Viraler Post auf Facebook

Sechs Jahre altes Happy Meal wie neu? Das ist dran am McDonald's-Mythos

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Ein Experiment mit einem sechs Jahre alten Happy Meal fasziniert das Internet.

München - Diese Internet-Meldung geht derzeit viral: Darin behauptet eine Frau ein Happy Meal von McDonald's, das sechs Jahre lang in seinem Pappkarton lag, zeige keinerlei Anzeichen von Verfall. Stimmt das?

Dass Fast Food nicht sonderlich gesund ist, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Vielen ist das jedoch egal, ihnen schmecken die schnellen Snacks einfach. Jetzt macht ein Facebook-Post die Runde im Internet, bei dem selbst der größten McDonald's-Fan ins Grübeln kommen dürfte:

Vor ein paar Tagen postete Jennifer Lovdahl das Foto eines Happy Meals. "Nichts besonderes", denkt der Betrachter, doch dann fällt sein Blick auf ein zweites Foto mit einem Kassenzettel. Aus dem geht hervor, dass diese Fritten und Chicken McNuggets alles andere als frisch zubereitet sind. Die Frau aus Anchorage im US-Bundesstaat Alaska schreibt: "Vor sechs Jahren habe ich dieses Happy Meal bei McDonald's gekauft. Seitdem lag es bei uns im Büro und ist weder verschimmelt noch vergammelt oder verwest. Es riecht einfach nur nach Pappe." 

Ihre Schlussfolgerung: Dass das Mahl nach der langen Zeit noch so unnatürlich normal aussieht, muss an den darin enthaltenen "Chemikalien" liegen.

Plädoyer für "echtes Essen"

Mit ihrem Experiment wollte sie ihren Patienten vor Augen halten, wie ungesund dieses Essen sei, so die Chiropraktikerin. Vor allem habe sie dabei an Kinder gedacht, die sich noch im Wachstum befinden. Der Pappkarton, in dem das Happy Meal sich befand, werde sich schneller zersetzt haben, als das Happy Meal selber, befürchtet Lovdahl und appelliert daher an alle, die ihre Nachricht lesen: "Esst echtes Essen! Äpfel, Bananen, Möhren, Sellerie... DAS ist echtes fast food." 

It's been 6 years since I bought this "Happy Meal" at McDonald's. It's been sitting at our office this whole time and...

Posted by Jennifer Lovdahl on Mittwoch, 3. Februar 2016

Mehr als 243.000 Menschen haben in knapp einer Wochen den Post auf dem sozialen Netzwerk geteilt. Ihnen leuchtet die Argumentation der Amerikanerin ein. Wenn man bedenkt, wie übel etwa eine Banane schon nach wenigen Tagen aussieht, klingt sie ja auch irgendwie logisch. 

Doch ist sie das auch?

Der Mythos ist nicht neu

Zunächst einmal: Die "Entdeckung", dass die Mahlzeiten von McDonald's angeblich nicht verfaulen, taucht seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig im Internet auf. Das US-amerikanische Portal snopes.com hat es sich zur Aufgabe gemacht, Internet-Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen. Demnach gab es etwa 2008 bereits die Geschichte von einem zwölf Jahre alten Hamburger der Kette, der aussah wie neu. 

Ein wirklich wissenschaftlicher Versuch 

Praktisch keines dieser selbst durchgeführten "Experimente" hält wissenschaftlichen Standards statt. So fehlt meist eine "Kontrollgruppe" ebenso wie genauere Angaben - etwa, bei welcher Temperatur und in welchem Klima das Essen jeweils gelagert wurde.

Um Klarheit zu bekommen, nahm sich daher bereits 2014 J. Kenji Lopez-Alt der Sache an. Der preisgekrönte US-Küchen-Spezialist, der sich mit der Wissenschaft des Kochens befasst, staunte nicht schlecht, als er das Ergebnis betrachtete: Einzig und allein die Burger, die er luftdicht verschlossen gehalten hatte, hatten nach einem Monat zu schimmeln angefangen. Alle anderen, unabhängig von Zubereitung, Bestandteilen und Salzgehalt, sah man nicht an, wie lange sie schon da gelegen hatten. 

Des Rätsels Lösung

Nicht die vielen Konservierungsmittel und andere künstliche Zutaten sind der Grund für das noch recht frische Aussehen der Speisen nach so langer Zeit. "Unser Essen kann durchaus verschimmeln", schreibt der US-Burger-Riese auf der konzern-eigenen Informationsseite: "Aber dazu braucht es Feuchtigkeit in der Luft. Ist die nicht vorhanden, vertrocknet das Essen einfach, bevor sich die entsprechenden Pilze und Bakterien darauf setzen können."

Das ist also des Rätsels Lösung. Und die ergibt auch Sinn, wenn man sich nur einmal vor Augen führt, dass die Methode der natürlichen Austrocknung seit Jahrhunderten verwendet wird, um zum Beispiel Dörrfleisch herzustellen.

Fazit: Es gibt sicher Gründe, nicht zu McDonald's zu gehen. Dass das Essen des Burger-Braters nicht verrottet, ist allerdings keiner.

Lesen Sie dazu auch:

Was ein Big Mac in 60 Minuten mit dem Körper macht

hn

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