Verlockend, aber zweifelhaft

REWE bietet besonderes Schnäppchen an - Kundin macht dieser Anblick stinksauer

Einkaufswagen im REWE-Supermarkt - Nicht immer sind Kunden zufrieden mit den entdeckten Angeboten
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Einkaufswagen im REWE-Supermarkt - Nicht immer sind Kunden zufrieden mit den entdeckten Angeboten.

Hat REWE den Trend zu mehr Nachhaltigkeit verpasst? Die Supermarktkette erntet Kritik wegen eines fragwürdigen Angebots. Es geht um das große Problem Umweltverschmutzung.

Köln/München - Plastik stellt eine Bedrohung für Umwelt und Mensch dar. Der Grund ist natürlich hausgemacht: Es wird zu viel produziert und der Müll landet längst nicht nur in der Verwertung sondern überall, bis runter in die entlegensten Regionen der Tiefsee. Nicht umsonst hat der Bundestag mittlerweile eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, welche die Angebote der Handelsunternehmen und damit auch das Konsumverhalten der Bürger bessern sollen.

REWE: Abgepacktes Gemüse in der Kühltheke - Thema Plastik drängt sich auf

Aus einer nicht näher definierten Filiale der REWE-Group wurde von einer Kundin eine Aufnahme getwittert, die bei Menschen mit erhöhtem Umweltbewusstsein für Stirnrunzeln sorgen: Abgepacktes Gemüse - fein geschnitten und in kleinen Portionen - befindet sich eingeschweißt in einer Kühltheke - und animiert Kunden zur Mitnahme.

Kulinarische Feinschmecker könnten erkennen, dass es sich bei diesem fein zubereiteten Gemüse um klassische Zutaten für einen Burger handelt, daher lässt sich ein pragmatischer Ansatz hier nicht leugnen - immerhin kann so Zeit bei der Zubereitung gespart werden. Weil der Artikel auch noch reduziert ist, liegt der Verdacht nahe, es handelt sich um einen Ladenhüter.

REWE und Co. in der Kritik: Supermärkte zu sorglos wegen Plastik?

Außergewöhnlich ist dieser Anblick nicht: Auch Konkurrenten wie Lidl, Edeka oder Aldi haben nach wie vor kleine Portionsmengen diverser Nahrungsmittel in Plastikverpackungen im Sortiment. Zweifellos stellt das Thema Nachhaltigkeit und Vermeidung von Plastik auch für Discounter und Supermärkte eine stetige Herausforderung dar.

Die Frage bei derartigen Angeboten: Haben Unternehmen wie REWE schuld, weil es so etwas anbietet? Oder sind die Verbraucher schuld, weil für solche Waren Geld bezahlt wird? Die Wahrheit liegt wohl auch hier in der Mitte. Derartige Kritik ist nichts neues - immer wieder ernten Händler Gegenwind aufgrund vermeintlicher Ignoranz. Allerdings spielt bei dieser Thematik auch ein Aspekt mit rein, der oft vergessen wird: dass es Menschen gibt, die auf derartige Produkte angewiesen sind.

Politisch wird auf verschiedene Weise gegen zu viel Plastik und Einweg-Verpackungen gekämpft. Die deutsche Umweltministerin brachte Vorschläge ein, die auch für Restaurants wichtig werden. (PF)

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