Rewe-Produkt sorgt für Diskussion

Kunde postet Foto von Rewe-Produkt: Inhalt sorgt für Wirbel im Netz - „Wohl nicht euer Ernst!“

Ein Kunde geht in Köln in einem Rewe-Supermarkt mit einem Einkaufskorb am Kühlregal entlang.
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Ein Kunde geht in einem Rewe-Supermarkt mit einem Einkaufskorb am Kühlregal entlang.

Ein Produktfoto von Rewe sorgt für Diskussionen auf Facebook und Twitter. Kommentare unterstellen mangelndes Umweltbewusstsein, vergessen dabei aber einen wichtigen Punkt.

  • Auf Twitter und Facebook beschweren sich Nutzer über ein in Plastik verpacktes Produkt bei Rewe.
  • Das Convience-Essen sei nicht nachhaltig. „Ob ihr total bescheuert seid“, kommentiert ein verärgerter Kunde.
  • Rewe reagiert mit einem Statement auf Facebook. Derartige Produkte erfreuen aber auch einige Kunden, die sie dringend benötigen.

Köln - Als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland verzichtete die Rewe Group komplett auf Plastiktüten. Seitdem sind Umweltaspekte wie reduzierte Plastikverpackungen und Gemüse ohne Plastikfolie immer wichtiger geworden.

Ein Foto eines Rewe-Kunden sorgte im Netz daher nun für Diskussionen unter Kund:innen des Ladens. Grund der Aufregung: Zur Produktpalette des Unternehmens gehört offenbar auch ein Package, bei dem auf einer Plastikschale ein aufgeschnittenes Weizenbrötchen und ein Schokokuss auf einer Serviette drapiert sind. Alles ist mit einer Plastikfolie darum versiegelt. Das Ganze kostet laut Preisetikett auf dem Foto 1,50 Euro und trägt den Aufkleber „frisch selbstgemacht“. Der Einkäufer postete ein Foto des Produkts verärgert in ein Community-Forum der Rewe Group auf Facebook. Dazu schrieb er: „Plastik. Liebes Rewe Team, wieso werbt ihr mit Papiertütchen für die Umwelt, aber sowas verkaufen? Es macht doch keinen Sinn. Plastik ohne Ende und der Inhalt kostet keine 0,20 €. Sogar Obst in Plastik. Unglaublich. Ich denke nach, nicht mehr zu Rewe zu gehen.“

Rewe-Produktfoto sorgt für Diskussionen - Konzern reagiert

Viele Nutzer:innen gaben dem Mann recht. Eine Frau kommentierte: „Und dann auch noch ‚frisch selbstgemacht‘ ... das ist doch wohl nicht euer Ernst! Ich dachte zuerst wirklich, es handle sich um einen Scherz, als ich das Bild in einer Gruppe gesehen habe! ... das kommt verdammt nah an die eingeschweißten Bananen ran.“ Gemeint ist damit ein Produkt, der zur Rewe-Group gehörenden Kette „Billa“, bei dem Bananen ohne Schale in Plastikschalen verkauft wurden. Daraufhin beschwerten sich viele Menschen über fehlende Nachhaltigkeit. Ein ähnlicher Fall bringt eine andere Rewe-Kundin auf die Palme - und wieder geht es um Sorglosigkeit im Hinblick auf Plastik.

Rewe in Statement: „Aber du hast recht“

Rewe reagierte via Facebook auf die Beschwerde mit folgenden Worten: „Aufgrund veränderter Arbeits-, Lebens-, Konsum- und Verzehrgewohnheiten sowie der steigenden Nachfrage nach leichten und frischen, kleinen Mahlzeiten, wünschen sich unsere Kunden zunehmend fertig zubereitetes Essen im Supermarkt. Daher bieten wir diese Produkte als schnellen, verzehrfertigen Snack für unterwegs oder die Pause an. Eine Verpackung ist damit unumgänglich.“

Rewe räumt in seinem Statement weiterhin ein: „Aber du hast recht: auch hier möchten wir uns weiter verbessern. Daher erproben wir stetig auch Alternativen für Frische- und Convenience-Verpackungen oder auch Verpackungen bei Selbstbedienungsware.“ Es wird auf recycelbare Salatschalen verwiesen und auf das Problem, Hygiene und Frische zu gewährleisten. „Wir arbeiten stetig daran, den Plastikmüll in unseren Märkten weiter zu reduzieren und alternative Verpackungen für unsere Produkte zu finden“, so seitens Rewe.

Auf Facebook beschwert sich ein Kunde über zu viel Plastik-Verpackung.

Foto-Ärger über Produkt vergisst einen wichtigen Aspekt

Auch auf Twitter ist das Bild inzwischen zu finden. Ein User unterschrieb es mit: „Ob ihr total bescheuert seid, hab ich gefragt!“. Dort antwortet Rewe zwar nicht - dafür kommt ein Aspekt in den Kommentaren auf, der bisher von den meisten scheinbar völlig vergessen wurde. Derartige Produkte mit Convenience-Food dienen nicht ausschließlich für eine schnelle Mittagspause oder der Bequemlichkeit. Es gibt auch eine weitere Option für die Endverbraucher:innen.

Denn viele Menschen sind auf genau solche Produkte angewiesen, weil sie sich selbst kein Essen zubereiten können. Das können beispielsweise alte, kranke oder auch behinderte Personen sein, denen es solche Produkte ermöglichen, sich trotz Einschränkung selbst zu versorgen. So kommentiert ein Mann: „Wenn ja, ist Rewe (was das betrifft) ein sehr behindertenfreundlicher Supermarkt.“ Ein weiterer Kommentator gibt ihm Recht: „Ich koch meistens frisch, aber wenn die Depression kickt und ich 15 Uhr noch nichts gegessen hab, aber mich grad so in die Küche schleppen kann, bin ich froh wenn ich ne TK-Pizza hab.“

Der Umweltaspekt bleibt aber natürlich trotzdem, weswegen der verärgerte Nutzer auf die Antwort des Konzerns wie folgt reagiert: „Plastik könnt ihr nie schönreden, auch die Nachfrage nicht“. (jh)

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