Millionen eingestampft

Simpsons-Briefmarken: Ladenhüter der Post

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Insgesamt fünf US-Briefmarken mit den Hauptfiguren der Simpsons sind zum 20-jährigen Jubiläum der schrägen TV- Familienstory erschienen.

Washington - Das nennt man wohl eine krasse Fehlplanung: Die US-Post ist auf sage und schreibe 682 Millionen Briefmarken mit den Konterfeis der „Simpsons“ sitzen geblieben.

Die Sondermarken waren zum 20. Geburtstag der Kultserie im Jahr 2009 herausgebracht worden und fanden keine Abnehmer. Die unverkauften Marken wurden letztlich eingestampft. Homer Simpson würde laut fluchen: „Nein!“

Von den „Simpsons“ wurden insgesamt eine Milliarde Sondermarken gedruckt - etwa doppelt so viele wie von der bislang auflagenstärksten Serie. Die Köpfe von Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie verkauften sich am Ende aber nur 318 Millionen Mal, wie aus einem Bericht der Aufsichtsbehörde des staatlichen US Postal Service hervorgeht. Der Bericht war bereits im Juli erschienen, sorgt aber erst jetzt in den USA für Schlagzeilen.

Die Post-Aufseher monierten, dass durch die Überproduktion der „Simpsons“-Marken unnötige Kosten von 1,2 Millionen Dollar (etwa eine Million Euro) entstanden seien. Es fehle eine Methodik, den Bedarf im Vorfeld zu kalkulieren, lautete die vernichtende Kritik. Denn es war nicht der einzige Patzer: Von 500 Millionen gedruckten Briefmarken mit der amerikanischen Flagge wurden sogar lediglich 120 Millionen verkauft. Das bedeutete 700 000 rausgeschmissene Dollar.

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Insgesamt wanderte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 jede dritte Sondermarke am Ende in den Schredder. Das machte nach Berechnung des sogenannten Inspector General der amerikanischen Post knapp 4,1 Millionen Dollar unnötige Ausgaben. Zum einen sind Sondermarken höchstens zwei Jahre im Verkauf. Zum anderen ist zwischenzeitlich das Porto für einfache Briefe von 44 auf 45 Cent erhöht worden und damit passte der aufgedruckte Wert nicht mehr.

Die angeprangerte Verschwendung ist besonders peinlich, weil die US-Post seit geraumer Zeit hohe Verluste einfährt. Allein im vergangenen Quartal lag das Minus bei unterm Strich 5,2 Milliarden Dollar. Post-Chef Patrick Donahoe hatte mehrfach vor der Pleite gewarnt. Eine Zahlung für die Gesundheitskasse der Pensionäre konnte das Unternehmen letztens schon nicht mehr leisten. Nun soll etwa die Zustellung am Samstag abgeschafft werden.

dpa

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