Die ungesunde Seite der Milch

So krank sind unsere Milchkühe

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4,2 Millionen Milchkühe gibt es in Deutschland, sie werden nur wenige Jahre alt.

München - Wenn die Kuh nicht als Tier, sondern als Produktionseinheit gilt, dann steht nicht die artgerechte Haltung, sondern die Buchhaltung im Vordergrund. Unsere Milchkühe zahlen dafür in ihrem kurzen Leben einen hohen Preis – die tz zeigt die ungesunde Seite der Milch.

  • In Deutschland gibt es 4,2Millionen Milchkühe, circa 72 % leben in Laufställen, jedoch 27 % stehen in der Anbindehaltung. Das heißt die Tiere sind ihr Leben lang an einem Platz fixiert und können sich nicht einmal umdrehen. Diese Haltungsformen sind nicht überall verboten. Das ist möglich, weil es immer noch keine einheitlichen EU-Vorschriften für die Rinderhaltung gibt.
  • Kühe vollbringen Höchstleistungen: Gab eine Kuh 1959 noch durchnittlich 1500 Liter Milch pro Jahr, waren es 1970 3500 Liter und heute 8000 Liter, besonders gute Tiere kommen auf eine Leistung von 15.000 Litern. Aus Amerika werden sogar Leistungen von 30.000 Litern pro Tier und Jahr gemeldet! Erwartet werden in Deutschland von der Kuh 40 Liter am Tag, viele geben sogar 50 Liter. Um ein Kälbchen satt zu bekommen, wären gerade mal acht Liter möglich.

Schmerzhafte Euterentzündungen sind an der Tagesordnung

  • Nach der Geburt sofort getrennt: Wird ein Kälbchen geboren, darf es die Mutter trockenlecken, um den Kreislauf des Tierbabys anzuregen. Das erste Säugen fällt meist aus. Das Kälbchen kommt in ein sogenanntes Iglu und wird mit Milchaustauschern ernährt. Tierschützer bemängeln, dass die frühe Trennung Mutter wie Kalb traumatisiert. Die Kühe rufen tagelang nach ihren Kindern. Im Alter von rund 16 Monaten wird die Kuh zum ersten Mal künstlich befruchtet und nach der neunmonatigen Schwangerschaft beginnt ihr kräftezehrendes Leben als Milchkuh.
  • Euterentzündungen: Um ein Liter Milch zu produzieren, müssen 400 Liter Blut durch das Euter fließen. Folge dieser Höchstleistungen sind Euterentzündungen, unter Tierärzten gilt die Mastitis als Berufskrankheit der Milchkühe. Jede zweite Kuh ist in jeder ihrer Milchphasen einmal davon betroffen. Die schmerzhafte Entzündung verringert die Milchleistung.

Kühe könnten 25 Jahre alt werden, überleben aber oft nicht ihren 5. Geburtstag

  • Magenkrankheiten: Die hohe Milchleistung verbraucht sehr viel Energie, die die Tiere mit dem Futter aufnehmen müssen. Würden diese Tiere nur Gras von der Weide fressen, würden sie verhungern. Nur noch 42 % der Tiere dürfen überhaupt manchmal raus. Die Kühe brauchen Kraftfutter, meist eine Mischung aus Silage und Soja. Das jedoch belastet ihre Verdauungsorgane. Erkrankungen des Pansens sind eine häufige Folge.
  • Fruchtbarkeitsstörungen: Jede Kuh wird rund 60 Tage nach der Geburt eines Kälbchens neu besamt. Sie ist also trächtig, während sie ihre Milchleistung erbringt. Zwei Monate vor der Geburt des nächsten Kalbes wird die Milchproduktion hormonell gestoppt, die Kuh trocken gestellt, da der Embryo viel Energie braucht.
  • Kurze Lebenserwartung: Obwohl Kühe 25 Jahre alt werden können, werden die meisten schon im Alter von fünf Jahren geschlachtet. Mehr als zwei bis drei Kälbchen bringen sie nicht zur Welt, dann ist ihr Körper ausgelaugt, die Milchleistung lässt nach, und zudem werden viele Tiere unfruchtbar. 70 Prozent der geschlachteten Tiere sind krank und damit für den Betrieb unrentabel.

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