Frau liegt im Sterben

Sanitäter unterstellen ihr, dass sie simuliere - wenig später ist sie tot

Ein Rettungsteam wurde aufgrund Missachtung der grundlegendsten Sorgfaltspflicht angeklagt: Eine junge Frau liegt im Sterben - anstatt zu helfen, werfen sie ihr nur Simulation vor.

Beatrice Lovane ist erst 22 Jahre alt, als sie stirbt. Sie litt an einer undiagnostizierten Lebererkrankung. Nachdem sie starke Magenschmerzen bekam, nahm sie mehr verschriebene Medikamente ein, als ihr Arzt empfohlen hat. 

Ihre Mutter erhebt nun über die britische Tageszeitung Telegraph schwere Vorwürfe. Ein Sanitäter, der zu ihr nach Hause gerufen wurde, soll nur gesagt haben: „Hör auf, lustig zu sein, benimm dich! Hör auf, dich zu erniedrigen und geh zu dem Krankenwagen.“ Die junge Frau war dazu nicht in der Lage. Im Treppenhaus kollabierte sie. Sie blieb liegen, kämpfte mit dem Atem, soll sich erbrochen haben. 

Als die Rettungssanitäter ihr auf die Beine helfen wollten, sackte die 22-Jährige zusammen. Ihre Mutter Maria Lovane hat dem Gericht erzählt, wie einer der Sanitäter unterstellt haben soll, die junge Frau würde ihren Zusammenbruch nur faken und es machen, weil sie um Aufmerksamkeit buhle. Als sie nach einem Rollstuhl für ihre Tochter gefragt hatte, soll man ihr entgegnet haben: „Wir geben ihr keinen Rollstuhl, es nichts falsch mit ihren Beinen.“ Schließlich wurde die junge Frau auf eine Trage gesetzt, auf dieser hörte ihr Atem auf. 

Gleichzeitig wurde die Polizei eingeschaltet. Beatrice Lovane wurde zum Fairfield Krankenhaus in Bury gebracht, in der sie weniger als zwei Stunden später verstarb. 

„Wir waren uns einig, dass sie alleine die Treppe hinunter laufen kann“

Der Vorfall ereignete sich bereits im August 2016, aber sorgt nach wie vor für Zündstoff. Einer der Sanitäter, Anthony M., versucht sich zu rechtfertigen: „Wir wollten, dass sie zum Krankenwagen kommt. Wir glaubten, dass sie dazu noch fähig war und waren uns einig, dass sie alleine die Treppe hinunter laufen kann. Es schien uns sicherer zu sein, sie nicht nach ihrem Verhalten zu fragen. Aber sie wollte nicht mit uns zusammenarbeiten. Deshalb haben wir die Polizei eingeschaltet. Damit dachten wir, dass wir sie dazu ermutigen könnten, mit ins Krankenhaus zu kommen.“ 

Die Gerichtsmedizinerin Lisa Hashmi sagt: "Das ist keine Angelegenheit für ein Gericht. Sondern viel eher für ihren Arbeitgeber und der zuständigen Behörde, aber ich bin sicher, dass Schritte in Bezug auf ihre Handlungen getroffen werden." Sie fügte hinzu: "Ich muss klarstellen, dass dieser Vorfall nicht reflektierend für die Gesamtbetreuung dieses Landes sein soll, denn im Ganzen bietet der Rettungsdienst gute Dienste.“

Im Nachhinein, so sagten jetzt auch beide Sanitäter, hätten sie die Situation anders behandelt. „Wir haben im März 2017 eine Beschwerde von der Familie erhalten und eine vollständige und gründliche Untersuchung durchgeführt. Wir akzeptieren vollkommen, dass das Niveau der Versorgung, das Miss Lovane erhielt, unter dem Standard war, den wir erwarten würden“, sagte eine Sprecherin des West-West-Rettungsdienstes: "Es wurden vor kurzem neue Beweise vorgelegt und infolgedessen wurden die beteiligten Bediensteten aus der Pflicht wegen weiterer Untersuchungen ausgesetzt. Wir möchten die Öffentlichkeit beruhigen, dass wir diese Angelegenheit äußerst ernst genommen haben und mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten werden. Wir erwarten, dass alle unsere Mitarbeiter unsere Werte in Bezug auf Respekt, Würde und Mitgefühl aufrechterhalten."

nm

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