Vor Singapurs Küste

Sensationsentdeckung unter Wasser: Jahrhundertealte Schiffswracks mit Porzellan und Artefakten gefunden

Ein Taucher hält unter Wasser eine Porzellanschale in der Hand.
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Vor Singapurs Küste fanden Forscher zwei jahrhundertealte Schiffswracks.

Vor Singapur wurden zwei Schiffswracks geborgen und untersucht. Beide sind jahrhundertealt und mit Porzellan und weiteren Artefakten beladen.

Singapur - Vor der Küste Singapurs machten Taucher bereits im Jahr 2015 eine sensationelle Entdeckung. Vor Pedra Branca, einem Felsvorsprung rund 20 Kilometer östlich von Singapur, erblickten sie mehrere chinesische Porzellanteller. Diese stammten vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. In der Nähe wurde daraufhin ein jahrhundertealtes Schiffswrack gefunden.

Singapur: Jahrhundertealte Schiffswracks gefunden

Während der Untersuchungen fanden Forscher noch ein zweites Schiffswrack, das ebenfalls seit mehreren Jahrhunderten auf dem Meeresboden lag. Beide Bootsruinen waren mit chinesischem Porzellan und anderen Artefakten beladen. Archäologen des National Heritage Boards und des ISEAS-Yusof Ishak Institutes (Institute of Southeast Asian Studies) erklärten am Mittwoch (16. Juni), dass die Entdeckung ein Licht auf das maritime Erbe des heutigen Stadtstaates Singapur werfe.

Gastforscher Michael Flecker von der archäologischen Abteilung des ISEAS-Yusof Ishak Institutes machte die außergewöhnliche Bedeutung der Entdeckungen deutlich. An Bord eines der Schiffe sei mehr blau-weißes Porzellan aus der chinesischen Yuan-Dynastie gefunden worden als in jedem anderen dokumentierten Schiffswrack auf der Welt.

Singapur: Schiffe mit chinesischem Porzellan und weiteren Artefakten beladen

Bei dem zweiten gefundenen Schiffswrack handelt es sich vermutlich um die sogenannte „Schah Munschah“. Das indische Handelsschiff sank im Jahr 1796 auf der Fahrt von China nach Indien. Neben chinesischer Keramik hatte es auch Glas und Achat-Objekte sowie Anker und Kanonen an Bord, welche typisch für Schiffe der East India Company im 18. und 19. Jahrhundert waren.

Die Untersuchung und Bergung der Artefakte aus den beiden Schiffswracks wurde in diesem Jahr abgeschlossen. Es sind die ersten Funde dieser Art in Singapurs Gewässern. Die Ähnlichkeit einiger Fundstücke mit an Land ausgegrabenen Artefakten zeigt laut den Archäologen, dass Singapur bereits lange vor der Ankunft der britischen Kolonialherren im Jahr 1819 ein regionales Handelszentrum war.

Immer wieder werden versunkene Schiffe auf der ganzen Welt entdeckt. Im Jahr 2018 entdeckten Forscher das bislang älteste Schiffswrack aller Zeiten. In Deutschland wurden ebenfalls bereits versunkene Boote gefunden, beispielsweise im Bodensee oder in der Ostsee. (ph/afp)

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