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Schwan von Brücke geworfen: 80-Jährige wird zum Internet-Hit

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Von: Anna Lehmer

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Ein Schwan schlägt in Kreuzberg auf dem Landwehrkanal mit den Flügeln.
Eine 80-jährige Berlinerin hat einen Schwan von der Admiralbrücke in Berlin geworfen. © picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Schwäne sind schön, aber gefährlich. Eine 80-jährige Berlinerin wollte einem verzweifelten Vogel helfen und warf ihn kurzerhand von einer Brücke. Auf Social Media wird sie für die Aktion gefeiert.

Berlin - Mit 80 Jahren noch einmal zum Internetstar zu werden, ist für viele unvorstellbar. Eine 80-jährige Berlinerin sorgt seit Montag mit einer kuriosen Rettungsaktion für millionenfache Klicks: Beherzt greift die Dame nach einem wild flatternden Schwan, packt ihn zuerst an den Flügeln und dann an einem Bein. Sie hievt das schwere Tier auf das Geländer der Admiralbrücke in Kreuzberg - und wirft ihn herunter. Im Netz wird die Rentnerin dafür gefeiert.

Schwan über Bord: Rentnerin wird mit Rettungsaktion zum Internet-Hit

Der Grund für die waghalsige Aktion liegt eine Ebene tiefer. Die Seniorin wirft den Schwan nicht planlos ins Nichts, vielmehr möchte sie dem verirrten Tier helfen. Unter der Admiralbrücke fließt der Landwehrkanal, ein ganzjähriger Hotspot für Schwäne und Co. Um den Schwan vor der Straße zu retten, weist sie ihm mit ungewöhnlichen Mitteln den Weg. Der Rettungsversuch glückt, denn im Video ist zu sehen, wie der Vogel unbeschadet davon schwimmt, als hätte es den Vorfall nie gegeben.

Seniorin ist keine Unbekannte: Social Media feiert 80-Jährige

Auf Twitter haben bisher knapp eine Million Menschen den Schwanen-Vorfall gesehen. Allein bei Twitter wurde der Clip bisher rund eine Million Mal angesehen. Die Menschen bewundern die betagte Dame für ihr beherztes Eingreifen „Das ist erstaunlich! Wir brauchen mehr Menschen, die so furchtlos sind“, schreibt eine Frau auf Instagram*. „Diese Frau hatte Erfahrung im Umgang mit Geflügel. Genau so ist meine Großmutter mit ihren Gänsen umgegangen. Bravo an diese Frau!“, so eine andere. Doch nicht nur im Internet ist die Schwanen-Retterin eine Bekanntheit, auch in Berlin kennt man sie. Die 80-Jährige verkauft Zeitungen in der Hauptstadt. Im Sommer steht sie mit ihrem Zeitungsständer am Prinzenbad, im Winter an der Admiralbrücke, schreibt ein Follower* auf Social Media.

80-Jährige beweist Mut: „Ich habe schon viele Schwäne runtergeschmissen.“

Die Dame mit dem braunen Kopftuch ist eine Wiederholungstäterin, denn die Rettungsaktion ist nicht ihre erste. In einem Interview mit dem Tagesspiegel sagt sie: „Ich habe schon viele Schwäne runtergeschmissen.“ Sie tue das aus Mitleid, denn während alle anderen Menschen den verzweifelten Tieren nur zusehen, packe sie an. „Der Schwan hat immer seinen Kopf durch das Eisengeländer gesteckt“, erinnert sie sich. „Das war noch ein ganz junges Tier.“ Um die Schwäne zu retten, wirft sie diese von der Brücke. Angst habe sie dabei nicht. „Was soll der schon machen?“, lacht sie über die Angst ihrer Mitmenschen. „Der kann doch nur zwicken. Davon stirbt ein Mensch nicht.“

Wildtierreferent warnt vor unnötigen Rettungsaktionen

Derk Ehlert, Wildtierreferent des Landes Berlin, sieht die Aktion kritisch. Wie er gegenüber der Zeitung angibt, könne ein Schwan verletzt werden, wenn ihn jemand so packe wie die Dame. Wehrt er sich, hat das auch Folgen für den Retter, denn die Vögel sind nicht gerade zimperlich. Ein Schwan kann bis zu 14,3 kg wiegen, die Flügelspannweite beträgt bei manch ausgewachsenem Exemplar über zwei Meter. Es sei zudem keine Ausnahme, dass ein Schwan auf der Admiralbrücke statt im Wasser landet. „Er wäre sicher auch ohne Hilfe wieder ins Wasser gekommen“, so der Experte. Im Video sei zu erkennen, dass sich der Schwan ruhig verhalten hätte und nicht in Gefahr gewesen wäre.

Derzeit herrscht in Europa die stärkste Geflügelpestepidemie überhaupt, wodurch Wildvögel wie Wildenten, Wildgänsen und Möwen gefährdet sind. Auch Schwäne sind davon betroffen. (ale)

*tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA

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