1. tz
  2. Welt

Renten bei Lehman Brothers verspekuliert

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bei Lehman Brothers verspekulierte der Rentenversicherungsträger 44,5 Millionen
Bei Lehman Brothers verspekulierte der Rentenversicherungsträger 44,5 Millionen © dpa

Wer wird noch alles in den Strudel der internationalen Finanzkrise mithineingezogen? Am Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass auch ein namhafter Rentenversicherungsträger insgesamt 44,5 Millionen Euro an Rentengeldern bei der pleitegegangenen US-Bank Lehman Brothers angelegt und verloren hat.

Das Geld stammt offensichtlich aus der „eisernen“ Reserve der Rentenkasse, der so genannten Nachhaltigkeitsrücklage. Diese beträgt derzeit rund elf Milliarden Euro. Der Rentenversicherungsträger hatte nach Angaben des Bundesfinanzministeriums die Renten-Millionen „als Termineinlage in verschiedenen Stückelungen bei der Lehman Brothers Bankhaus AG angelegt.“

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Fotostrecke

Um welchen der 16 Rentenversicherungsträger in Bund und Ländern es sich handelt, wollte die Deutsche Rentenversicherung Bund am Donnerstag nicht bekannt geben. Ihr Sprecher Dirk von der Heide erklärte der tz: „Wir sind nicht betroffen“. Von der Heide bestätigte aber das Spekulationsgeschäft und teilte mit: „Die Termineinlagen eines Rentenversicherungsträgers bei Lehman Brothers sind über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes der deutschen Banken gesichert. Die Einlagen halten sich innerhalb der Sicherungsgrenze des Fonds.“ Für den Rentenversicherungssträger galt Lehman Brothers als seriöse Anlagemöglichkeit für Rentengelder.

Das bestätigte auch Dr. Stefan Olbermann, Sprecher des Bundesfinanzministeriums: „Es ist völlig normal, dass Rentenversicherungsträger Gelder, die sie nicht brauchen, anlegen. Und eine Termineinlage bei einer bis vor ein paar Wochen besten Adressen der Welt kann man nicht Spekulation bezeichnen. Es ist die konservativste Geldanlage, die möglich ist. Niemand konnte ahnen, dass die US-Regierung eine Bank pleite gehen ließ, die zu den ersten Adressen zählte.“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler sagte gegenüber der Bild-Zeitung: „In der Finanzkrise haben nicht nur die Banken, sondern auch die Sozialkassen versagt. Auch die Rentenversicherungen müssen ihr Risikomanagement bei Geldanlagen dringend verbessern.“ Angeblich haben auch vier Berufsgenossenschaften der Unfallversicherung und eine Unfallkasse 57,55 Millionen Euro bei Lehman Brothers angelegt.

di.

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare