Einst größtes Radioteleskop der Welt

Bekannt aus James-Bond-Filmen: Riesiges Teleskop eingestürzt - „Dankbar, dass niemand verletzt wurde“

Einst stand in Puerto Rico das größte Radioteleskop der Welt - doch nun findet sich dort nur noch Schutt. Bekannt wurde das Bauwerk durch einen „James Bond“-Film.

Arecibo - Das ehemals größte Radioteleskop der Welt ist zusammen gestürzt. Schon lange war geplant das Teleskop abzubauen. Nun teilte die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (NSF) mit, dass am Dienstag die 900 Tonnen schwere Instrumentenplattform auf die darunter liegende Schüssel eingebrochen ist. Es entstanden erhebliche Schäden.

Radioteleskop als berühmte Kulisse bei James-Bond-Film „GoldenEye“

Bis 2016, bevor China ein noch größeres baute, galt das Teleskop am Arecibo Observatorium in Puerto Rico als das größte der Welt. Mit seinem Durchmesser von 305 Metern war die imposante Schüssel eine beliebte Touristenattraktion. Das war nicht zuletzt dem James-Bond-Film „Golden Eye“ zu verdanken. Das Teleskop diente dort als beeindruckende Filmkulisse im Jahr 1995.

Die Schäden am Arecibo-Observatorium sind katastrophal.

„Wir sind traurig über diese Situation, aber dankbar, dass niemand verletzt wurde“, sagte NSF-Direktor Sethuraman Panchanathan. Auch wenn das Teleskop verloren sei, gelte es nun, die verbliebenen Teile der Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Auch für Wissenschaftler war das Teleskop von großer Bedeutung. Radioteleskope sammeln Radiowellen aus dem All, die in Bilder umgewandelt werden. 1974 entdeckten die US-Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor mit ihm den Doppelpulsar PSR 1913+16 – zwei einander umkreisende Neutronensterne – und beobachteten damit indirekt Gravitationswellen.

Wir sind traurig über diese Situation, aber dankbar, dass niemand verletzt wurde.

 NSF-Direktor Sethuraman Panchanathan

Erst am 19. November hatte die NSF mitgeteilt, dass nach Einschätzung von Experten ein katastrophales Versagen der Struktur des Teleskops drohe. Die Kabel seien möglicherweise nicht mehr in der Lage, die für sie vorgesehenen Lasten zu tragen. Reparaturen seien auf sicherem Wege nicht möglich; daher würden Vorbereitungen getroffen, das Teleskop auseinanderzunehmen. Kurz nach Bekanntgabe des Einsturzes twitterte die NSF, dass niemand verletzt worden sei und sie weiterhin darauf achten, Sicherheit zu gewähren.

Schon im August war ein 7,5 Zentimeter dickes Stahlseil gerissen. Beim Herabfallen sorgte es für einen rund 30 Meter langen Riss in der Reflektorschüssel. Auch Kuppel und Plattform wurden beschädigt. Hinzu kommen Schäden des Hurrikans „Maria“ im Jahr 2017. (lp mit dpa)

Rubriklistenbild: © RICARDO ARDUENGO/AFP

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