1. tz
  2. Welt

Rückruf wegen Salmonellen: Verzehr von Bio-Produkt kann für bestimmte Menschen lebensbedrohlich sein

Erstellt:

Von: Marcus Giebel

Kommentare

Salmonellen-Vergiftungen können schwerwiegende Folgen haben. In einer Probe eines Bio-Produktes von Alnatura wurde die lebensbedrohlichen Bakterien nun festgestellt. Elf Bundesländer sind betroffen.

München - Aufgrund seiner Bio-Produkte lockt Alnatura vor allem Kunden in die Filialen, die sich sehr bewusst ernähren. Doch auch die Produkte des Unternehmens aus Darmstadt sind nicht vor unliebsamen Überraschungen gefeit. So wurden nun in einer Probe der Eigenmarke „Alnatura Erdmandeln gemahlen“ Salmonellen entdeckt.

Das teilte der Konzern mit, demzufolge die betroffene Ware bereits aus dem Verkauf genommen wurde. Vom Rückruf betroffen sind die Chargen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 22. März 2022 und 20. Mai 2022. Diese Angabe ist seitlich auf der Verpackung aufgedruckt, erklärt Alnatura.

Eine Packung Erdmandeln vor weißem Hintergrund
Vom Rückruf betroffen: In einer solchen Packung wurde bei einer Probe Salmonellen festgestellt. © Screenshot alnatura.de

Rückruf bei Alnatura: Bei Rückgabe des betroffenen Produkts verspricht Konzern „selbstverständlich Ersatz“

Von lebensmittelwarnung.de werden elf Bundesländer als betroffen aufgelistet. Dabei handelt es sich um Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Kunden können das Produkt in der jeweiligen Filiale zurückgeben, „dort gibt es selbstverständlich Ersatz“. Zudem heißt es: „Andere Haltbarkeitsdaten des Produktes und andere Alnatura-Produkte sind von dem Rückruf nicht betroffen.“

Rückruf bei Alnatura: Auch pflanzliche Lebensmittel können von Salmonellen befallen werden

Salmonellen sind weltweit vorkommende Bakterien. Sie können Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen. Durchfall ist eine typische Folge. Laut infektionsschutz.de vermehren sie sich schnell auf ungekühlten Lebensmitteln, können jedoch auch durch schlechte Küchenhygiene ins Essen gelangen.

Neben Fleisch- und Ei-Produkten sowie Eis können auch pflanzliche Lebensmittel von Salmonellen befallen sein. Außerdem wird von einer Schmierinfektion von Mensch zu Mensch gewarnt. Bei unzureichender Hygiene können „die Bakterien aus dem Darm über kleinste Spuren von Stuhlresten von Erkrankten an den Händen weitergetragen“ werden.

Vor dem Eingang eines Alnatura-Marktes sind zwei Menschen zu sehen
Setzt auf Bio-Produkte: Alnatura hat sich vor allem bei Menschen mit bewusster Ernährung einen Namen gemacht. © IMAGO / Sämmer

Rückruf bei Alnatura: Bei schweren und anhaltenden Symptomen sollte Arzt aufgesucht werden

Weitere Symptome können Kopf- und Bauchschmerzen, Unwohlsein oder auch Erbrechen sein. Häufig ist zudem leichtes Fieber. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden nach mehreren Tagen wieder ab.

Allerdings sind auch schwere Krankheitsverläufe mit hohem Fieber nicht auszuschließen - insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Im Falle einer Blutvergiftung droht sogar Lebensgefahr. Bei schweren und anhaltenden Symptomen rät lebensmittelwarnung.de dazu, einen Arzt aufzusuchen. Sich vorbeugend in ärztliche Behandlung zu begeben, sei hingegen nicht sinnvoll.

Auch ein Nudel-Produkt wurde jüngst aus dem Verkehr gezogen - dabei setzte es von Verbraucherschützern obendrein Kritik am Händler. Ebenfalls wegen Salmonellen-Gefahr musste ein Hersteller seine bei Norma vertriebenen Haselnusskerne zurückrufen. Eine spezielle Süßigkeit von zwei Herstellern könnte auch Salmonellen enthalten, weshalb das Bundesamt für Verbraucherschutz durchgriff. (mg)

Auch interessant

Kommentare