Vier Tage Party

Baby verhungert wegen Zechtour: Eltern tischen Freunden Coronavirus-Lüge auf

Diese beiden Eltern werden angeklagt, am Tod ihres Kindes Schuld zu sein.
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Diese beiden Eltern werden angeklagt, am Tod ihres Kindes Schuld zu sein.

Um ungestört feiern zu können, lässt ein russisches Paar ihr 16 Wochen alte Zwillinge allein zu Hause. Ohne Betreuung, ohne Nahrung. Ein Kind verhungert.

  • Russisches Paar geht auf eine viertägige Zechtour.
  • Ihre 16 Wochen alten Zwillinge lassen sie allein zu Hause.
  • Die Großmutter kann einem Säugling das Leben retten.

Vilyuchinks/Russland - Vier Tage lang gehen Margarita, 23, und Alexey, 35, auf Zechtour. Nach Wochen des Coronavirus-Lockdowns wollen sie es krachen lassen. Ihre Tochter und ihren Sohn, Zwillinge, die gerade einmal vier Monate alt sind, lassen sie ohne Betreuung oder Nahrung zu Hause. Es kommt zum Drama.

Vier Tage Coronavirus-Party: Russisches Paar lässt Zwillinge allein - Säugling stirbt

Russland reagierte schnell und konsequent auf die Bedrohung durch das Coronavirus-Sars-CoV-2. Am 15. März schlossen die Fußballstadien, eine Woche später Schwimmbäder und Fitnessstudios. Ende März verhängte Wladimir Putin Zwangsurlaub. Sechs Wochen sollte der am Ende dauern. Dazu kamen regional unterschiedliche Ausgangssperren.

Auch in Vilyuchinsk auf der Halbinsel Kamtschatka. Das war scheinbar zu viel der Einschränkungen für Margarita und Alexey, wie die englischsprachige Daily Mail am Montag, 8. Juni, berichtete. Das Paar hatte erst vier Monate zuvor Zwillinge bekommen. Als die Lockerungen bei ihnen griffen, entschieden sie sich, auf eine Party zu gehen. Die Kinder ließen sie allein.

Vier Tage Coronavirus-Zechtour: Säugling verhungert - Russisches Paar lässt Baby allein

Doch aus der Party wird eine Zechtour. Vier Tage sind die Eltern unterwegs. Ihre Kinder lassen sie zu Hause. Niemand kümmert sich um sie. Keiner wechselt die Windeln oderfüttert die Säuglinge. Ihren Freunden erzählt das Paar, die Kinder wären im Krankenhaus, weil sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hätten.

Im Lauf der Tage versucht eine der Großmütter die Eltern telefonisch zu erreichen. Als sie niemand ans Telefon geht, fährt sie bei der Wohnung vorbei, weil sie sich Sorgen macht. Zu Recht. Sie findet die verwahrlosten Kinder und ruft sofort die Polizei. So rettet sie zumindest dem Mädchen vielleicht das Leben. Denn das kämpft wegen ihrerdramatischen Unterernährung in einem Krankenhaus gerade um ihr Leben. Für den Jungen kommt jede Rettung zu spät. Er liegt bereits im Koma, als die Ärzte eintreffen. Er stirbt wenig später im Krankenhaus an den Folgen der Unterernährung.

Russischem Paar drohen 20 Jahre Knast: Baby verhungert nach vier Tagen Coronavirus-Party

Laut den englischsprachigen Yahoo-News muss das Paar damit rechnen wegen Mordes angeklagt zu werden. Dafür müssten sie für bis zu zwanzig Jahre ins Gefängnis. Zusätzlich müssen sie sich für die Vernachlässigung der elterlichen Pflichten verantworten. Für die Ermittler scheint die Lage klar: „In diesen vier Tagenfütterten sie die Kinder nicht und arrangierten keine alternative Betreuung“, zitiert Yahoo-News die Beamten. „Sie ließen sie hungern, sorgten sich nicht um die Hygiene und ließen die Kinder in einem gefährlichen Zustand zurück.“

In den letzten Wochen häufen sich Berichte über Gewalt gegen Kinder. So konnten Ermittler einen Fall von Kindesmissbrauch in Münster* aufdecken. In Hamburg bekam eine Mutter ihr Baby auf einem Gehweg und legte es einfach im Gebüsch ab*. Der Polizei in Straubing stellte sich ein 36-jähriger Mann. Er steht im Verdacht, seine beiden Kinder getötet* zu haben. In allen Fällen konnten die vermeintlichen Täter allerdings schnell ermittelt werden.

* tz.de und 24hamburg.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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