Gerichtsprozess in der Schweiz

Ehemann erschlägt Gattin mit Schuhlöffel - jetzt erklärt er, was ihn derart ausrasten ließ

Ein Kameramann filmt am 08.03.2010 in München (Oberbayern) im Landgericht München I vor Prozessbeginn den Gerichtssaal, in dem zwei Stühle hinter der Anklagebank stehen.
+
Vor Gericht erklärte ein 67-Jähriger jetzt, was ihn dazu brachte, seine Ehefrau mit einem Schuhlöffel zu erschlagen. (Symbolbild)

40 gemeinsame Ehejahre, fünf gemeinsame Kinder: Ein Mann tötet seine Frau mit einem Schuhlöffel auf brutale Weise. Jetzt steht er vor Gericht - und bereut seinen Wutausbruch.

  • Ab und zu enden Ehestreits tödlich*: Nach 40 gemeinsamen Ehejahren und fünf gemeinsamen Kindern hat ein Mann in St. Gallen seine Ehefrau umgebracht.
  • Der Grund: Jahrelang hätte ihn seine Gattin schikaniert.
  • Jetzt steht er wegen Totschlags vor Gericht - und bereut seine Tat.

St. Gallen - In seiner Wohnung in der Ruhsitzstraße hatte ein serbisches Ehepaar gemeinsam seine fünf Kinder großgezogen. Nach dem Auszug des jüngsten Kindes soll sich die Ehefrau aber in ihrem Wesen stark verändert haben, dies berichtete zumindest der Ehemann am Montag dem Kreisgericht in St. Gallen. Der 67-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt, denn letztes Jahr hatte er seine Gattin - die laut ihm zur „Tyrannin“ mutiert war - ermordet.

St. Gallen: Ehestreit eskaliert und endet in Tragödie

Nachdem der Nachwuchs flügge geworden war, soll ihn seine Ehefrau Vlora R.* über Jahre hinweg schikaniert und gedemütigt haben, dies berichtete der Angeklagte dem Gericht. Am Karfreitag 2019 wurde es Edmir R.* offenbar zu viel: mit einem 300 Gramm schweren und 56,5 Zentimeter langen Schuhlöffel attackierte er seine 60-jährige Ehefrau und schlug sie brutal damit tot.

Edmir R.* ging daraufhin sofort zur Polizei, stellte sich den Beamten freiwillig und gab die Tat zu. Der fünffache Familienvater musste sich nun auch vor Gericht verantworten, fordern die schweizer Staatsanwälte doch eine Strafe von sieben Jahren Gefängnis und einen anschließenden Landesverweis von zehn Jahren für den pensionierten Bauarbeiter. Der Täter zeigte sich den Behörden bis zuletzt kooperativ und bereute seine Tat sogar sichtlich, berichtet Marco Latzer, Reporter des Schweizer Nachrichtenportals „Blick“ heute.

Totschlag nach jahrelanger Tyrannei der Ehefrau - ihr Ehemann tötet sie mit einem Schuhlöffel

Als „dreckig“, „schmutzig“ und „schwul“ soll Vlora R.*, Putzfrau und serbisch-kosovarische Doppelbürgerin, ihren Ehemann nach 40 gemeinsamen Jahren fast täglich beschimpft haben. Zudem unterstellte sie ihm Untreue und eine Affäre. Wie „Blick" berichtet, hätten die Kinder des Ehepaars R. vor Gericht ausgesagt, dass ihr Vater trotz allen Schimpftiraden immer gelassen geblieben wäre - doch dem war nicht so am 19. April 2019. An diesem Tag trugen Bestatter die Leiche ihrer Mutter aus der gemeinsamen Wohnung in St. Gallen.

Mit der Tatwaffe schlug Edmir R.* zwanzig bis dreißig mal so heftig auf seine Gattin ein, dass sie zwar noch versuchte unter den Esstisch zu flüchten, aber letzten Endes ihren schwersten Verletzungen am Kopf wenig später erlag. Als sich Vlora R.* nicht mehr bewegte, wählte ihr Ehemann den Notruf, um sich ohne Widerstand von der Polizei festnehmen zu lassen. Auch wenn der Angeklagte die Tat bereut, bleibt es für die Staatsanwaltschaft wohl eine brutale Art des Totschlags.

Nicht selten enden Beziehungsdramen tödlich: Ein 72-Jähriger Mann schlug Anfang des Jahres mit einem Hammer auf seine Lebensgefährtin ein*. Nachdem im bayerischen Töging am Inn im März ein Ehemann seine Gattin mit einem Küchenmesser erstochen hatte*, ermordete am 6. Juli in Obergünzburg ein Mann seine Frau brutal in einem Linienbus* - vor den Augen aller anderen Passagiere. (cos) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

* Die Namen wurden von „Blick" geändert.

Video: Immer wieder enden Ehestreits in der Tragödie - so auch vergangenes Jahr in Wien

Auch interessant

Kommentare