Spendenaktion von tz & Unicef

Hier können Kinder Kinder sein

+
Englischstunde für Mädchen – dabei geht’s es auch um Schminktipps

München - Die Angst ist für das irakische Mädchen Rania allgegenwärtig. Jede Nacht träumt die 13-Jährige von den Angriffen der IS-Kämpfer auf ihr Dorf.

Die meisten der Kinder aus dem Flüchtlingslager Khanke kommen jeden Tag in die Unicef-Zelte. Es ist der Höhepunkt ihres Tages. Schon morgens freuen sie sich, dass sie später für ein oder zwei Stunden in eine andere Welt eintauchen können und für diese Zeit ganz normale Kinder sein können.

In den Schutzräumen des Lagers sind es rund 400 Kinder täglich, die bei Baider Madar Khan (25) und ihren Kollegen betreut werden möchten. Die vier weißen Großzelte sind umgeben von einem hohen Zaun mit Stacheldraht. Ein Schutzraum für Kinder, der so abgesichert werden muss?

Der Kinderschutzraum ist mit einem Zaun umgeben, an dem Kinder, die gerade keinen Unterricht haben auf ihre Zeit warten.

Wäre das Gelände frei zugänglich, würden die Kinder des Lagers, in dem über 10 000 Menschen leben, die Zelte stürmen. Trotzdem ist es befremdlich, dass Kinder an den Zäunen stehen und ihre Nasen von außen durch das Gitter stecken. Sie warten, bis sie endlich dran sind. Unicef betreibt das Kinderschutzzentrum im Auftrag des Internationalen Roten Kreuz und in Kooperation mit Acted. In den Zelten ist die Stimmung ganz unterschiedlich. Bei den Mädchen, die mindestens zwölf Jahre alt sind, steht heute Englisch an. Die Lehrerinnen zeigen ihnen die Worte für Augenbraue, Wimper, Auge, Mund. Die Schülerinnen sind eifrig dabei. Schließlich wird gleich das Thema Schminken behandelt. Welches Mädchen hört da nicht zu? Sie kichern, werfen sich gegenseitig Küsschen zu und scheinen das Leben draußen wirklich für einen Moment vergessen zu haben.

Bei den Buben, die im Nachbarzelt Bilder malen, geht’s ruhiger zu. Durch das Zeichnen verarbeiten sie Erlebtes. Kriegsszenen finden sich in den Bildern, aber auch Wünsche für die Zukunft. Dazwischen machen auch die Jungs Quatsch, bewerfen sich mit Papierschnipseln.

tz-Aktion mit Unicef: Bilder aus den Krisengebieten

tz-Aktion mit Unicef: Bilder aus den Krisengebieten

Ja, hier wird viel gelacht. „Und das ist gut so“, sagt Baidan, die eigentlich Computerlehrerin ist. „Leider haben wir viel zu wenig Platz, wir könnten so viele Kinder mehr betreuen.“

Im Camp Khanke leben über 10 000 Flüchtlinge, in vier Zelten werden die Kinder jeden Tag altersgetrennt betreut.

In einem der Zelte ist es gerade still. Es ist der letzte Eingang. Dieses Zelt ist eigens für die Kinder da, die schwer traumatisiert sind. Für Kinder wie Rania (13), deren Geschichte Sie hier gestern lesen konnten. In Einzelgesprächen versuchen die Unicef-Mitarbeiter, schlimme Träume und Erlebnisse gemeinsam aufzuarbeiten. „Dazwischen brauchen die Kinder einfach Zeit, um schöne Sachen zu machen“, erklärt die Lehrerin. Wenn die Kinder aus den Schutzräumen herausgehen, sollen sie ihren Eltern was anderes erzählen können als das, was sie so oft zum Weinen bringt. So wie sie es vor der Vertreibung getan haben. So wie es die Kinder hier in Deutschland tun, wenn sie von der Schule heimkommen. Wer mit wem gespielt, gestritten und gelacht hat. Warum die Lehrerin heute voll gemein war, oder was für tolle Zöpfe heute die Sitznachbarin hatte..

tz-Aktion für Unicef: Spenden Sie für Flüchtlingskinder

Erfahren Sie mehr über die Aktion der tz mit Unicef auf tz.de/unicef

Wie Sie spenden können, erfahren Sie hier! Und das Angenehme dabei: Sie können sogar einen 218i BMW Active Tourer gewinnen!

Dorit Caspary

Auch interessant

Meistgelesen

„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger

Kommentare