Sonnenausbrüche

Forscher: Erde entging 2012 einer Katastrophe

San Francisco - Laut eines Berichts der US-amerikanischen Eliteuniversität Berkeley könnte die Erde im Sommer 2012 nur knapp einer Naturkatastrophe historischen Ausmaßes entgangen sein.

Am 23. Juli 2012 habe es auf der Sonne zwei koronale Sonnenausbrüche gegeben, die einen enormen magnetischen Sturm ausgelöst hätten. Wären die winzigen Teilchen geradewegs mit einer Geschwindigkeit von 2000 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre eingedrungen, hätte es auf der ganzen Welt vermutlich immense Schäden gegeben.

Günstige Konstellation verhindert Schäden auf der Erde

Wie die Forscher berichten, wären weite Teile der Stromnetze ausgefallen, Satelliten hätten schweren Schaden genommen und Telekommunikationseinrichtungen hätten zerstört werden können. Allerdings befand sich die Erde zum Zeitpunkt der Eruptionen nicht im Zielfeld des Sturms, weshalb der magnetische Schwall in den Weiten des Weltalls verpuffte. Wäre die Eruption allerdings neun Tage vorher passiert, hätte die Erde sich genau im Fadenkreuz des Sturmes befunden.

Bei koronalen Sonnenausbrüchen handelt es sich um die schwersten Eruptionen, die auf dem Fixstern geschehen können. Wie schwerwiegend die Folgen eines schweren Ausbruchs auf der Erde sein können, ist in historischen Dokumenten festgehalten worden. Anfang September des Jahres 1859 wurde die Erde von einem gewaltigen magnetischen Sonnensturm heimgesucht. Obwohl die Technologien damals noch in den Kinderschuhen steckten, waren die Schäden enorm: So kam in Nordamerika zeitweise das gesamte Telegrafensystem zum Erliegen. Die freiliegenden Leitungen und Masten sprühten ein regelrechtes Funkenfeuerwerk - allerdings auch mit tragischen Folgen. So sollen damals über 30 Postangestellte weltweit ums Leben gekommen sein.

Trotzdem bot sich den Menschen ein beeindruckendes Naturschauspiel: So konnte das Polarlicht, das normalerweise nur nahe des Nordpols zu sehen ist, auch in der Karibik auf Höhe des Äquators bestaunt werden.

Physiker warnt vor Billionen-Kosten im Falle eines Magnet-Sturms

Ying D. Liu, Physiker an der Berkeley-Universität, geht davon aus, dass die Stärke des Sturms im Jahr 2012 jene von 1859 übertroffen hätte. "Wenn er die Erde getroffen hätte, wären die Auswirkungen für uns viel krasser gewesen als 1859. Schließlich basieren unsere Gesellschaften auf modernen Technologien."

Liu glaubt, dass ein magnetischer Sturm auf der Erde ein Ereignis mit Seltenheitswert ist, das im Falle des Eintretens aber schlimme Konsequenzen haben kann. "Die Kosten können weltweit in die Billionen gehen. Bis alle Schäden repariert wären, könnte es zwischen vier und zehn Jahren dauern." Laut dem Forschers müssten sich die Gesellschaften darauf einstellen, dass magnetische Stürme, egal in welcher Stärke, künftig weitreichendere Konsequenzen haben können.

Neuer Planet entdeckt: Suche nach Zivilisation

wi

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