DNA-Proben machen es möglich

Serienmörder nach 35 Jahren identifiziert - Auch deutsches Au-Pair fiel ihm zum Opfer

Französische Polzisten und Polizistinnen.
+
Die französische Polizei konnte einen Cold Case nach 35 Jahren lösen.

Er beging mehrere Morde in Paris in den 1980er und 1990er Jahren. Auch eine Deutsche war eines seiner Opfer. Bevor er allerdings von der Polizei überführt werden konnte, suizidierte sich François Vérove.

Paris - Im Mai 1986 wurde ein elfjähriges Mädchen entführt, sexuell missbraucht und ermordet. Ihre Leiche konnten die Ermittler finden, den Täter nicht. Bis heute. Dank mehrere Jahre alter DNA-Spuren gelang nun dieser Coup und der Cold Case kann aus den Aktenregalen gekramt werden.

Zehn Jahre nach dem ersten Mord erstellten die Profis 1996 mithilfe von DNA-Spuren vom Tatort ein DNA-Profil des Täters. Von da an hatten sie mehr in der Hand als ein undeutliches Phantombild des „Pockennarbigen“ (französisch: „Le Grêlé“) - wie der Serienmörder damals wegen seiner unreinen Haut genannt wurde.

Serienmörder: DNA weist auf weitere Verbrechen hin

Durch das DNA-Profil schrieben die Ermittler dem „Pockennarbigen“ weitere grausame Verbrechen bis in das Jahr 1994 zu. Unter anderem ermordete der Mann auch die damals 20-jährige Deutsche Irmgard Müller. Sie arbeitete im Jahr 1987 als Au-Pair-Mädchen bei dem Mechaniker Gilles Politi in Paris. Müller und Politi wurden beide mit einer glühenden Zigarette gefoltert und erdrosselt.

Serienmörder: Spektakuläre Wendung durch DNA-Proben

Die Tatumstände wiesen darauf hin, dass es sich bei dem Täter um einen Polizisten handeln müsse. So lud eine Pariser Richterin 750 Gendarmen, die zur Zeit der Mordserie in Paris tätig waren, zur Abgabe einer DNA-Probe ein. Diese Aktion markierte den entscheidende Wendepunkt in dieser grausamen Geschichte. Denn, auch dem 59-jährigen François Vérove flatterte eine solche Einladung am 24. September 2021 in den Briefkasten. Fünf Tage später sollte er seine Probe abgeben - dies geschah aber nicht. Am 29. September fanden Ermittler seine Leiche in einem Pariser Apartment.

François Vérove schreibt Abschiedsbrief und gesteht Taten - Bestätigung durch DNA

Die Untersuchung des Leichnams bestätigt den Suizid Véroves. In einem beiliegenden Bekennerschreiben gesteht der ehemalige Polizist mehrere Morde und Vergewaltigungen, nannte aber keine konkreten Daten. Laut francetvinfo.fr behauptete Vérove in seinem Schreiben „unter dem Einfluss von Impulsen gehandelt zu haben, die er mit einer schwierigen Kindheit erklärt. Diese Dämonen wurden durch seine Heirat und die Geburt seiner Kinder besänftigt“. Vor wenigen Tagen bestätigte sich mithilfe einer DNA-Analyse, dass Vérove zu dem 1996er DNA-Profil passt. Wie viele Morde und Verbrechen wirklich ihm zuzuschreiben sind und welche noch unentdeckt sind, muss die Polizei nun herausfinden.

Nicht nur in Frankreich geschehen grausame Taten. In Italien fiel ein Kind seiner eigenen Mutter zum Opfer.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

Auch interessant

Kommentare