UN-Tribunal: Ratko Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt

UN-Tribunal: Ratko Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt

"Selber schuld!"

So zynisch rechtfertigt der Sadist seine Tat

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Ariel Castro

Washington - Neue Enthüllungen über die Folter, die drei junge Frauen in einem Haus in Cleveland (US-Staat Ohio) zehn Jahre lang ertragen mussten, schockieren die ganze Welt.

 Am Donnerstag wurde der Peiniger, Ariel Castro, dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Anklagepunkte: vierfache Entführung (miteingezählt ist auch Opfer Amanda Berrys in Gefangenschaft geborene, heute sechsjährige Tochter Jocelyn) und dreifache Vergewaltigung. Gegen Castros zunächst festgenommene zwei Brüder bestätigte sich der Verdacht dagegen nicht.

Eine längere Befragung wollte die Polizei den drei Opfern am Donnerstag ersparen. Am Mittwoch kehrten mit Amanda Berry (27) und Gina DeJesus (24) zwei der drei Frauen zu ihren Familien heim. Michelle Knight (32) muss weiter im Krankenhaus behandelt werden. Aufgrund der jahrelangen Misshandlungen durch den 52-jährigen verlor die Frau ihr Gehör und erlitt mehrere Gesichtsknochenbrüche.

Die ersten Berichte der Opfer über das Leben im Terrorhaus sprechen bereits Bände über den Sadismus, den Castro im Umgang mit seinen drei Sklavinnen an den Tag legte. So schrieb der ehemalige Schulbusfahrer angeblich ein Geständnis. Darin beschreibt er laut Polizeibericht genau, wann und wie er die Mädchen zwischen 2002 und 2004 entführte. Als Grund gab er an, er sei sexsüchtig, habe eine schlimme Kindheit gehabt und sich so helfen wollen. Unfassbar: In dem Brief gibt Castro den Mädchen eine Teilschuld an ihrem Schicksal. Sie seien schließlich freiwillig zu einem Fremden ins Auto gestiegen. Gina DeJesus, die Castro mit 14 auf dem Nachhauseweg von der Schule verschleppte, ging mit dessen Tochter auf dieselbe Schule.

Nach Aussage von Amanda Berry wurden die jungen Frauen im Keller und Dachboden des Terrorhauses an Ketten gelegt und mit Seilen gefesselt, jahrelang verging sich Castro hier an ihnen. Allein Michelle Knight wurde fünfmal schwanger. Ihr Vergewaltiger „bestrafte“ sie mit Nahrungsentzug und boxte sie jedes Mal so lang in den Bauch, bis sie das Kind verlor. Amanda Berry musste ihr Kind mithilfe von Knight in einem Plantschbecken zur Welt bringen.

Unglaublich: In den ersten Jahren ihrer Gefangenschaft wohnten noch Castros zwei Kinder mit im Haus. Beide heute Erwachsenen, die kaum noch Kontakt zu ihrem Vater haben, erklärten nun gegenüber der Polizei, Castro hätten ihnen den Zugang zu Keller und Speicher stets streng verboten.

Nur zweimal in zehn Jahren durften die Frauen überhaupt an die frische Luft in den Garten des Hauses. Mit der kleinen Jocelyn besuchte der seit 2012 Arbeitslose dagegen des Öfteren den Spielplatz, gab das Mädchen als Kind seiner Freundin aus.

Seinen Psychoterror trieb Castro mit perversen Spielchen auf die Spitze. Regelmäßig tat er so, als verließe er das Haus, legte sich in Wirklichkeit aber auf die Lauer, um zu beobachten, ob eine der Frauen einen Fluchtversuch wagen würde. Erwischte er ein Mädchen, züchtigte er es mit einer Prügelorgie. Zu jedem Jahrestag ihrer Entführung bekamen die Opfer einen „Jubiläumskuchen“ geschenkt. Zur gleichen Zeit besuchte der perverse Quäler Mahnwachen für die Vermissten.

Castros geschockte Familie entschuldigte sich am Donnerstag öffentlich bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie könnten das Verbrechen nicht fassen

isp

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