In Rostock sorgten junge Erwachsene für entsetzte Gesichter

Jugendliche quälen Tier, weil sie nicht in Spielothek dürfen - Igel wird zum Spielball und stirbt

Ein Igel läuft auf von Blättern bedeckter Wiese.
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Igel auf der Futtersuche (Symbolbild)

Ein 19-Jähriger aus Rostock hat so lange auf einen Igel eingetreten bis dieser starb. Der Jugendliche muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

Rostock - Diese Tat entsetzt nicht nur Tierfreunde. Ein 19-Jähriger aus Rostock hat aus Langeweile einen Igel so lange hin und her getreten bis dieser schließlich qualvoll starb. Für diese Tat musste der Beschuldigte sich jetzt vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten.

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, war der Jugendliche am 07. 11. 2019 mit einer Gruppe von zwei weiteren Männern, (24) und (28), in Rostock unterwegs. Nachdem der Gruppe der Zutritt zu einer Spielothek verwehrt worden ist, entdeckten sie den Igel auf einem Fußweg. Der heute 19-Jährige und ein weiterer Verdächtiger aus der Gruppe fingen an, den Igel wie einen Fußball hin und her zu treten. Laut Polizeiangaben soll das Tier so heftig gegen einen Autoreifen geschleudert worden sein, dass Igelstacheln im Reifen stecken blieben.

Eingreifen einer Passantin stoppt Tierquäler der Jugendlichen an Igel

Erst als eine zufällig vorbeilaufende Passantin in das Geschehen eingriff, hörten die Jugendlichen auf, den Igel zu malträtieren. Der Igel wurde anschließend zur Behandlung in eine Tierklinik gebracht. Wie die Polizei später auf Twitter mitteilte, kam die Hilfe leider zu spät - der Igel verstarb vier Stunden später in der Rostocker Tierklinik.

Igel als Fußball genutzt: Jugendlicher in Rostock kann mit einer Freiheitsstrafe rechnen

Das Bundestierschutzgesetz regelt den Schutz von empfindlichen Tieren. Laut § 17 dürfen Wirbeltiere weder verletzt noch ohne vernünftigen Grund getötet werden. Ein Vergehen kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Da sich Igel in den letzten Herbstmonaten eine Fettschicht für den Winterschlaf anfressen, sind sie Anfang und Mitte November besonders häufig zu sehen.

Jugendlicher muss sich für Tierquälerei in Rostock vor Gericht verantworten - auf Igel eingetreten

Der 19-jährige Verdächtige musste sich jetzt vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten. Vor der Gerichtsverhandlung hatte er noch behauptet, „Ich würde niemals einem Tier einen Schaden zufügen, ich bin ein Tier-Mensch!“

Trotz zahlreicher Vorstrafen, unter anderem Drogen- und Gewaltdelikte, entschied sich die Richterin aufgrund einer positiven Sozialprognose für ein relativ mildes Urteil. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. In seinem Schlussplädoyer beteuerte der Angeklagte unter Tränen „Es war nicht meine Absicht, den Igel zu töten. Es tut mir leid. Für meine Fehlhandlung entschuldige ich mich.“ Der Komplize des Angeklagten ist namentlich bekannt, jedoch untergetaucht. (phf)

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