Unter keinen Umständen verzehren

Nudeln zurückgerufen! Giftige Substanz entdeckt - sie kann sogar das Nervensystem schädigen

Von Hannes Niemeyer

Vorsicht vor einem Nudelprodukt! Eine giftige Substanz wurde nachgewiesen. Das Unternehmen hat Kunden bereits gewarnt - vom Verzehr wird dringend abgeraten.

Trochtelfingen - Bio-Lebensmittel sind total im Trend. Auch wenn der Zusatz „Bio“ eigentlich für Qualität und gesunde Ernährung steht, sind Probleme bei derartigen Lebensmitteln allerdings nicht ausgeschlossen. Bei einem Produkt ist nun ganz besonders Vorsicht geboten.

Die Marke „Beste Landqualität“ hat den Rückruf eines Lebensmittels aus dem eigenen Sortiment gestartet. Die Nudeln sollen unter keinen Umständen verzehrt werden. Der Grund für die Entscheidung ist ein Pilz, der auf einer Charge Bio-Spaghetti aus Vollkorndinkel nachgewiesen wurde und zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Wie die Lebensmittelwarnung auf der eigenen Webseite (20. September) mitteilte, handelt es sich bei den verunreinigten Produkten um Verpackungen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 25. sowie 26. Februar 2023. Darin seien Spuren von Ergotalkaloiden festgestellt worden.

Nudel-Rückruf: Diese Chargen sind betroffen:

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Umgehend informierte der Hersteller die Kunden über die schädlichen Rückstände und wandte sich in einem Informationsschreiben direkt an die Verbraucher. „Kunden und Kundinnen, die Beste Landqualität Bio-Dinkelvollkorn-Spaghetti mit den beiden genannten Mindesthaltbarkeitsdaten zu Hause haben, sollten die Nudeln vorsorglich nicht mehr verzehren. Ergotalkaloide können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen“, heißt es darin. In der Verkaufsstelle können Käufer des Produktes natürlich kostenfreien Ersatz erhalten.

Andere Mindesthaltbarkeitsdaten oder Nudelsorten sind von dem Rückruf nicht betroffen. Die Dinkel-Vollkorn-Spaghetti waren zwar bundesweit erhältlich, sind aber mittlerweile aus dem offenen Verkauf entfernt worden.

Ergotalkaloide in Nudeln nachgewiesen: Deshalb sind sie so gefährlich

Ergotalkaloide, wie sie auch in besagten Nudeln gefunden wurden, werden laut dem Lebensmittelchemischen Institut als sehr schädlich für den menschlichen Körper eingestuft. Sie werden auf natürliche Weise von bestimmten Pilzen gebildet und kommen vornehmlich im sogenannten Mutterkorn vor. Dinkel ist eine der Getreidesorten, die von einem solchen Schadstoff-Befall betroffen sein kann.

Nach dem Verzehr kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Verbraucher sollen unbedingt auf akute Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Muskelkontraktionen, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislaufprobleme achten. Im schlimmsten Fall können sogar Störungen des Zentralnervensystems auftreten.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt, können bei Frauen nach dem Verzehr geringer Mengen außerdem bereits Uterusblutungen und Fehlgeburten auftreten. Größere Mengen an Ergotalkaloiden können zudem Durchblutungsstörungen, Halluzinationen, Krämpfe, sowie Empfindungsstörungen und Lähmungen erzeugen.

Kürzlich musste auch der Bio-Händler Alnatura Nudeln zurückrufen.

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