Schlimmer Zwischenfall in Österreich

Deutsche Urlauberinnen wollen Tee auf Almhütte kochen: Waldbrand droht - Feuerwehr steht vor irrwitzigem Problem

Freiwillige Feuerwehr abgebrannte Almhütte in Abtenau bei Salzburg
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Die Feuerwehr steht dort, wo mal eine Almhütte war.

Schlimme Hitze am Wochenende, doch deutsche Urlauberinnen haben auf dem Thermometer nochmal einen draufgesetzt. Sie fackelten versehentlich eine Almhütte ab.

  • Zwei deutsche Urlauberinnen wollten nur einen Tee auf einer Hütte trinken.
  • Dabei benutzten sie einen Gaskocher.
  • Die Feuerwehr konnte die Almhütte nicht mehr retten.

Update vom 9. August 2020, 22.21 Uhr: Mit einem zweiflammigen Gaskocher hatten sich zwei Wanderinnen aus dem Landkreis Ebersberg am Samstagvormittag einen Tee kochen wollen. Das Gerät war vor der Wegscheid Reit Hütte im Salzburger Land auf einem Holztisch aufgestellt. Plötzlich habe er an der Unterseite zu brennen begonnen, berichteten die beiden Frauen der Polizei. Die Löschversuche der zwei Frauen scheiterten, schnell griff das Feuer vom Holztisch auf die Schutzhütte über.

Als die Feuerwehr Abtenau und der Löschzug Voglau mit acht Fahrzeugen und 59 Einsatzkräften zum Brandort anrückten, stand die Hütte bereits in Vollbrand. Das Gebäude brannte völlig nieder, ein Übergreifen des Brandes auf den Wald konnte verhindert werden. „Die geschockten Urlauberinnen wurden vorsorglich in das Krankenhaus nach Hallein gebracht. Verletzungen dürften sie keine erlitten haben“, sagte ein Sprecher der Polizei. Warum der Gaskocher Feuer fing, das will nun die Polizei herausfinden. Ein Defekt des Gaskochers kann als mögliche Ursache nicht ausgeschlossen werden. „Es steht Fahrlässigkeit im Raum, noch aber gibt es kein endgültiges Ergebnis unserer Brandermittler“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag unserer Zeitung.

Die landwirtschaftliche Schutzhütte stand im Ortsteil Wegscheid auf einer Höhe von 1051 Metern. Die Feuerwehr Altenau und der Löschzug Voglau, die am Samstag um 11.22 Uhr alarmiert wurden, rückten von zwei Seiten an. Über eine Forststraße vom Stroblbauer schaffte es der Löschzug Altenau, innerhalb von 32 Minuten ein wasserführendes Löschfahrzeug zu der brennenden Hütte zu bringen. „Diese Entscheidung erwies sich als enorm richtungsweisend“, schreibt die Feuerwehr. Denn so gelang es, trotz Funkenflugs und Wärmestrahlung, ein Übergreifen der Flammen auf den trockenen Wald zu verhindern. Auch schafften es die Einsatzkräfte, eine sich in der Hütte befindende Gasflasche aus der Hütte zu bergen und aus sicherer Entfernung zu kühlen.

Das ebenfalls anwesende Rote Kreuz versorgte die zwei Wanderinnen aus Oberbayern, die sichtlich geschockt waren und deshalb zur Überprüfung in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht wurden. Um 15.30 Uhr war der Einsatz beendet. Von der Hütte stehen nur noch Kamin und Grundmauern.

Erstmeldung vom 9. August 2020, 9.25 Uhr: Salzburg - Die Waldbrandgefahr ist bei hohen Temperaturen und trockenen Gebieten im Sommer wieder höher. Doch das gefährliche Naturereignis ist wohl eher seltener auf einen Teekocher zurückzuführen. In Österreich, 60 Kilometer südlich von Salzburg wäre das aber wohl fast passiert. Der Bergwald konnte gerettet werden, eine Almhütte ist aber komplett abgebrannt. Was war passiert?

Salzburg/Abtenau: Deutsche Urlauberinnen wollten nur Tee kochen

Zwei deutsche Urlauberinnen habe laut den Salzburger Nachrichten am Samstagvormittag Tee kochen wollen. Eine 22-Jährige und eine 28-Jährige haben dazu wohl einen Zwei-Flammen-Gaskocher benutzt. Ein Prozedere, das jeder Camper oder Festivalbesucher so zig Male problemlos durchgeführt hatte.

Salzburg/Abtenau: Ganze Holzhütte in Schutt und Asche - Urlauberinnen wohl unverletzt

Wie die Urlauberinnen allerdings berichteten, fing auf einmal die Unterseite des Gaskochers an zu brennen. Und zum Pech der beiden Damen breitete sich das Feuer schnurstracks über den Holztisch auf das komplette Gebäude aus. In Nullkommanichts stand die ganze Holzhütte in Flammen.

Die beiden Urlauberinnen retteten sich und konnten die Feuerwehr verständigen. Allerdings war die 32-minütige Anfahrt zur Hütte mit den Löschfahrzeugen eine große Herausforderung. Eine fast 800 Meter lange Leitung über fast 200 Höhenmeter musste gelegt werden, um den Einsatz erfolgreich ausführen zu können, wie die Freiwillige Feuerwehr Abtenau berichtet.

Salzburg/Abtenau: Die Polizei ermittelt nun

Die Almhütte konnte nicht gerettet werden, die ist nur noch Schutt und Asche. Der Feuerwehr ging es darum, dass die Flammen nicht auf den Wald übergreifen. Die Urlauberinnen wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, sind aber wohl unverletzt. Die Polizei ermittelt wegen der Brandursache. Auch ein defekter Gaskocher ist nicht ausgeschlossen. (ank)

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