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Junger Rapper (19) in Schweden erschossen: Tat glich einer „Hinrichtung“

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Von: Anna Lehmer

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Der schwedische Rapper Einár wurde am 21.10.2021 in Stockholm erschossen.
Der schwedische Rapper Einár wurde am Donnerstagabend mit mehreren Kugeln erschossen. Die Polizei ermittelt nun gegen eine kriminelle Bande. © IMAGO/Henrik Montgomery/TT

Mit mehreren Kugeln wurde der schwedische Rapper Einár auf offener Straße erschossen, er wurde nur 19 Jahre alt. Laut Augenzeugen glich die Tat einer „Hinrichtung“.

Stockholm - Schon wieder muss Schweden* einen brutalen Mord verkraften. Der 19-jährige Einár, einer der bekanntesten schwedischen Rapper, wurde in der Nähe von Stockholm erschossen. Der Ministerpräsident zeigte sich schockiert, der Innenminister versprach: „Die Jagd nach den Mördern ist jetzt in vollem Gange“. Ermittler vermuten Bandenkriminalität hinter der Tat, denn der Musiker hätte nächste Woche gegen einen Rivalen gerichtlich aussagen müssen.

Mord an 19-jährigen Rapper: Schweden wird erneut erschüttert

Einár war auf dem Weg nach ganz oben: Innerhalb von nur zwei Jahren schaffte er es in die schwedischen Charts, erhielt als „Newcomer des Jahres“ und in der Rubrik „Hiphop of the Year“ zwei Grammies. Seine Songs wurden von Kritikern gelobt, der Durchbruch gelang ihm 2019 mit „Katten i trakten“ (Die Katze in der Nachbarschaft). Einár, der mit bürgerlichem Namen Nils Kurt Erik Einar Grönberg hieß, feierte große Erfolge, wurde aber immer wieder in aufsehenerregende Vorfälle verwickelt. 2020 wurde er von einer kriminellen Bande entführt, auch rivalisierende Rapper seien daran beteiligt gewesen. Nächste Woche hätte der Prozess um die Tat stattfinden sollen, in dem Einár aussagen sollte. Nun wurde er von nächtlichen Schüssen in einem Wohngebiet in Hammarby Sjöstad im Süden von Stockholm tödlich verwundet. Die Polizei leitete umgehend Mordermittlungen ein.

Der schwedische Rapper Einár wurde auf offener Straße erschossen. Polizisten stehen am Tatort.
Der schwedische Rapper Einár wurde auf offener Straße erschossen. Polizisten riegelten den Tatort ab. © Christine Olsson/TT

Schwedischer Rapper Einár wurde bedroht: Polizei leitet Mordermittlungen ein

Die schwedische Zeitung Aftonbladet berichtet von Drohungen dem Rapper gegenüber. Nur vier Tage bevor der 19-Jährige erschossen wurde, wurden in den sozialen Medien Drohbotschaften an ihn gerichtet: "Das Kind kann jederzeit sterben". Es sei sogar ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt worden, so die Zeitung. Selbst war Einár kein Unschuldslamm, sprach gelegentlich in der Öffentlichkeit über seine kriminelle Karriere. Er wurde wegen Körperverletzung, Drogendelikten und Fahren unter Alkoholeinfluss verurteilt, eine Anklage wegen Messerstecherei wurde aufgrund fehlender Beweise fallen gelassen.

Seine Erfahrungen verarbeitete er in seinen Rap-Songs. In einem Interview mit Aftonbladet sprach Einár über seine Kunst, denn er wolle auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen: „Vielleicht nicht gerade, dass ich selbst dastehe mit einer Glock-Pistole und Leute erschieße - aber es gibt 16-Jährige in unserer Gesellschaft, die genau das tun.“

Medienberichten zufolge soll die Zeitung nun nach den Verdächtigen fahnden, festgenommen wurde noch niemand. Aftonbladet berichtet von Augenzeugen, die die Tat mit ansehen mussten. Die Täter hätten aus 1,5 Metern Distanz geschossen. Die Tat wirkte wie eine Exekution, es habe wie eine „Hinrichtung“ ausgesehen. (ale) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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