„Zu faul zum kämmen“

Vierjähriges Mädchen stirbt fast durch Kopfläuse - schwere Vorwürfe gegen Mutter

Eine Kopflaus, Pediculus humanus capitis auf dem Kopf eines Menschen.
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Kopfläuse: Auch die vermeintlich ungefährlichen Parasiten können irgendwann lebensbedrohlich werden.

Läuse sind lästig. Dass sie aber auch lebensgefährlich werden können, beweist der Fall einer Vierjährigen. Gegen die Mutter der Kleinen läuft nun ein Verfahren.

Scottsburg - Alleine die Namensnennung der mikroskopisch kleinen Biester sorgt für juckende Köpfe und Unbehagen. Gerade in Kindergärten und Schulen sind Läuse keine Seltenheit. Egal wie gepflegt oder sauber ein Kind ist, die lästigen Tierchen abholen kann es sich immer.

Das ist normalerweise auch kein Problem: Die Behandlung ist einfach und effektiv. In den meisten Fällen reichen Läuseshampoo und Kamm aus. Der Fall eines kleinen amerikanischen Mädchens in Scottsburg, Indiana beweist allerdings wie wichtig eine solche Behandlung ist.

Kind mit Kopfläusen in schrecklichem Zustand: Vier Bluttransfusionen nötig

Viel zu lange saugten die Parasiten Blut aus der Kopfhaut der Vierjährigen. Mit dramatischen Folgen: Als das Mädchen schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, konnte sie amerikanischen Nachrichtendiensten zufolge kaum noch laufen. Die Gerichtsakten zeigen: Ihr Hämoglobinwert lag bei 1,7 g/dl. Normal wäre ein Wert von 12. Nur mithilfe von Bluttransfusionen kann die Kleine gerettet werden.

Blutarmut ist das größte Problem bei einem unbehandelten, lange anhaltenden Befall mit Kopfläusen. Gerade für Kinder kann diese Blutarmut irgendwann gefährlich und wie bei einer 12-Jährigen im US-Staat Georgia sogar tödlich enden. Trotzdem bleiben schwere Verläufe wie dieser eine absolute Seltenheit.

„Einfach zu faul“: Schwere Vorwürfe gegen die Mutter - Wie konnte es soweit kommen?

Wie konnte es so weit kommen? Glaubt man der Großmutter des Kindes, ist es alleine die Schuld der Mutter. Sie habe den Befall ignoriert, sei zu faul zum Kämmen gewesen, so die Anschuldigung der Großmutter vor Gericht. Schon im November hätten die Kinder demnach Läuse gehabt. Die Mutter sei daraufhin „einfach zu faul gewesen, um schon wieder beim Herauskämmen zu helfen“. Zur Großmutter habe sie nur gesagt, „sie habe den Befall nicht bemerkt“.

Die Schule der zwei Jahre älteren Schwester hatte schließlich die Polizei informiert. Im April gelangten die Kinder, den Gerichtspapieren zufolge dann in die Obhut ihrer Großeltern. Sie brachten die beiden ins Krankenhaus. Die Mutter der Kinder muss sich jetzt wegen Kindesvernachlässigung vor Gericht verantworten. Die Verhandlungen laufen noch.

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