Projekt eines Grafikers

So „wild“ sehen U-Bahn-Netze weltweit aus

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Shanghai: Rund 538 Kilometer misst das U-Bahn-Netz der chinesischen Millionen-Metropole. Es ist damit das zweitlängste der Welt - nach Peking.

München - 220 Metro-Pläne hat der US-Grafikdesigner Peter Dovak bislang als kleine Kunstwerke gezeichnet. Und die Faszination für die Transportsysteme lässt nicht nach.

Manche gleichen einem verworrenen Flechtwerk, andere haben eine symmetrische Struktur und dann gibt es noch minimalistische Systeme, wie etwa in Los Angeles. Die Rede ist von den verschiedenen öffentlichen Transportsystemen auf der ganzen Welt. Der US-amerikanische Grafikdesigner Peter Dovak hat sich die Mühe gemacht, über 200 Linien-Pläne zu analysieren und sie in Zeichnungen umzuwandeln. „Mini Metro Maps“ heißt seine Bilderserie.

Drei Jahre lang hat er dafür gebraucht und herausgekommen sind bislang Metro-Karten von 220 internationalen Städten. Kleine bunte Kunstwerke. Dovak hat sie alle selbst am Computer gezeichnet - egal ob Metropole oder Kleinstadt, egal ob in Asien oder Südamerika, egal ob Linien-Wirrwarr oder ein klares System mit nur wenigen öffentlichen Verkehrsverbindungen.

In Pjöngjang gibt es nur zwei Metro-Linien

München: Acht S-Bahn- und acht U-Bahn-Linien gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt.

Eigentlich wollte der Grafikdesigner nur die Strukturen der Transportsysteme in den USA und Kanada analysieren, sagte er dem Online-Magazin FastCompany.com. Aber dann betrachtete er auch die Metro-Pläne anderer Städte. „Es ist interessant, wie unterschiedlich vor allem die komplexeren Systeme sind“, sagt Dovak. Das Metro-Netz jüngerer Städte dagegen sei oft nicht so verworren und noch gut identifizierbar.

Deutsche Städte hat der Amerikaner ebenfalls analysiert. Neben den Metro-Plänen von Frankfurt und Berlin hat er auch Münchens U- und S-Bahn-Netz gezeichnet. Verglichen mit dem Zwei-Linien-System der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang wirkt die Münchner Metro relativ komplex. Im Kontrast zu den Plänen einiger chinesischer Großstädte ist das Transportsystem der bayerischen Landeshauptstadt allerdings mehr als übersichtlich. Wie ein unüberschaubares Chaos sehen die Metro-Netze von Shanghai, Peking und Seoul beispielsweise aus. 

Transportsysteme bilden die Aktivitäten der Bewohner ab

Pjöngjang: In der Hauptstadt Nordkoreas gibt es nur zwei Metro-Linien.

Doch das war nicht von Anfang an so, sagt Dovak. Bis vor wenigen Jahren noch sahen ihre Systeme ähnlich wie die Pjöngjang oder in den ostchinesischen Städten Hefei oder Nanchang aus. Auch dort gibt es nämlich oft nur wenige Transportlinien. Shanghai und Peking haben sich schnell entwickelt, ebenso schnell musste das Metro-System mitwachsen. „Es wird spannend, wie die Systeme von Hefei oder Nanchang in Zukunft aussehen werden“, sagt Dovak.

Eins zu eins hat der Grafikdesigner die verschiedenen Pläne aber nicht gezeichnet. Damit sie übersichtlicher sind, hat er viele der Karten vereinfacht. Routen, die parallel verlaufen, hat er in einer Linie zusammengefasst. Außerdem hat er darauf geachtet, dass der Abstand der Linien zueinander auf seinen Zeichnungen nicht zu klein ist. 

Seoul: Ziemlich unübersichtlich wirkt das öffentliche Verkehrssystem in der südkoreanischen Hauptstadt.

Die unterschiedlichen Metro-Systeme geben Aufschluss darüber, wo die Prioritäten der Planer lagen und wohin die Menschen in den Städten mit öffentlichen Transportmitteln fahren. In New York beispielsweise führen alle Linien in Richtung lower Manhattan. In Phoenix, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Arizona, sind die meisten Menschen mit dem Auto unterwegs. Entsprechend gibt es auch nur eine Metro-Linie. 

Egal ob komplexes Linien-Wirrwarr oder minimalistisches System - Dovak findet sie alle interessant und er will weiter machen. Sein Plan: Mithilfe von Animationen zeigen, wie sich die Transportsysteme im Laufe der Jahre entwickeln.

Schätze im Münchner Untergrund

Wie interessant, verschieden und manchmal auch bunt die Münchner U-Bahn-Stationen aussehen, hat ein Fotograf aus New York festgehalten. Claudio Galamini hat es sich zur Aufgabe gemacht, so viele U-Bahnhöfe wie möglich zu fotografieren. Die Bilder sammelt er auf seinem Instagram-Profil.

rm

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