Rarität aus zweitem Weltkrieg

Ostsee: Taucher macht seltenen Fund - und erkannte zunächst gar nicht, was er da vor sich hat

Schleitaucher Christian Hüttner steht hinter vier Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt sechs Enigma-Chiffriermaschinen haben Taucher bei Arbeiten in der Ostsee gefunden und geborgen.
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Schleitaucher Christian Hüttner hinter Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ein Taucher entdeckt vor der Küste von Schleswig-Holstein sechs Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese wurden dort vermutlich gegen Kriegsende entsorgt und sollen nun restauriert und ausgestellt werden.

  • In der Ostsee kam es zu einem seltenen Fund.
  • Ein Taucher fand sechs Enigmas aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs.
  • Geplant ist eine Ausstellung der Rotor-Schlüsselmaschinen.

Schleswig - Ein Taucher hat bei Arbeiten sechs weitere Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Ostsee geborgen. Wie das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein am Donnerstag berichtet, habe Finder Christian Hüttner den Fund aus der Nähe von Schleimünde zwischen Flensburg und Kiel gemeldet. Den Fund habe er Anfang des Jahres gemacht, sagte der Berufstaucher der Deutschen Presse-Agentur.

Ostsee: Fund aus zweitem Weltkrieg erstmals nicht zu erkennen

Erkennen konnte Hüttner die Chiffriermaschinen aufgrund des starken Bewuchses nicht sofort. „Ein paar Tasten schauten raus.“ Um die Entdeckung seines Lebens handele es sich bei den Enigmas aber keinesfalls: „Für mich hat das keinen besonderen Stellenwert“, sagte der 48-Jährige. „Funktionieren werden die Dinger nie wieder.“

Der Fund ist auch nicht der erste dieser Art. Erst im November vergangenen Jahres hatten Taucher in der Ostsee bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen eine Enigma gefunden. Der seltene Fund wird derzeit in der Werkstatt des Museums für Archäologie auf Schloss Gottorf in Schleswig restauriert. Nach Angaben des Landesamts ist aber noch offen, wie genau die nun gefundenen Maschinen an ihren Fundort gelangten. Sie sollen ebenfalls fachgerecht konserviert werden.

Schleswig-Holstein: Chiffriermaschinen aus Ostsee sollen ausgestellt werden

Sind die Arbeiten abgeschlossen, ist eine Ausstellung zu den Chiffriermaschinen im Museum für Archäologie geplant. Zudem handele es sich dabei um Gedenkorte. Laut Landesamt für Archäologie wurden während des Zweiten Weltkriegs schätzungsweise 100 000 bis 200 000 Enigmas gebaut, darunter viele unterschiedliche Modelle. Aus diesem Grund gehen Archäologen davon aus, dass noch zahlreiche weitere Enigmas in schleswig-holsteinischen Gewässern versenkt wurden. Sie seien Teil der jüngeren deutschen Geschichte, und ihre Fundorte könnten Aufschluss zu den Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges erbringen.

Nach ersten Erfolgen von Experten des polnischen Geheimdienstes trug der britische Mathematiker Alan Turing während des Zweiten Weltkriegs maßgeblich dazu bei, den Enigma-Code zu knacken. Dies hatte erheblichen Einfluss auf den U-Boot-Krieg im Atlantik. Fortan konnten die Briten nämlich die verschlüsselten Funk-Codes an deutsche Boote „mitlesen“ - und das unbemerkt vom Kriegsgegner. Auch in Oberbayern kam es mal zu einem sehr ähnlichen Fund. (lp mit dpa)

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