UN sehen Trendwende bei Aids-Epidemie

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Michel Sidibe, Direktor von UNAIDS, hält den Aids-Report 2010 in Händen.

Genf - Die Vereinten Nationen sehen bei den Neuinfektionen mit Aids eine anhaltende Trendwende. Vor allem in Afrika ging die Zahl der Neuinfektionen zurück.

Vor allem in den Ländern südlich der Sahara hätten sich in den letzten Jahren weniger Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert, erklärte das AIDS-Programm der Vereinten Nationen UNAIDS. “Wir haben das Vertrauen und die Überzeugung, dass wir den Verlauf der Aids-Epidemie gebrochen haben“, sagte UNAIDS- Geschäftsführer Michel Sidibé am Dienstag in Genf. “Weniger Menschen stecken sich an, weniger Menschen sterben.“ Allerdings seien die Neuinfektionen auch in sieben Ländern, fünf davon in Osteuropa und Zentralasien, um über 25 Prozent gestiegen.

UNAIDS schätzt die Zahl Infizierten und Erkrankten weltweit auf 33,3 Millionen. Sidibé zeigte sich mit der Aussage des Papstes, in “begründeten Einzelfällen“ seien Kondome zulässig, zufrieden. “Das ist positiv und für den Vatikan ein Schritt vorwärts“, sagte der UNAIDS-Chef. Bislang hatte die katholische Kirche die Ansicht vertreten, dass auch zur Vorbeugung von Aids in keinem Fall Kondome benutzt werden dürfen. Dem UNAIDS-Bericht zufolge ist die Zahl der Neuinfektionen seit 1999, als die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte, weltweit um 19 Prozent zurückgegangen. Insbesondere in Schwarzafrika sieht die Organisation große Erfolge: Dort sei die Zahl der Neuinfektionen von 2001 bis 2009 in 22 Ländern sogar um über ein Viertel gesunken.

In Äthiopien, Nigeria, Südafrika, Sambia und Simbabwe - den Ländern der Sub-Sahara, in denen die Epidemie am schlimmsten ist - habe sich die Gesamtlage stabilisiert oder verbessert. Von den etwa 15 Millionen HIV-Infizierten in einkommensschwachen Ländern, die eine Aids-Behandlungen benötigen, könne derzeit 5,2 Millionen geholfen werden. Dies führe zu weniger Todesfällen infolge von Aids. Allerdings habe dies auch maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zahl der infizierten und erkrankten Menschen um 27 Prozent gestiegen sei: Von 26,2 Millionen im Jahr 1999 auf 33,3 Millionen im Jahr 2009. 2009 bekamen 1,2 Millionen Menschen eine Erstbehandlung gegen Aids. Dies entspreche einem Anstieg um 30 Prozent in nur einem Jahr.

Seit 2004 habe sich die Zahl der Behandelten verdreizehnfacht. Die Ukraine hat von allen Ländern Europas und Zentralasiens den höchsten Anteil von HIV-Infizierten. In dem Staat hat sich die Zahl der Neuinfizierten seit 2001 mehr als verdoppelt. Aber auch in den reichen Ländern nimmt die AIDS-Epidemie nicht ab. In Nordamerika und in Westeuropa steckten sich im vergangenen Jahr 100 000 Menschen mit dem HI-Virus an. 2001 waren es 97 000. In Deutschland leben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 70 000 Menschen mit dem Virus.

Das RKI geht davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Jahren kontinuierlich ansteigen wird, da die Infektionszahlen deutlich höher liegen als die Todesfallzahlen. Im Jahr 2010 hätten sich rund 3000 Deutsche mit HIV angesteckt. 550 Menschen seien im gleichen Jahr an Aids gestorben, teilte das RKI am Montag in Berlin mit. Sorgen bereiten den UNAIDS-Verantwortlichen eine Abnahme der Spenden. Derzeit seien mehr als fünf Millionen Menschen in Behandlungen gegen Aids, sagte Sidebé. Ein Rückgang der Gelder sei zum ersten Mal zu beobachten. “Viele werden sterben, wenn sie keinen weiteren Zugang zu Behandlungen mehr haben.“

dpa

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