Rohkost – nur ausgewogen ist gesund

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Rohkost versorgt den Körper mit lebenswichtigen Vitaminen, Ballaststoffen und Spurenelementen. Ausschließlich Rohkost zu essen, ist allerdings nicht gesund.

Ein frischer Apfel, echter Waldhonig oder Milch direkt vom Bauern: Rohkost schmeckt natürlich und unverfälscht und versorgt den Körper mit lebenswichtigen Vitalstoffen. Lesen Sie hier, warum rohe Lebensmittel so gesund sind – und warum man es nicht übertreiben sollte.

Pflanzliche und tierische Rohkost

Zur Rohkost gehören nicht nur Obst und Gemüse, sondern alle Arten pflanzlicher und tierischer Lebensmittel, sofern sie roh sind. Je nach Definition bezeichnet der Begriff

  • Lebensmittel, die ohne jede Bearbeitung im natürlichen Zustand gegessen werden.
    Dazu zählen zum Beispiel ungeschältes Gemüse und Obst oder frisch gemolkene Milch.
  • Lebensmittel, die gegessen werden, ohne dass sie vorher hitzebehandelt wurden.
    Das bedeutet, dass die Lebensmittel zwar verändert, aber weder gebraten noch gekocht oder gebacken werden. Neben der „klassischen“ Rohkost ist das zum Beispiel kalt geräuchertes Fleisch oder Fisch oder in Essig eingelegtes Gemüse.

Butter, Schinken, Öle, Fisch, Fleisch, Pilze oder Käse stehen also auch dann auf dem Speisezettel, wenn man sich ausschließlich von Rohkost ernährt.

Rohkost liefert intakte Vitalstoffe

Das große Plus der Rohkost ist die Tatsache, dass die gesunden Bestandteile nicht durch Hitze beschädigt oder zerstört werden. Durchschnittlich verliert Gemüse etwa 10 bis 20 Prozent seiner Vitalstoffe, wenn man es in der Pfanne andünstet. Wird es gekocht, werden sogar bis zu 90 Prozent der Vitamine zerstört. Auch Ballaststoffe, Spurenelemente und Enzyme, die den Körper bei der Verdauung unterstützen, halten den hohen Temperaturen beim Kochen nicht stand. Wird dagegen das Gemüse als Rohkost gegessen, gelangen alle Bestandteile in ihrem Urzustand in den menschlichen Körper. Dort unterstützen sie die Verdauung oder halten lebenswichtige Funktionen wie Kreislauf oder Atmung aufrecht.

Die Initiative „5 am Tag“ empfiehlt deshalb Kindern und Erwachsenen, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen – am besten roh. Dazu zählen auch Trockenfrüchte, ungesalzene und ungeröstete Nüsse oder Fruchtsaft: Sogenannte Smoothies aus pürierten Früchten sind wahre Vitaminbomben. Achtung: Fruchtsäfte und -pürees enthalten von Natur aus sehr viel Zucker. Ein Glas pro Tag ist deshalb ausreichend.

Mangelerscheinungen durch ausschließliche Rohkost-Ernährung

So gesund rohe Lebensmittel grundsätzlich sind – wichtig ist vor allem eine ausgewogene Ernährung. Wer ausschließlich rohe Lebensmittel zu sich nimmt, läuft Gefahr, langfristig unter Mangelerscheinungen zu leiden. Eine Studie der Universität Gießen wertete die Blutbilder von Menschen aus, die sich über lange Zeit zu mindestens 70 Prozent von Rohkost ernährten. Das Ergebnis: Viele Teilnehmer litten an Eisenmangel und sogenannter Blutarmut – je länger sie sich bereits von Rohkost ernährt hatten, desto stärker war der Mangel. Auch mit Zink, Jod, Kalzium und Vitamin B12 waren die meisten von ihnen nicht ausreichend versorgt.

Darüber hinaus ist nicht jedes Lebensmittel gleichermaßen gesund, wenn es nicht gegart ist. Rohmilchkäse, rohes Fleisch, ungegarter Fisch und andere rohe Lebensmittel sind schwer zu verdauen und können Blähungen oder Durchfall verursachen. Wer ungekochte Eier isst, geht ein hohes Salmonellen-Risiko ein. Vor allem Schwangere sollten mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie tierische Rohkost verzehren.

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