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Das haben Sie sich bestimmt schon oft gefragt! Warum heißt die Mutter Mutter?

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Eine Schraube mit dazugehöriger Mutter. Wieso heißt die Mutter, wie sie heißt?
Eine Schraube mit dazugehöriger Mutter. Wieso heißt die Mutter, wie sie heißt? © fkn

Jeder kennt und benutzt das Wort - doch nicht viele kennen den Grund dafür, warum eine jede Schraube von einer „Mutter“ festgehalten wird.

München - Eine Mutter aus Metall - eine seltsame Vorstellung, aber in der deutschen Sprache das normalste auf der Welt. Die kleinen Ringe, die Schrauben an ihrem Platz halten, werden eben genau so genannt, wie wir unseren weiblichen Elternteil nennen. Nur warum? Der Grund dafür ist simpel, aber kaum einer kennt ihn. Es hat nichts damit zu tun, dass die Mutter die Schraube „umarmt wie eine Mutter ihr Kind.“

Auf Englisch heißt „Schraube“ „male screw“ und „Mutter“ „female screw“

Eng verknüpft ist die Genese dieser ungewöhnlichen Bezeichnung logischerweise mit der Namensgebung der Schrauben. Ein Blick ins Englische verrät bereits, was dahinter steckt: Auf Englisch werden „Schraube“ und „Mutter“ nämlich als „male screw“ und „female screw“ bezeichnet. Das war früher auf Deutsch ganz ähnlich.

Gehen wir weit zurück: Und zwar mithilfe der „Oekonomischen Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft von J. G. Krünitz“ aus dem Jahre 1773, die die Universität Trier digital veröffentlicht hat. Krünitz schreibt über die Schraube:

„Eine solche Schraube, auch Schraubenspindel oder Vaterschraube genannt, dreht sich immer in einer völlig gleichen cylindrischen Höhlung, an deren Wänden herum eine eben solche schiefe Ebene auf dieselbe Art sich herumwindet. Letztere nennt man Schraubenmutter oder Mutterschraube.“

Die Vaterschraube werde „besonders dann so genannt, wenn sie mit der Mutterschraube zwei abgesonderte Theile vereiniget, wie z. B. an einem Pfeifenrohre“, schreibt Krünitz.

Früher bezeichnete man die heutige Schraube als Vaterschraube

Früher bezeichnete man die heutige Schraube also als Vaterschraube, und die heutige Mutter als Mutterschraube, ganz ähnlich wie auf Englisch. Aus „Mutterschraube“ wurde mit der Zeit ausschließlich die verkürzte Form, Mutter. In der Mehrzahl übrigens Muttern. Bei „Vaterschraube“ ging dagegen der „Vater“ verloren.

Der Grund, warum die Menschen der Zeit der frühen Industrialisierung sich für diese Art der Benennung entschlossen haben, liegt nahe: Das „männliche“ Teilstück „dringt“ in die weibliche Form ein - wie eben in der Welt der Biologie auch. (cg)

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