Schnee-Chaos: Über 300 Kilometer Stau in NRW

Berlin - Kilometerlange Staus, gesperrte Autobahnen und Einschränkungen im Flugverkehr - das Winterwetter hat weite Teile Deutschlands fest im Griff. Es kam zu hunderten Unfällen. Laut Wetterdienst soll es kräftig weiterschneien.

Vor allem auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen ging stellenweise nichts mehr. Pendler, die mit dem Auto unterwegs waren, steckten im Stau fest und kamen verspätet zur Arbeit. Verantwortlich für die Behinderungen war ein Tiefausläufer, der von Nordosten über das Land zog. Binnen weniger Stunden hatte es am Montagabend bis zu zehn Zentimeter Neuschnee gegeben. Besonders auf den nordrhein-westfälischen Autobahnen mussten Autofahrer mit den Schneefällen kämpfen.

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Zahlreiche Lkw steckten auf den schneebedeckten Fahrbahnen fest, und Pkw-Fahrer drosselten ihre Geschwindigkeiten. Die Folge waren Staus von insgesamt über 300 Kilometern Länge am Dienstagmorgen. Wie auf der A 52 von Essen nach Düsseldorf reihten sich die Autos auf vielen Strecken mehr als zehn Kilometer aneinander. Von Montagabend bis Dienstagmorgen gab es nach Polizeiangaben auf den NRW-Straßen mehr als 700 witterungsbedingte Verkehrsunfälle, bei denen zwei Personen schwer und 26 leicht verletzt wurden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 1,54 Millionen Euro.

Sperrungen bis in den Morgen

'Nichts geht mehr' hieß es am Abend und in der Nacht auf mehreren Autobahnen, nachdem sich zahlreiche Lastwagen festgefahren hatten. Besonders betroffen waren die A 42 und das Autobahnkreuz Oberhausen - hier besonders die A 2 in Richtung Hannover. Die A 1 musste nach einem Lkw-Unfall zwischen dem Kreuz Lotte/Osnabrück und Lengerich in Fahrtrichtung Münster für rund sieben Stunden gesperrt werden. Bei Köln wurden die A 3 und die A 4 gesperrt. Erst in den Morgenstunden wurden alle Sperrungen aufgehoben. Als besonders schwierig erwies sich die Situation in Köln. Der Schnee taute zunächst, um dann bei sinkenden Temperaturen auf dem Boden zu gefrieren. Dadurch bildete sich auf den Straßen eine Eisschicht, wie ein Sprecher der zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe erläuterte.

Flugausfälle und Verspätungen

Wer eine Reise mit dem Flugzeug anstrebte, kämpfte mit Verspätungen oder blieb im schlimmsten Fall komplett am Boden. So wurde am Montagabend am Düsseldorfer Flughafen von 20.45 Uhr bis 21.30 Uhr der gesamte Flugbetrieb eingestellt. Die Start- und Landebahnen mussten gründlich von Schnee und Eis befreit werden. 16 Starts und Landungen fielen aus. Am Morgen entspannte sich die Lage dann wieder. Die heftigen Schneefälle und Glatteis führten auch im Nordwesten zu hunderten Unfällen und kilometerlangen Staus. Mindestens zwei Menschen kamen bei Glatteisunfällen ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Auf der A 2 bei Hannover mussten Autofahrer in der Nacht stundenlang in einem 20 Kilometer langen Stau ausharren. Freuen konnten sich hingegen Schüler in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Rotenburg. Dort fiel der Unterricht wegen der Schneemengen am Dienstag aus.

Feuerwehr hilft mit Decken und Heißgetränken

Gute Nerven brauchten in der Nacht Autofahrer auf der A 2. Am Autobahndreieck Hannover West waren mehrere Lastwagen liegengeblieben, hatten sich im Schneematsch festgefahren oder auf eisglatter Fahrbahn gedreht. Dadurch staute sich der Verkehr zwischen 21.00 Uhr und 4.00 Uhr morgens auf rund 20 Kilometern Länge. Die Feuerwehr versorgte die wartenden Autofahrer mit Decken, Heißgetränken und Treibstoff. In Hamburg setzten 400 Einsatzkräfte des Winterdienstes in der Nacht ihren Einsatz vom Abend fort, um Straßen, Zebrastreifen, Kreuzungsbereiche, Bushaltestellen und Radwege vom Eis zu befreien. Verkehrsteilnehmer müssen dort weiter mit Glätte durch Schnee und Eis rechnen. Besonders schwierig lief es am Abend auf der Hansalinie zwischen Bremen und Hamburg. Richtung Norden kam der Verkehr ab der Anschlussstelle Stuckenborstel weitgehend zum Erliegen, berichtete die Autobahnpolizei Sittensen.

Auch in Hessen führten schneeglatte Straßen zu Staus und Unfällen im Berufsverkehr. Auf der B 49 bei Gießen in Richtung Wetzlar war in der Nacht ein Lastwagen umgestürzt. Schleppender Verkehr und Staus meldete die Verkehrsleitzentrale auch auf der A 5 bei Heppenheim sowie auf der A 66 und B 42. Auf dem Frankfurter Flughafen gab es am Morgen keine Beeinträchtigungen, wie ein Sprecher sagte. In der vergangenen Woche mussten auf Deutschlands größtem Flughafen nach heftigen Schneefällen Hunderte Flüge gestrichen werden. Nach Angaben des ACE Auto Club Europa sind derzeit 45 der rund 200 Alpenpässe für den Verkehr gesperrt. Die Verkehrslage im Hochgebirge könne sich bei starkem Schneefall stündlich weiter verschärfen. Bei Fahrten ins Hochgebirge sollten immer Schneeketten mitgenommen werden.

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dapd

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