch immer gültig wären. Darauf erwiderte er: 'Ich sehe die Ereignisse heute noch deutlicher, da sie näher sind" und ergänzte: 'Ich sehe ganz deutlich zwei Achter und einen Neuner. Was das bedeutet, weiß ich nicht.' Zur Invasion der Russen, vor der Fatima eindringlich warnte, dass sie noch in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts erfolge, wenn die Menschen nicht zu den Geboten Gottes zurückkehrten, sagte Irlmaier: 'Wenn der Dritte ermordet wird, geht es über Nacht los! Ich denke, im Balkan wird es sein!'"

Die von Irlmaier angesprochene Warnung von Fatima bezieht sich auf Marienerscheinungen im portugiesischen Fatima aus dem Jahr 1917. Die Mutter Gottes soll zur Abwendung von Unheil - also auch der von Irlmaier angesprochenen Invasion - die Weihe Russlands durch den Papst und die mit ihm versammelten Bischöfe an ihr Unbeflecktes Herz gefordert haben. Diese Weihe vollzog Papst Johannes Paul II. im Einklang mit den Bischöfen am 25. März 1984 auf dem Petersplatz. Gut möglich, dass damit die Prophezeiung von Alois Irlmaier für das Jahr 2016 hinfällig geworden ist. Zum Glück! Dann können wir ganz beruhigt das Jahr 2016 kommen lassen.

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