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Autobahn-Brücke mitten in Deutschland gesprengt: Das Spektakel im Video

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Von: Armin T. Linder

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Brücke wurde dem Erdboden gleich gemacht
Die Brücke wurde dem Erdboden gleich gemacht. © Screenshot SWR

Sie ist seit Jahren marode - jetzt wurde ihr der Garaus gemacht: Eine Autobahn-Brücke mitten in Deutschland wurde gesprengt. Hier können Sie das Spektakel anschauen.

Update 12.04 Uhr: Sprengung geglückt! Alles verlief wie geplant an der Salzbachtalbrücke. „Perfekte Sprengung“, so der Hessenschau-Experte Martin Hopfe, selbst ein erfahrener Sprengmeister, der den Beteiligten ein Kompliment aussprach. Die Profis waren im Video (siehe unten) zu sehen, wie sie happy abklatschten.

„Grund zum Jubeln“, sah Experte Hopfe. „Man hat die Pfeiler sehr schön knicken sehen.“ Drei Sekunden nach der Südbrücke wurde die Nordbrücke gesprengt. „Da weiß man, wie schnell drei Sekunden vorbei sein können“, so Hopfe. Ein YouTube-Nutzer hat die Sprengung aus der Hessenschau mitgeschnitten und hochgeladen:

Autobahn-Brücke mitten in Deutschland gesprengt: Großes Spektakel

Unsere Erstmeldung: Wiesbaden - Die seit Jahren marode Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 (A 66) in Wiesbaden soll am heutigen Samstag (12.00 Uhr) gesprengt werden, um zügig mit dem Neubau zu beginnen. Vor knapp fünf Monaten war die Brücke plötzlich gesperrt worden - jetzt wird sie mit brachialen Mitteln entfernt.

Salzbachtalbrücke der A 66 bei Wiesbaden: Sprengung live im Internet

Das Ereignis kann auf der Internetseite der Autobahn GmbH West in einem Livestream ab 11 Uhr verfolgt werden. Auch der HR überträgt die Sprengung live - und geht bereits um 10 Uhr auf Sendung. Hier sehen Sie den HR-Stream live. Ebenfalls überträgt der SWR die Sprengung ab 10 Uhr live.

Polizei, Stadt und Autobahn GmbH riefen Schaulustige auf, zu Hause zu bleiben. Vor Ort gebe es aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit, sich die Sprengung anzuschauen. Rund um die Brücke wird ein Sicherheitsbereich von 250 Metern eingerichtet, in dem der Aufenthalt verboten ist. Davon betroffen sind unter anderem ein Friedhof, einige Wohnhäuser, Schrebergärten und ein Tierheim.

Bei schlechtem Wetter könnte der Termin kurzfristig noch verschoben werden. Danach sah es am Samstagmorgen nicht aus. „Doch von Starkregen oder Nebel ist am Samstagmorgen in Wiesbaden nichts zu sehen. Die frühe Herbstsonne strahlt auf die Altbauten der Landeshauptstadt. Ein letzter Sonnengruß an die Brücke, sozusagen“, schreibt Hessenschau.de.

Salzbachtalbrücke der A 66 bei Wiesbaden: Sprengung wird von Eduard Reisch vorgenommen

Der erfahrene Sprengmeister Eduard Reisch will zunächst den Südteil und wenige Sekunden später die Nordbrücke zu Fall zu bringen. Viele Anwohner und Pendler im Rhein-Main-Gebiet hoffen, dass zumindest die Straßen und Bahngleise unter der bisherigen Brücke bald wieder befahren werden können.

Sprengung der Salzbachtalbrücke
06.10.2021, Hessen, Wiesbaden: Die Baustelle an der Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden. © Sebastian Gollnow / dpa

Der sukzessive Abriss der 1963 gebauten Brücke begann 2017, der geplante Neubau sollte eigentlich bis 2022 komplett fertig sein. Durch Verzögerungen verschob sich dieser Termin allerdings zunächst auf 2026. Der Verkehr lief indes bis vor einiger Zeit weiter. Im Juni 2021 wurde die Brücke jedoch gesperrt, nachdem Betonteile auf die darunter verlaufende Bundesstraße 263 gefallen waren. Bis 2023 soll die Brücke nach der Sprengung nun neu gebaut werden.

Salzbachtalbrücke der A 66 bei Wiesbaden: Sprengung soll Platz für Neubau machen

An dem Bauwerk hatte sich Mitte Juni der Überbau an einem Pfeiler abgesenkt, Betonbrocken waren auf die Straße und den Gehweg herabgefallen. Die Brücke wurde komplett gesperrt, es bilden sich in der Landeshauptstadt regelmäßig zähe Staus. Der Hauptbahnhof ist vom Zugverkehr so gut wie abgeschnitten, da fast alle Gleise unter der Brücke verlaufen. Die derzeitige Lücke der Autobahn 66 wird nach den Plänen der Autobahn GmbH des Bundes frühestens 2023 mit einem Neubau geschlossen.

Wie Sprengmeister Reisch Anfang Oktober erklärte, soll die Südbrücke mit einer sogenannten Kollapssprengung zu Fall gebracht werden, die Nordbrücke soll sich anschließend per Kippsprengung auf die Trümmer legen. An jedem Brückenteil waren dafür mehrere Hundert Bohrungen nötig.

Reisch hat bereits zahlreiche spektakuläre Sprengungen geleitet, darunter 2014 den Fall des 117 Meter hohen AfE-Towers in Frankfurt. In diesem Jahr brachte die Reisch Sprengtechnik GmbH aus Apfeldorf in Bayern unter anderem den 46 Meter hohen Förderturm einer ehemaligen Schachtanlage im nordrhein-westfälischen Datteln und die Brücke „20. Jahrestag der DDR“ in Brandenburg an der Havel nieder. (dpa/AFP/lin)

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